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Wurzen Mitarbeiter des Bauhofes Wurzen reinigen Mühlbach von Schlammablagerungen
Region Wurzen Mitarbeiter des Bauhofes Wurzen reinigen Mühlbach von Schlammablagerungen
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17:26 14.10.2016
Pure Handarbeit: In Wathose und mit Hacke legen die Mitarbeiter des Wurzener Bauhofs das Bett des Mühlbachs frei – auf einer Länge von 300 Metern. Quelle: Foto: Kai-Uwe Brandt
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Wurzen/Burkartshain

Mit Hacke und Wathose stehen die Männer des Bauhofes im Mühlbach und ackern hier schon seit Dienstag. „Es wird wohl noch mindestens drei Wochen dauern, wenn nicht länger, um den Bach vom Schlamm zu befreien“, erzählt Bauhofleiter Steffen Horn. Allein 300 Meter innerorts von Burkartshain müssen seine Mitarbeiter bewältigen – „alles in purer Handarbeit“.

Bereits im Vorfeld ging es per Maschine dem hohen Pflanzenbewuchs ans Wurzelwerk. Gerade die dichten Gräser und das Schilf am Ufer hatten vor knapp zweieinhalb Monaten für Sorgenfalten bei Anwohnern entlang der Heinrich-Heine-Straße bis „Zum Tannenhof“ gesorgt. „Der Mühlbach braucht Platz“, sagte damals Dieter Schmidt. Insbesondere, weil das Hochwasser am 12. August 2002 über die Böschung schoss, Keller und Häuser flutete. Dem widerspricht jedoch Horn, da das Grün der Selbstreinigung des Mühlbachs diene und eben nicht zu einem Anstauen des Wassers führe. Darüber hinaus sorgte die Stadt schon 2009 mittels Wassersteinen an den Rändern dafür, dass sich die Fließgeschwindigkeit erhöht. Insofern sei die Kritik unberechtigt, merkt Horn an, zumal der Bauhof jedes Mal im Oktober zur Sense greift.

Der Grund für die Ablagerungen, bestätigt Kathrin Höhme, Sachbearbeiterin für Grünflächen und Gewässer zweiter Ordnung im Stadthaus, liege vielmehr an der Topografie. Der Doktorteich und die angrenzenden Felder reichern nämlich das Wasser mit Sedimenten an. Der Transport zieht sich bis zum Mühlteich und wenn dieser abgelassen werde, sorge der Schlamm in Nemt für Ärger. Das Thema steht übrigens seit Jahr und Tag auf der Agenda des Ortschaftsrates, zur nächsten Sitzung am Donnerstag wieder einmal.

Zugleich macht Höhme aber auf ein weiteres Problem in Burkartshain aufmerksam – die Einläufe einiger Grundstücke entlang des Mühlbachs. Sie würden im Zuge der Arbeiten jetzt geschlossen. Ganz abgesehen davon, verdeutlicht die Fachfrau, verantworte die Stadt Wurzen lediglich das Wasser. „Der Böschungsbereich ist hingegen Privatgelände, und somit sind eben auch die Besitzer in der Pflicht.“

Bei alledem befreit der Bauhof momentan das Ufer vom Modder, legt die Steine frei und reinigt sie zum Schluss. Dauerhafte Abhilfe würde aus Sicht von Horn und Höhme ein Regenrückhaltebecken schaffen. Pläne für eine solche Variante seien indes Zukunftsmusik, da das Projekt auf dem avisierten Gelände bei Einzelnen nicht auf Gegenliebe stößt und natürlich viel Geld kostet. Dieter Schmidt jedenfalls, der die Reinigung des Mühlbachs gut vom Fenster seiner Wohnung beobachten kann und ein Hochwasser wie 2002 nicht mehr erleben will, zeigte sich angesichts der jetzt freien Sicht erfreut und dankte den beiden Stadthausangestellten.

Von Kai-Uwe Brandt

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