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Wurzen Mit Carbon gegen Asphaltrisse
Region Wurzen Mit Carbon gegen Asphaltrisse
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05:00 21.04.2010
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. Es handelt sich um rund 100 Meter von der Breitscheidstraße bis einschließlich zum Kreuzungsbereich Jacobsplatz/Friedrich-Engels-Straße. Einige Abgeordnete glaubten, dass das Geld - insgesamt sollen rund 60000 Euro verbaut werden - an anderer Stelle im Straßennetz sinnvollere Anwendung finden könnte. Auch in der Verwaltung selbst meldeten sich kritische Bürger die ebenfalls die Maßnahmen anzweifelten. Die LVZ nahm dies zum Anlass und inspizierte mit Michael Zerbs vom Planungsamt – selbst Diplom-Bauingenieur – die Trasse und ihre Schäden.

Michael Zerbs hat die Schadstellen im Nu ausfindig gemacht. Nicht nur die teilweise völlig zerstörten Gerinnestreifen unmittelbar an den Bordsteinkanten hat er im Blick. Ein feines Netz von Rissen zieht sich über das Asphaltband. „Das sind die ersten Vorboten künftiger Schlaglöcher, sagt Zerbs. Hinzu kämen die mittlerweile undichten, schadhaften Nähte, die Versorgungsträger beim Verlegen ihrer Leitungen im Untergrund nun auf der Straßenoberfläche hinterlassen hätten. Schließlich würden die stark beschädigten so genannten Kalotten nahe der Bürgersteige ein großes Unfallrisiko vor allem für Fußgänger bergen. „Nein, nein, wenn wir jetzt die Chance haben, hier vorzubeugen, sollten wir das tun", ist Zerbs überzeugt und schiebt nach, das man keine weitere Bahnhofstraße oder Torgauer Straße habe wolle.

Die Straße des Friedens sei eine Haupttrasse im kommunalen Straßennetz, die von Bus- und Lastverkehr stark beansprucht werde. Besonders viele Anfahr- und Bremsvorgänge strapazierten die Asphaltdecke zusätzlich erheblich. Insofern sei aus wirtschaftlicher Sicht der gewählte Zeitpunkt der Erneuerung sinnvoll, argumentiert Zerbs. Auch deshalb, weil ein bloße Reparatur beispielsweise der Kalotten durch den Bauhof nicht die gleiche Effizienz ergebe wie eine massivere Erneuerung. Es könnte bessere Technik eingesetzt werden und der Eigenbetrieb Abwasser werde den Eingriff dazu nutzen, um eine etwa 15 Meter langen Kanalabschnitt neu zu verlegen. Unmittelbar vor dem Sanitätshaus Jeromin könnten im Zuge der Maßnahme drei Parkplätze geschaffen werden. Und schließlich: In den nächsten Jahre wäre kaum mit Unterhaltungsaufwand zu rechnen, so Zerbs.

Um die aufgetretenen Schadensbilder zu vermeiden, sehen die Planungen der Stadt unter anderem eine Asphaltarmierung unter der neuen Fahrbahndecke zu verbauen. „Diese besteht aus Glas- oder Carbonfasern und soll die Reflexion von Rissen aus dem Untergrund in die neue Deckschicht verhindern. Der Armierung gelingt es, die in Folge von Verkehrsbelastungen- und Frost-Tauwechseln auftretenden Zugspannungen aufnimmt", erläutert Michael Zerbs das Prinzip.

Die Förderung der Baumaßnahme ist bei der Landesdirektion Leipzig beantragt. Die Stadt wartet noch auf die Zusage („Wir sind optimistisch", so Zerbs) und müsste dann lediglich 15000 Euro aus Eigenmitteln bereitstellen.

Drago Bock

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