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Müllfrevel in Machern

Müllfrevel in Machern


Machern. Massive Probleme mit illegalen Müllablagerungen bereiten der Gemeinde Machern Kopfzerbrechen.

. „So schlimm war es noch nie", beklagt Bürgermeister Frank Lange (CDU). Was Kommune und Gemeinderäte besonders verärgert: Erst nachdem man gegenüber dem Landkreis Druck machte, wurden die wilden Haufen teilweise beseitigt.

„Vor allem außerhalb geschlossener Ortschaften werfen die Leute alles in die Landschaft, was ihnen in den Sinn kommt", beklagt Macherns Rathauschef. Als Schwerpunkte gelten die Zweenfurther Straße in Gerichshain, der Nepperwitzer Weg in Machern und die Betonstraße Richtung Tresenwald. „Ganze Wohnzimmereinrichtungen werden hier im Schutz der Dunkelheit abgeladen." Sofas, ausrangierte Fernseher, Teppiche, Kaffeemaschinen und Baumüll verschandeln die Wegränder. Gerade für den wieder einsetzenden Rad- und Wandertourismus werfe es kein gutes Licht auf den Landkreis, meint Lange, wenn der Weg zu den Naherholungszielen von Müllbergen gesäumt ist. Vom Tempo, das der für die Beräumung zuständige Landkreis an den Tag legte, zeigte man sich in Machern wenig angetan. „Teilweise lag das Zeug seit September vorigen Jahres in der Landschaft, ohne dass der Kreis tätig geworden ist." Dabei habe man die Missstände beim Umweltamt rechzeitig angezeigt. Offenbar bedurfte es erst einer Anfrage, die Frank Lange als CDU-Kreisrat an Landrat Gerhard Gey richtete. „Danach kam endlich Bewegung in die Sache und erste Haufen wurden abtransportiert."

Laut Gey könne es bis zu vier Wochen dauern, bis illegale Ablagerungen verschwinden. Eine Frist, die in Machern deutlich überschritten wurde. „Länger zieht sich das Prozedere hin, wenn der Verursacher bekannt ist", erläuterte Gey in seiner Antwort. Dann ergehe in der Regel eine Beräumungsanordnung und der Rechtsweg sei einzuhalten. Im vergangenen Jahr habe das Umweltamt 465 Verwaltungsverfahren zu illegalen Müllablagerungen auf dem Tisch gehabt. 2009 seien es 452 gewesen.

Auch im jüngsten Gemeinderat sorgte das Thema erneut für Diskussionen. Die Gemeinderäte störten sich am Wunsch der Kreisverwaltung, dass sich die Kommunen selbst kleinerer Müllhalden annehmen könnten. „Die Beseitigung illegaler Ablagerungen ist eindeutig Sache des Landkreises", stellte Florian Woitek (CDU-Fraktion) klar. Der Kreis könne nicht stillschweigend davon ausgehen, dass Gemeinden selbst die Saubermänner spielen, wenn der Leidensdruck zu hoch wird. „Es kann auch nciht sein, dass der Grünschnitt einfach liegen bleibt", meinte Michael Bachmann (SPD). „Das animiert doch die Leute, immer noch was dazu zu schmeißen."

Simone Prenzel

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