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Wurzen Moderner Neubau im Crostigall 7
Region Wurzen Moderner Neubau im Crostigall 7
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00:36 30.04.2018
Die Zeitkapsel für das neue Haus: Gemeinschaftspastor Hans-Jürgen Schmahl (l.) und Verwaltungsinspektor Michael Härtel bestücken den Edelstahlbehälter unter anderem mit einer aktuellen Muldental-Ausgabe der Leipziger Volkszeitung. Quelle: Foto: Thomas Kube
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Wurzen

Selbst das Wetter zeigte sich dem Bauherrn gnädig – etwas Wind, kein Regenschauer wie Minuten zuvor und viel Sonne. Mit der Grundsteinlegung des neuen Gemeinschaftshauses Donnerstag Nachmittag im Crostigall 7 schlägt die Landeskirchliche Gemeinschaft (LKG) Wurzen ein weiteres Kapitel ihrer über 100-jährigen Geschichte auf. Denn eben hier wächst während der nächsten Monate und in Nachbarschaft des um 1980 abgerissenen Gasthofes „Zur Goldenen Rose“ eine barrierefreie Heimstatt empor.

Die künftige Immobilie, so Gemeinschaftspastor Hans-Jürgen Schmahl, soll das bisherige Domizil in der Friedrich-Engels-Straße 7 ersetzen. Jenes Anwesen im Hinterhof – einst Atelier des Fotografen Max Radig – wurde am 25. Februar 1966 auf Schmahls Vater Harald überschrieben. „Trotz mehrerer Renovierungen konnten aber nicht alle Probleme beseitigt werden. Es blieben die steile Holztreppe zum Versammlungsraum im Obergeschoss, die sehr dünnen Außenmauern sowie das Flachdach.“ Um Abhilfe zu schaffen, beschloss der Vorstand des LKG-Landesverbandes Sachsen im Sommer 2015 den Kauf des Grundstückes Crostigall 7.

Mit dem Versenken der Zeitkapsel hat die Landeskirchliche Gemeinschaft Wurzen den Grundstein für ihr neues, barrierefreies Versammlungshaus im Crostigall 7 gelegt. Voraussichtlich Ende des Jahres soll der Bau dann fertig sein.

Doch was ist eigentlich die LKG? „Eine organisatorische Gruppe innerhalb der evangelischen Kirche mit finanziell und rechtlich selbstständigem Status“, erklärt Schmahl. Der 60-Jährige steht der Ortsgemeinschaft Wurzen mit circa 40 Mitgliedern seit 2002 als hauptamtlicher Pastor vor – so wie schon sein Vater.

Das Wirken für die Gemeinschaft liegt sozusagen im Blut der Familie Schmahl und begann mit Urgroßvater Wilhelm, einem stadtbekannten Trinker. „In Wurzen bestand Anfang des 20. Jahrhunderts ein Kreis der Trinkerrettungsarbeit, des sogenannten Blauen Kreuzes. Dieser Kreis traf sich in einer Stube des kleinen Hauses auf Marxen’s Hof.“ Dort kümmerten sich gläubige Menschen um die Alkoholkranken, luden zu Gesprächen bei Kaffee und insbesondere zu Bibelstunden ein.

Hieraus entsprang zwischen 1909 und 1911 der Schmahl’sche Hausbibelkreis. Die offizielle Gemeinschaftsarbeit erfolgte dann 1911 nach der Vereinseintragung in der großen Wohnung des Fleischermeisters Arthur Lamprecht, Jacobsgasse 9 – jetzt Fleischerei Schubert. Bis 1960 wechselten die Versammlungsorte über die „Herberge zur Heimat“, Clara-Zetkin-Platz 11, Rietzschkenstraße 4 (jetzt Karl-Marx-Straße), die Kantstraße (Landwirtschaftliche Kreisschule) bis hin zum Gasthof „Zur Goldenen Rose“. Doch auch der musste 1921 verlassen werden. Sogar in der Heilig-Geist-Kapelle auf dem Alten Friedhof hielt die LKG ihre Gemeinschaftsstunden ab. „Wir waren die letzten Nutzer des Gotteshauses.“

Eigentümer des Neubaus im Crostigall wird der Sächsische Gemeinschaftsverband mit Sitz in Chemnitz. Daher sprach Verwaltungsinspektor Michael Härtel zum Festakt das Grußwort vor den etwa vierzig Gästen, darunter Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) und der evangelische Pfarrer Alexander Wieckowski. Härtel dankte dem Architekten Wolfgang Gerlach aus Zwönitz (Erzgebirgskreis), den Genehmigungsbehörden im Landkreis und der Stadt Wurzen sowie der Firma Kafril und wünschte zuletzt: „Gott schütze dieses Vorhaben und sie alle“.

Im Anschluss versenkten er und Pastor Schmahl eine Zeitkapsel, die sie mit der aktuellen Muldental-Ausgabe der Leipziger Volkszeitung, den Mitteilungsblättern der LKG Wurzen und des Verbandes, dem Baubeschluss des Vorstandes vom 4. Juli 2015, einem Satz Münzen und dem Bibelvers des Tages bestückten.

Wann die Einweihung stattfindet, ließ Schmahl noch offen. „Vielleicht schon Ende des Jahres.“ So viel aber ist sicher: Zierde des Hauses ist dann ein Kreuz.

Von Kai-Uwe Brandt

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