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Maisspindeln machen zwei Brandiser Gymnasiasten zu Helden

Umwelt Maisspindeln machen zwei Brandiser Gymnasiasten zu Helden

Maiskörner schmecken Mensch wie Tier. Aber auch der Rest des Kolbens, die Spindel, birgt Potenzial – als nachhaltiger Rohstoff. Das fanden Anna Lucia Ackermann (16) und Alexander Kuhn (17), Schüler am Gymnasium Brandis, heraus und punkteten damit beim Umweltbundeswettbewerb. Sie sahnten einen der drei Hauptpreise und 1000 Euro ab.

Anna Lucia Ackermann und Alexander Kuhn sind Preisträger beim Bundesumweltwettbewerb.

Quelle: Ines Alekowa

Brandis. Maiskörner schmecken Mensch wie Tier. Aber auch der Rest des Kolbens, die Spindel, birgt Potenzial – als nachhaltiger Rohstoff. Das fanden Anna Lucia Ackermann (16) und Alexander Kuhn (17), Schüler am Gymnasium Brandis, heraus und punkteten damit beim Umweltbundeswettbewerb – Motto: „Vom Wissen zum nachhaltigen Handeln“. Sie sahnten einen der drei Hauptpreise in der Kategorie der Zehn- bis 16-Jährigen ab. Dieser ist mit 1000 Euro dotiert und wurde bei einer Festveranstaltung in der Kunsthalle zu Kiel überreicht.

„Wenn der Körnermais geerntet wird, bleibt die Spindel ungenutzt auf dem Feld liegen. Wir haben uns gefragt, ob man das nicht ändern könnte“, sagt Alexander. Denn die untergepflügten Spindeln benötigen nicht nur drei Jahre zum Verrotten, sondern bieten dem Maiszünsler, dem wirtschaftlich bedeutendsten Maisschädling, dadurch eine ideale Überwinterungsbasis. Die jetzigen Elftklässler überlegten im Rahmen einer Facharbeit in der 10. Klasse, ob sich nicht eine Weiterverarbeitung der Maisspindeln zu Dämmstoff anböte. „Immerhin fallen pro Jahr 700 000 Tonnen Trockenmasse an“, haben sie eigene Zählungen in Planquadraten hochgerechnet. Sie experimentierten und verglichen gehäckselte Spindeln mit Zellulose und Holzwolle. Die Dämmstoffe wurden in Rahmen gefüllt, anstelle eines Fensters eingesetzt und dann Luft- und Oberflächentemperatur gemessen. Das Ergebnis: „Bei der Wärmeleitfähigkeit können Maisspindeln mit den etablierten Dämmstoffen mithalten, bei der Wärmekapazität liegen sie im Mittelfeld, und das obwohl unser Dämmstoff noch nicht optimiert ist“, sagt Alexander. „Das heißt, es lohnt, über einen Einsatz nachzudenken“, schlussfolgert Anna Lucia. „Zumal es sich, anders als Styropor, um einen biologisch abbaubaren und damit nachhaltigen Dämmstoff handelt. Außerdem spart die Verwertung Insektizide auf den Feldern.“

Es ist nicht das erste Mal, dass das Gymnasium auf dem Siegertreppchen steht. So kehrte – nur ein Beispiel – Alexandra Döppner 2014 von der Internationalen Um­welt­projekt-Olympiade in Istanbul mit Gold heim. Und für die Maisspindeln gab’s schon beim „Jugend forscht“-Regionalentscheid den ersten und auf Sachsenebene zweiten Preis. „Wir haben engagierte Lehrer, suchen uns motivierte und schlaue Schüler und haben vor allem gute außerschulische Paten“, beschreibt Mathe- und Physiklehrer und Projektbetreuer Lutz Feichtinger den Nährboden, auf dem solche Erfolge gedeihen. Denn das Spindelproblem rückte der Landmaschinen-Vertrieb Deuben, mit dem die Schule seit Jahren Projekte realisiert, in den Fokus. Zweiter Partner ist das Deutsche Biomasseforschungszentrum Leipzig, das beim Bundesumweltministerium Fördermittel beantragte. „Nur so geht es“, sagt er. „Ich bin kein Freund von Projekten, die in der Schule bleiben und praktische Probleme ausblenden.“

Jetzt, nach anderthalb Jahren Arbeit, geht das Projekt erst richtig los. Eine Maschine zum Sammeln der Spindeln schon bei der Ernte muss entwickelt werden sowie Verfahren, um die Häcksel vor Schädlingen zu bewahren. Auch daran wollen Anna Lucia und Alexander noch mitarbeiten. Deren Berufswahl beeinflussen die Forschungen allerdings nicht. „Wir hatten vorher schon bestimmte Vorstellungen, und die haben sich dadurch nicht geändert“, sagt Alexander. Er möchte Mathematik studieren, Anna Lucia Lehramt für Biologie und Chemie.

Von Ines Alekowa

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