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Wurzen Mark Schönstädter wehren sich gegen Schließung des Bahntunnels
Region Wurzen Mark Schönstädter wehren sich gegen Schließung des Bahntunnels
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05:00 14.07.2018
Die Einwohner von Mark Schönstädt wollen sich die Schließung des Personentunnels nicht gefallen lassen und sammelten binnen 48 Stunden 152 Protestunterschriften. Quelle: Kai-Uwe Brandt
Lossatal/Mark Schönstädt

Ein plötzlicher Aushang sorgt für Ärger: Darauf verkündet die Deutsche Bahn (DB) Station & Service AG die Schließung des Personentunnels in Mark Schönstädt zum 1. August aus „sicherheitsrelevanten Gründen“. Doch das wollen sich die Einwohner nicht gefallen lassen und sammelten in Rekordzeit – binnen 48 Stunden – 152 Unterschriften, die sie dem Lossataler Bürgermeister Uwe Weigelt (SPD) zur jüngsten Ratssitzung übergaben. Denn sollte die Bahn ihr Ultimatum umsetzen, trennt sie das Dorf und zwingt die Bewohner der Waldsiedlung künftig zu einem Umweg per pedes oder dem Rad von fast zweieinhalb Kilometern.

Frust auf die Bahn

Der Frust sitzt tief. Immerhin haben die Mark Schönstädter reichlich negative Erfahrungen mit der DB machen müssen. Nach einer millionenschweren Erneuerung des Bahngeländes 1995 samt behindertengerechten Zugängen, modernem Glas-Design und dem Abriss des historischen Bahnhofsgebäudes gingen sieben Jahre später am 15. Dezember 2002 für den Haltepunkt der Strecke Leipzig – Dresden die Lichter aus.

Kosten für Unterhaltung des Tunnels

Seither rasen die Züge durch und der Tunnel im Großstadtformat wird lediglich noch von den Bewohnern des Gärtnerei- und des Waldweges als Durchgang zum Dorf genutzt oder von Radtouristen, um auf die befestigten Waldwege zu gelangen. Was trotz Bausünde blieb, sind die Kosten der Gleisquerung – Wartung, Reparaturen, die Reinigung oder Beleuchtung. Daher suchte die Bahn AG schon vor über zwei Jahren, am 3. März 2016, Kontakt zur Gemeindeverwaltung und bot eine öffentliche Widmung des Tunnels an.

Langer Schriftwechsel, aber keine Einigung

Zur aktuellen Ratssitzung bestätigte Weigelt zwar gegenüber den anwesenden Bürgern des Ortsteils den früheren Schriftverkehr und die lange Pause danach. Auf die Frage, weshalb es bislang zu keiner Einigung kam, antwortete er seinen Gästen allerdings nicht. Diese wussten nicht einmal, dass die Bahn am 6. Juni 2018 die Schließung des Tunnels dem Rathaus signalisierte. Sein Schweigen begründete Weigelt mit einer Auslandsdienstreise. Zwischenzeitlich ließ er jedoch eine Kostenaufstellung erarbeiten, die auf die Gemeinde zukommen würde, falls eine Übereinkunft gefunden wird, und suchte den Kontakt zur Bahn. Am Dienstag nächster Woche soll es dann einen Termin vor Ort geben. Weigelt zufolge deutete das Unternehmen bereits an, die Sperrung eventuell zurückzunehmen.

Bürger fordern freien Zugang

Den freien Zugang ohne Wenn und Aber forderte die Mark Schönstädterin Cornelia Hanspach zur Bürgerfragestunde im Namen der Bewohner. Zugleich verlangen die Protestler von ihrer Kommune, einen „vertretbaren Kompromiss“ zu finden und „Verantwortung für die Einwohner in den Häusern hinter der Bahn zu übernehmen“. Hanspach: „Die Gemeinde sollte im Blick haben, dass in diesen Häusern derzeit junge Familien leben. Hier ist in den kommenden Jahren auch mit Kindern zu rechnen, die den Schulbus nutzen.“

Gespräch am Dienstag

Ferner erinnerte sie an die Entwicklung aus touristischer Sicht. Jener Durchgang sei sehr wertvoll, da er die einzige ausgebaute Verbindung zwischen dem Steinbruch Waldbad und dem Wermsdorfer Wald herstellt. Zum Schluss wünschte Hanspach noch eine rasche Benachrichtigung über den Ausgang des Gespräches am Dienstag durch Weigelt und übergab die Unterschriftenliste. Mit ihr hofft der Lossataler Bürgermeister ein wichtiges Pfund bei der Verhandlung in den Händen zu halten und beteuerte: „Die Gemeinde steht hinter der Forderung der Bewohner.“

Sollte das erhoffte Ergebnis scheitern und die Bahn den Tunnel schließen, kündigte Hanspach an, „den Landkreis und das Land Sachsen zu informieren, um unserem Anliegen Nachdruck zu verleihen“.

Von Kai-Uwe Brandt

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