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Wurzen Ministerin Köpping zeigt sich begeistert über Wurzener Integrationsprojekt
Region Wurzen Ministerin Köpping zeigt sich begeistert über Wurzener Integrationsprojekt
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00:19 09.08.2017
Im Garten von Familie Alshabaki: Ministerin Petra Köpping (6.v.l.) sprach während ihres Besuches auch mit den Asylbewerbern über ihre Erfahrungen in der Kleingartenanlage Sonnenblick. Quelle: Kai-Uwe Brandt
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Wurzen

Mit einem Besuch am Freitagnachmittag in Wurzen hat sich Petra Köpping erstmals über das aktuelle Vorhaben des Regionalverbandes der Kleingärtner Muldental informiert. In der Sparte Sonnenblick, Georg-Schumann-Straße, stellte Verbandspräsident und Vereinschef Frank Lichtenberger der sächsischen Ministerin für Gleichstellung und Integration das neueste Projekt der Dachorganisation vor – die Vergabe verwaister Parzellen an Asylbewerber. Empfangen wurde die SPD-Politikerin außerdem von den Mitgliedern des Sonnenblick-Vorstandes, vom Vereinsvorsitzenden der Anlage Wurzen Ost, Lothar Kohlschmidt, sowie Bettina Belkner, Vorstand des DRK-Kreisverbandes Muldental.

Wie berichtet, erhielt die irakische Familie Alshabaki mit ihren drei Kindern im Mai einen 300 Quadratmeter großen Kleingarten, der seit zwei Jahren leer stand. Binnen weniger Tage, so Lichtenberger, verwandelten sie das Grundstück in eine grüne Oase – auch dank der Hilfe von Nachbarn. Mittlerweile konnte der Verein Sonnenblick eine weitere Familie gewinnen, zwei wurden in der Sparte Ost mit offenen Armen empfangen. Jedoch, so Lichtenberger, sei dies nur der erste Schritt. „Wir stehen ganz am Anfang der Integration, aber zugleich schon vor Grenzen.“ Denn trotz des guten Willens fehle es an Möglichkeiten, die Arbeit fortzusetzen. „Was wir hier tun, erledigen wir im Ehrenamt, und das beschränkt uns natürlich zeitlich und darüber hinaus finanziell.“ Daher bat er Köpping direkt um Unterstützung.

Zunächst dankte Köpping für die Einladung vor Ort, „die ich sehr gern angenommen habe“. Verwundert zeigte sie sich kurz darauf, weshalb von dem Geld, welches die Stadt Wurzen Ende März für Integrationsarbeit erhielt, nichts ins Kleingartenprojekt fließe. Schließlich seien die 400 000 Euro aus den Landesprogrammen „Integrative Maßnahmen“ und „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ keine geringe Summe. „Ich muss den Betrag schließlich vorm Steuerzahler rechtfertigen“, sagte Köpping und versprach, nochmals mit der Stadtverwaltung zu reden. Wie Lichtenberger beklagte ebenso DRK-Vorstand Belkner den mangelnden Schulterschluss durch die Kommunalbehörde. Jüngstes Beispiel sei eine Initiative des Allclean-Geschäftsführers Horst Reschka gewesen, ließ Belkner wissen. Er wollte aus dem ehemaligen Kindergarten in Kühren eine Lehrlingsstätte unter anderem für die Ausbildung von Asylbewerbern schaffen. „Das wurde durch Oberbürgermeister Jörg Röglin abgelehnt.“ Ein „richtiges Miteinander“, schloss Belkner, gebe es nicht. Köpping sicherte ihren Einfluss zu.

Im Anschluss besuchte die Ministerin die beiden Asylbewerberfamilien im Sonnenblick, sprach mit ihnen und ihren Nachbarn über die beiderseitigen Erfahrungen und ermunterte Lichtenberger weiterzumachen.

Von Kai-Uwe Brandt

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