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Meckern gehört zum Geschäft – Milchschafhof Görne wird 25 Jahre alt

Hoffest am Wochenende Meckern gehört zum Geschäft – Milchschafhof Görne wird 25 Jahre alt

Im Milchschafhof Görne gehört Meckern zum Geschäft. Das Familienunternehmen produziert in der eigenen Käserei seit 25 Jahren Schafskäse. Am Wochenende sind Gäste beim Hoffest willkommen.

Hier darf gemeckert werden: Im Milchschafhof Görne wird seit 25 Jahre Käse hergestellt.

Quelle: Frank Schmidt

Bennewitz/Pausitz. „Bei uns darf gemeckert werden – seit 25 Jahren“, witzelt Wolfgang Görne. Freilich spricht der 56-jährige Landwirt über seine Milchschafherde in Pausitz, die ihm und seiner Familie seit einem Vierteljahrhundert das tägliche Brot sichert.

„Den Grundstein haben aber schon meine Eltern, Annelies und Dieter Görne; gelegt. Bis 1970 waren wir LPG Typ I. Jeder DDR-Landwirt weiß noch, dass damit die Tierhaltung noch in eigener Verantwortung lag. Bald darauf wurden wir Typ III, wo Land und Vieh gemeinsam bewirtschaftet wurden. Doch damit waren bei uns die Tiere vom Hof. Deshalb hat mein Vater 1975 die ersten Milchschafe gekauft und mit deren Zucht begonnen. Was sich sogar als sehr lukrativ erwies, weil die Zuchttiere im Ostblock gefragt waren und hauptsächlich nach Bulgarien und Rumänien exportiert wurden“, kramt Görne in seinen Erinnerungen. Wie das verrechnet wurde unter Bruderländern, kann der Schafzüchter nur schmunzelnd mutmaßen.

„Die haben damals bestimmt mit Tomaten oder mit was weiß ich bezahlt.“ Dann kam die Wende. „Mein Vater ging in Vorruhe, meine Mutter wurde arbeitslos – was nun machen? Wie bei vielen DDR-Bauern damals kam auch bei uns der Wunsch auf, sich mit der Landwirtschaft selbstständig zu machen. Die Bedingungen gaben die künftige Ausrichtung vor. Mit Rindern neu zu beginnen, gab unser Grundstück nicht her. Aber für Schafe, die ja schon gehalten wurden, war eher Platz. Also haben wir mit Milchschafen den Schritt in die Marktwirtschaft gewagt“, blickt Görne zurück. Die Erfahrung lehrte die Wiedereinrichter, auch damit sollte es nicht so einfach sein. „Wir wollten unsere Milch an eine bekannte Käserei hier in der Region verkaufen. Keine Chance – die Menge war zu gering. Allerdings muss man auch sagen, dass wir mit etwa zehn Schafen angefangen haben.“ Was blieb, war die Flucht nach vorne. „Im Sommer 1990 ist mein Vater aufs Veterinäramt gegangen, um die Betriebserlaubnis zur Herstellung von Käse zu beantragen. Parallel dazu wurden hier im Winter 1990/91 die baulichen Voraussetzungen für die Käserei geschaffen. Und Ende April 1991, also vor genau 25 Jahren bekamen wir offiziell die Genehmigung, Käse zu produzieren und zu vermarkten“, erzählt Görne. Fortan wurde das Futter zumeist auf eigenem Acker angebaut, den die Eltern vom LPG-Nachfolgebetrieb zurückbekommen haben.

Görne junior hat dann den elterlichen Betrieb am 1. Juli 1998 übernommen. Ob er den Schritt in die Selbstständigkeit bereut hat, diese Frage stelle sich für Wolfgang Görne nicht. „Natürlich nicht“, sagt er spontan. Wohl wissend, dass der Arbeitstag lang ist, viel Bürokratie dazugehört und auch das Wort Urlaub neu definiert werden muss. „Ach was, ich habe jeden Tag Urlaub auf dem Bauernhof“, scherzt Görne schon wieder und legt noch eine Schippe Humor nach. „Und zum Jubiläumshoffest am kommenden Sonnabend von neun bis 17 Uhr gibt es auch Speiseeis aus reiner Schafmilch. Das Vanilleeis wird aus Milch weißer Schafe hergestellt“, scherzt der Schafzüchter, „das Schokoladeneis aus Milch schwarzer Schafe.“ Von wegen Sündenbock.

Von Frank Schmidt

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