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Masterplan für Brandiser Stadtentwicklung bis zum Jahr 2030

Stadtrat Masterplan für Brandiser Stadtentwicklung bis zum Jahr 2030

Das Stadtentwicklungskonzept für Brandis liegt auf dem Tisch. Es beschreibt die Stellschrauben, an denen die Stadt in den nächsten Jahren drehen sollte. Bildung ist dabei nur eine von vielen.

Oberschule Brandis: Das InSEK empfiehlt für die Bildungseinrichtung einen Erweiterungsbau.

Quelle: Andreas Döring

Brandis. Wo will Brandis 2030 stehen? Antworten auf diese Frage gibt das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (InSEK). Die 232 Seiten dicke Fassung vom Januar 2018 hat der Stadtrat jetzt einstimmig beschlossen.

Konzepte hat die Stadt in den vergangenen Jahren mehrere entwickelt: für Verkehr, Einzelhandel, Kinder- und Jugend, nicht zu vergessen das Leitbild. Wozu jetzt ein Stadtentwicklungskonzept? „Das InSEK bündelt und koordiniert die städtischen Entwicklungsplanungen zu umsetzungsorientierten und fachübergreifenden Strategien. Bei der Beantragung von Fördermitteln, insbesondere bei Landesprogrammen, ist eine Bedingung, dass sich die geplante Maßnahme aus einem InSEK ableiten lässt“, erklärte Bürgermeister Arno Jesse (SPD).

Fördermittel für Städtebau

Beispiel Städtebauförderung: Die Stadt Brandis war 2017 mit dem InSEK-Entwurf in der Hand als eine von vier sächsischen Kommunen in das Bund-Länder-Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ aufgenommen worden. Bis 2025 sind daraus Fördermittel von über vier Millionen Euro abrufbar, um Projekte aus dem Programm „Brandiser Mitte“ in Höhe von etwa sieben Millionen Euro zu realisieren.

Vor diesem Hintergrund hatte der Stadtrat Mitte 2016 die Aufstellung des InSEK beschlossen. Ein erster Entwurf war im November 2017 im Rat vorgestellt, danach im Technischen Ausschuss diskutiert worden. „Auch die Bürger waren sehr intensiv eingebunden“, betonte Jesse. Schon bei der Erarbeitung des Leitbildes, dem „Herzstück des InSEK“, habe es 15 Treffen, Workshops, Bürgerversammlungen gegeben. Erinnert sei auch an das Einwohnerforum zum InSEK im Juni 2017, bei der die Brandiser den Planern viele Hinweise mit auf den Weg gaben, Risiken und Chancen der Stadtentwicklung benannten. „Die Bürgerbefragung via Online-Beteiligungsportal ergab vor allem in der Wohn- und technischen Infrastruktur Handlungsbedarf“, sagte Christian Händel von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft, die die Konzeption erstellte.

Demografische Trends

Ausgangspunkt aller Überlegungen, an welchen Stellschrauben Brandis in den nächsten Jahren drehen muss, ist, so Händel, die Bevölkerungsentwicklung. Brandis ist auf Grund seiner Lage zwischen städtischem und ländlichen Raum von mehreren demografischen Trends geprägt, von den Auswirkungen einer älter werdenden Bevölkerung ebenso wie durch den Wachstumsmotor Leipzig. „Deshalb ist eine Prognose schwierig.“ Seit 2012 allerdings steige die Einwohnerzahl wieder an, der Durchschnitt der letzten beiden Jahre lag bei 137 Personen. Unterm Strich zählte Brandis 2012 9271 Einwohner, 2016 schon 9650. „Sie sind in der komfortablen Situation, mit solchem Wachstum arbeiten zu können“, meinte Händel. „Andere Kommunen haben es schwer, ihre Infrastruktur so anzupassen, dass sie noch kostendeckend ist.“ Brandis hingegen übernehme noch Funktionen für Nachbargemeinden, wie Vorhaltung von Oberschule, Gymnasium, Kita, medizinischer Versorgung.

Die vorhandene Infrastruktur und weitere Bereiche wurden in Fachkonzepten analysiert und daraus Handlungsstrategien abgeleitet. Im einzelnen im Fokus standen Städtebau, Wirtschaft/Arbeitsmarkt/Handel, Netze (Verkehr und technische Infrastruktur), Klima/Umwelt/Energie, Freizeit und Finanzen. Das Fachkonzept Daseinsvorsorge, um eines herauszugreifen, befasst sich auch mit den Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen. Ein Zuzug, knüpfte Händel bei der demografischen Entwicklung an, sei insbesondere bei den 25-40-Jährigen zu verzeichnen. Das könne in den nächsten Jahren für steigende Geburtenzahlen sorgen. Kinder werden zum Teil aber auch schon mitgebracht. „Das macht es schwierig, Kita-Kapazitäten zu planen. Die Bedarfsprognose ist deshalb ernsthaft zu beobachten.“ Auch bei der Grundschule könnte es eng werden, „bei der Oberschule besteht schon jetzt klarer Handlungsbedarf“. Immerhin präge der Bildungscampus den Ruf von Brandis als einer innovativen und familienfreundlichen Stadt.

Das Maßnahmepaket „Weiterentwicklung Schulcampus“, als eines von vielen, sieht deshalb die Sanierung und gegebenenfalls Erweiterung der Grundschule, einen Erweiterungsbau zur Oberschule, einen zentralen Campus-Speiseraum und den Umbau des bisherigen im Gymnasium zu Unterrichtsräumen vor, was den Rückbau der 20 Jahre alten Container an der Bahnhofstraße ermöglichen würde. – „Das InSEK ist aber nichts in Stein Gemeißeltes“, betonte Händel zum Schluss, „sondern fortschreibungspflichtig.“

Von Ines Alekowa

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