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Wurzen Mitglieder des Geschichts- und Altstadtvereins wollen Gefallenendenkmal wieder komplettieren
Region Wurzen Mitglieder des Geschichts- und Altstadtvereins wollen Gefallenendenkmal wieder komplettieren
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05:00 20.04.2012
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auf den Feldern der Schlacht an der Somme Erde zu entnehmen. Die Erde soll in eine neue Schatulle, die jene Kassette ersetzt, welche im Vorjahr vom Gefallenendenkmal auf dem Alten Friedhof entwendet wurde und bis heute nicht wieder auftauchte.

Im Gespräch mit der LVZ berichten Schmidt und Ebert über die Hintergründe ihrer viertägigen Mission. Schließlich reisen sie und Vorstandsmitglied Petter nicht zum reinen Vergnügen dorthin, wo vom 1. Juli bis 18. November 1916 die verlustreichste Schlacht des Ersten Weltkrieges mit über einer Million Toten und Vermissten tobte. Darunter zahlreiche junge Männer der Stadt, die im 14. Sächsischen Infanterie-Regiment 179 dienten, das in Wurzen stationiert war. Den zwischen dem 3. August und 30. Oktober 1916 gefallenen und verschollenen Regimentsangehörigen ist das Denkmal auf dem Alten Friedhof gewidmet.

„Da sich unser Verein insbesondere des Erhalts und der Pflege aller Wurzener Denkmale verpflichtet fühlt, wollen wir dafür Sorge tragen, dass wieder eine Schatulle das Gefallenendenkmal schmückt", sagt Schmidt. Bereits in Auftrag geben sei daher eine Kassette, die von der Metalldrückerei Müller hergestellt wird. Sobald sie fertig ist, ergänzt Ebert, werde sie mit der Erde gefüllt, die das Vorstandstrio mitbringt, und in einem würdigen Rahmen an alter Stelle wieder angebracht – „voraussichtlich bis zu den Sommerferien". Doch bevor es nach Saint Pol sur ternoise, Mametz, Fricourt und Péronne geht, wollen sich die drei Wurzener in Warstein noch mit den Mitgliedern des Städtepartnervereins treffen, die ihre Hilfe bei der Aktion zugesagt haben.

Von Warstein aus, so Schmidt, führt die erste Etappe ins Rathaus von Saint Pol. Eine Gedenkminute am Ehrenmal Saint Pol gemeinsam mit Bürgermeister Maurice Louf, dem Präsidenten des europäischen Partnerschaftsvereins Didier Hochart sowie des Vorsitzenden der französischen Kriegsveteranen steht auf dem Programm und später ein gemeinsames Abendessen. Tag zwei widmet die Delegation dem Besuch intakter deutscher und englischer Schützengräben, eines deutschen Soldatenfriedhofs und der Gedenkstätte Péronne. „Auf einem Bauernhof in Mametz entnehmen wir dann die Erde", blickt Ebert voraus.Für den Stadtchronisten ist die Stippvisite allerdings mehr. Er wünscht sich für Wurzen eine Erinnerungskultur, die deutlich macht, dass so etwas nie wieder passieren darf. Und genau hierfür stehe das Gefallenendenkmal und die Vereinsaktion in knapp vier Wochen.

Ebert spielt damit auf die derzeitige Diskussion um eine Veränderung des Denkmals an. Aus Sicht des Wurzener Geschichts- und Altstadtvereins verbiete sich jedwede Veränderung und Uminterpretation. „Es war nie ein Heldendenkmal, sondern von jeher ein Ehrenmal zum Gedenken an die Toten. Und für viele wurde es mit der Zeit zum Mahnmal." Schmidt springt seinem Vereinskollegen bei und sagt: „Wir verweigern uns nicht, wenn ein neues Denkmal auf dem Alten Friedhof entsteht, Platz ist ja hinreichend da. Aber ein Umbau des jetzigen Gefallenendenkmals wird es mit uns nicht geben."

Kai-Uwe Brandt

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