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Wurzen Marcel Laux: Brandiser schaut als kommunaler Brandschutzbeauftragter genau hin
Region Wurzen Marcel Laux: Brandiser schaut als kommunaler Brandschutzbeauftragter genau hin
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16:38 17.02.2016
Wer Feuer oder Rauch entdeckt, kann sofort über solche Feuermelder an der Wand Alarm geben.  Quelle: Thomas Kube
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Brandis/Naunhof

 Bevor es brenzlig wird, kommt er zum Zug: Brandschutzbeauftragter Marcel Laux. „Ich habe mich gut in meine neue Aufgabe eingefuchst“, berichtet der Mitarbeiter der Brandiser Stadtverwaltung. Vor einem Jahr begann der Fachmann seine Tätigkeit als kommunaler Brandschutzprüfer für die Städte Brandis und Naunhof sowie die Gemeinden Belgershain und Parthenstein. Der 37-Jährige hat das Löschen von der Pike auf gelernt. Jetzt sorgt der Hauptbrandmeister dafür, dass Brände möglichst gar nicht erst entstehen.

Vorbeugender Brandschutz ist eine Pflichtaufgabe jeder Kommune. Alle größeren Städte im Landkreis haben darauf inzwischen personell reagiert. Sowohl in Grimma und Wurzen als auch in Borna, Markranstädt und Markkleeberg gibt es kommunale Bedienstete, die auf die Einhaltung der Vorschriften achten.

„Früher habe ich die Brandverhütungsschauen für Brandis ehrenamtlich erledigt“, sagt der gebürtige Brandiser. Fachlich bringt er alle Voraussetzungen mit. Laux war nach seiner Ausbildung zum Brandmeister im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst zwölf Jahre Berufsfeuerwehrmann in Leipzig.

Keine Frage: Brandschutz ist teuer

Jetzt schaut er bei mehr als 120 Objekten in den vier beteiligen Kommunen auf die Noten. Dabei handelt es sich um Kindergärten, Schulen, Pflegeheime, große Firmen und Tankstellen sowie Gebäude mit über 1600 Quadratmeter Nutzfläche. Das Fachklinikum in Brandis steht ebenso auf der Prüfliste wie das große Holzlager eines Unternehmens in Ammelshain. Eine Verordnung des Freistaates schreibt exakt vor, in welchem Abstand die Bauherren mit dem Besuch des Prüfers rechnen dürfen. „Versammlungsstätten, die mehr als 200 Besucher fassen, müssen zum Beispiel aller drei Jahre überprüft werden“, so Laux. „Verkaufsstätten mit mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche aller fünf Jahre.“ Auch in Hotels und Pensionen schaut er nach dem Rechten. Ebenso stehen Gaststätten ab 40 Plätzen und Tiefgaragen in Wohnanlagen auf seiner To-do-Liste.

„Keine Frage: Brandschutz ist teuer“, räumt der Fachmann ein. Aber oftmals sind es Kleinigkeiten, die dem Prüfer ins Auge fallen. Manchmal ist der Feuerlöscher in einer Ecke versteckt, so dass ihn niemand findet; die Notbeleuchtung funktioniert nicht; der Rettungsweg ist mit einem Schrank verstellt. „Es macht sich auch schlecht, wenn eine Brandschutztür mit einem Tuch am Geländer festgeknotet ist – dann schließt sie im Ernstfall nicht.“ Manchmal blockiert ein Holzkeil die Spezialpforte und beraubt die Brandschutztür so ihrer Funktion. „Vieles passiert aus Gewohnheit: Notausgänge in großen Lagerhallen werden mit Fahrzeugen oder Paletten verbarrikadiert. Oder Autos parken permanent in der Feuerwehrzufahrt“, schildert Laux die Erfahrungen aus etlichen Kontrollgängen.

Verantwortlichen die Augen öffnen

Er versteht es als seine Aufgabe, den Verantwortlichen die Augen zu öffnen. „Vieles schleift sich über die Jahre ein. Ich bin da, um auf Nachlässigkeiten hinzuweisen.“ Wenn große Mängel festgestellt werden, setzt der 37-Jährige Nachkontrollen an. Zum äußersten Mittel, der Nutzungsuntersagung, musste das Bauordnungsamt auf seinen Bericht hin bisher noch nicht greifen. „Einmal waren die Zustände allerdings so kritikwürdig, dass wir kurz davor standen“, berichtet Laux. In seinem ersten Jahr führte der Brandschutzprüfer 35 Kontrollen durch. Im Jahr 2016 sollen 45 Bauten überprüft werden.

Auch um den baulichen Brandschutz kümmert sich der zweifache Familienvater. Er wird im Rahmen von Baugenehmigungsverfahren gefragt, wenn der Kreis die Einschätzung aus Feuerwehrsicht verlangt. „Dann muss ich Fragen zu Rettungswegen sowie zur Löschwasserversorgung beurteilen. Auch bezogen auf die Stadt Naunhof, aber die Zusammenarbeit mit Verwaltung und Feuerwehr klappt da ausgesprochen gut.“

Die Feuerwehruniform hängt im Büro immer griffbereit. Als Brandiser Stadtwehrleiter ist Marcel Laux stets in Bereitschaft. Er lässt den Schreibtisch Schreibtisch sein, wenn der Alarm ruft. Und bei Stromausfall schleicht er auch schon mal über die Rathausflure. „Um zu überprüfen, ob die Notbeleuchtung funktioniert“, lächelt er spitzbübisch.

Noch nicht ganz gewöhnt hat sich Laux an die längeren Entscheidungswege. Bei der Leipziger Berufsfeuerwehr war der gebürtige Brandiser zuletzt in der Rettungsleitstelle tätig. „Dort mussten binnen Sekunden Entscheidungen gefällt werden. Die jetzige Verwaltungsarbeit läuft da deutlich zäher.“

Von Simone Prenzel

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