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Wurzen Mehr Windräder? Verband verspricht moderaten Ausbau
Region Wurzen Mehr Windräder? Verband verspricht moderaten Ausbau
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00:38 27.09.2015
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Dorthin hatten Thomas Pöge (parteilos) und Uwe Weigelt (SPD) eingeladen, um aus erster Hand über den Rohentwurf des Regionalplanes Leipzig-Westsachsen zu informieren. Und das Interesse war groß. Gut 60 Besucher nutzten die Chance, darunter zahlreiche Gemeinderäte beider Kommunen sowie Ortschaftsräte aus Nemt.

Den größten Part der Veranstaltung übernahm Gast und Referent Berkner, Leiter der Planungsstelle des regionalen Planungsverbandes Leipzig-Westsachsen, der im November 1992 gegründet wurde. Zunächst erläuterte der Professor für Geowissenschaften den interessierten Zuhörern im Schnelldurchlauf die Aufgaben des Verbandes und den Stand der Arbeiten am derzeitigen Planentwurf, der voraussichtlich Ende 2017/Anfang 2018 beschlossen werden soll. Im Moment läge die Erstfassung vor, zu der die Kommunen bis 2. Oktober ihre Stellungsnahme abgeben müssen. Jenes Papier, so Berkner, berücksichtige die Vorgaben des Bundes und des Freistaates Sachsen, so zum Beispiel die des Klimaschutzes. Gerade dieses Thema und dabei insbesondere die Windkraftnutzung bewegt nicht erst seit heute die Gemüter im Wurzener Land. So ging schon vor zwei Jahren die Sorge um, dass Windkraftanlagen in Thallwitz, Lossatal oder Burkartshain/Nemt entstehen könnten. Verursacht wurden die Ängste durch Projektentwickler, die bereits damals unterwegs waren, um Vorverträge mit Grundstückseigentümern abzuschließen. Derzeit weist das Kartenwerk im heutigen Rohentwurf 339 so genannte Potenzialflächen mit einer Fläche von 5800 Hektar aus. Berkner betonte aber, dass hiervon lediglich fünf Prozent ausgewiesen werde müssten, um die Zielvorgaben einzuhalten. Darüber hinaus fehlten bislang noch die strategischen Umweltprüfungen. "Ich kann Ihnen also heute nicht sagen, welche Vorranggebiete wir in einem Jahr ausweisen." Sein Resümee nach vierzig Minuten Redezeit: Es werde einen moderaten Ausbau geben, eine geordnete Gesamtentwicklung, einen fairen Interessensausgleich und keinerlei Abwägungsprivilegien. Die Neuausweisung von Windkraft-Vorranggebieten erfolge maßvoll. Und: "Die Akzeptanz vor Ort ist uns wichtig."

Im Anschluss führten die Gäste das Wort, wobei in der Hauptsache die Nachfragen dominierten. Unter anderem wollte der Lüptitzer Ortschaftsratsvorsitzende Hennig Grigat wissen, in welchem Maßstab die Flächen ausgewiesen werden, der Lossataler Gemeinderat Lutz Otto wie die Abstandsflächen zu Windkraftanlagen geregelt seien. Jens Haubner vom Bund Umwelt und Naturschutz verwies auf den Artenschutz, und Windkraftgegner Matthias Constantin aus Grethen gab ein Statement zur Initiative "10 H-Regelung" ab, die einen Mindestabstand von Windkraftanlagen vom Zehnfachen ihrer Höhe zu Wohngebieten beinhaltet.

Pöge wie Weigelt versprachen am Ende der Bürgerversammlung, jederzeit die Öffentlichkeit in den Prozess der Regionalplanung einzubinden. In Thallwitz wird übrigens der Gemeinderat demnächst die aktuelle Stellungnahme an den Regionalverband verabschieden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.09.2015

Kai-Uwe Brandt

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