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Wurzen Maler Hund verteidigt Museumsleiterin
Region Wurzen Maler Hund verteidigt Museumsleiterin
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00:33 06.05.2018
Der Wurzener Maler Hans-Peter Hund plädiert für eine friedliche Lösung im Konflikt zwischen Museumsleiterin Sabine Jung und der Stadtverwaltung. Anfang des Jahres erhielt Jung erneut eine Abmahnung. Quelle: Archiv
Wurzen


Die wiederholte Abmahnung für Museumsleiterin Sabine Jung durch die Stadtverwaltung Anfang des Jahres bewegt noch immer. Nachdem sich zuletzt der in Wurzen geborene und in Berlin lebende Künstler Rocco Hettwer dazu äußerte und dabei an die Kulturszene Wurzens appellierte, meldete sich jetzt der bekannte Maler Hans-Peter Hund zu Wort. Wie sein Berufskollege Hettwer würde der 77-Jährige eine „friedliche Lösung“ im schwelenden Konflikt begrüßen. „Wie soll es auch anders gehen?“

„Schätzenswerte Gesamtleistung“

Hund jedenfalls gewann seit der Wahl Jungs vor acht Jahren den Eindruck, dass ihr in gleich mehreren Bereichen aufgrund „inhaltlicher Qualifizierung“ eine „schätzenswerte Gesamtleistung“ für die Muldestadt gelungen sei. „Die Verwurzelung oder besser die Leidenschaft, mit der Frau Jung dem Werk Joachim Ringelnatz’ sehr konsequent und eigenständig nachging, drückte sich zum Beispiel positiv aus.“

Ausstellungen und Publikationen

Ferner ließe sich ihr Wirken anhand vergangener Ausstellungen und Publikationen messen. „Dafür lebt und arbeitet Frau Jung, und dafür wären die gegenwärtigen Fehlinterpretationen und Abstrafungen, einschließlich der spontanen Neuordnung im Museum, nicht notwendig gewesen.“ Vielmehr, fügt Hund an, sollte es an Zeit sein, der Museumsleiterin einmal zu danken – „eine angenehme Pflicht für den Oberbürgermeister“. Aber leider rechne er nicht mit einem Lob, weshalb womöglich keine „entspannten zwei Jahre“ bis zum verdienten Ruhestand für die Kunsthistorikerin, für das Museum und für der Stadt Wurzen zu erwarten sind.

Eigene Erfahrungen mit Plakat

Zugleich erinnert ihn die Art und Weise im Umgang mit Jung an eine Episode seines Lebens. „Für die Tausendjahrfeier 1961 schrieb der damalige Rat der Stadt einen Plakatwettbewerb aus – jeder konnte sich daran beteiligen.“ Hund, der von 1959 bis 1962 an der Fachschule für angewandte Kunst in Potsdam studierte, reichte seinen Vorschlag ein und erhielt den ersten Preis. „Auf meinem Entwurf befand sich das Symbol des Wurzener Reiters. Seinerzeit gab es viel Diskussion, ob dieser nun nach links oder rechts reitet – dem Original zufolge nach rechts.“ Der junge Student lag falsch, also änderte er auf Bitte hin die Richtung. „Als ich im April oder Mai 1961 dann durch Wurzen ging, sah ich erstmals zu meiner Überraschung ein völlig anderes Plakat im Stadtbild.“ Aber niemand von der Stadtobrigkeit sprach zuvor oder danach mit ihm, wieso seine prämierte Zeichnung in den Papierkorb wanderte. Niemals wurde er dafür bezahlt. „Das war und ist auch Wurzen!“

Hund zum Schluss: „Aufgrund der schon länger andauernden Strafandrohungen gegenüber Museumsleiterin Jung hielt ich es jetzt nach 57 Jahren für angemessen, mit meiner eigenen Erfahrung an die Öffentlichkeit zu gehen.“

Von Kai-Uwe Brandt

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