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Wurzen Muldekönigin Claudia Köhler beim Saisonstart des Parkes in Canitz
Region Wurzen Muldekönigin Claudia Köhler beim Saisonstart des Parkes in Canitz
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21:02 24.04.2016
Muldekönigin Claudia Köhler auf Stippvisite am Lehmbackofen: Roswitha Tust zauberte aus vorgebackenen Dreikorn- und Kräuterbroten des Nemter Landgutes lecker-knusprige Gaumenfreuden. Quelle: Roger Dietze
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Thallwitz/Canitz

Es ist zweifelsohne eines der am besten kontrollierten Lebensmittel, weshalb dem Trinkwasser in Zeiten regelmäßiger Hiobsbotschaften vom Lebensmittelmarkt von den Verbrauchern ein großes Vertrauen entgegengebracht wird. Doch nichts ist gut genug, um es nicht noch besser machen zu können. Mit diesem Ansatz ging vor 25 Jahren der „Verein zur Förderung des Wassereinzugsgebietes mit dem Wassergut Canitz als ein Pilot- und Ausbildungsvorhaben für naturnahes Wirtschaften im mittleren Muldegebiet“ an den Start, der heute den etwas griffigeren Namen „Förderverein Landschaftspflegeverband ‚Mittleres Muldegebiet’“ trägt.

Und es gelang dem Verein tatsächlich, im Verlauf der vergangenen zweieinhalb Jahrzehnte das in Canitz und Thallwitz geförderte Trinkwasser „besser“, sprich sauberer zu machen, weshalb mit dem großen am vergangenen Sonnabend veranstalteten Jubiläums-Familienfest zugleich auch eine Erfolgsgeschichte gefeiert wurde. „Unser bei der Vereinsgründung formuliertes Ziel, den in der Trinkwasserverordnung festgelegten Grenzwert für Nitrat von 50 Milligramm pro Liter zu halbieren, ist uns gelungen“, erklärt der Vereinsvorsitzende Gerd Winkler. Möglich gemacht habe diese Erfolgsgeschichte eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Verein, der Wassergut Canitz GmbH sowie der Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH. „Auf über 740 Hektar bewirtschaftet das Wassergut Flächen unter Verzicht auf die Zugabe chemisch-synthetischer Stoffe, um auf diese Weise den Eintrag von Nitrat und Pflanzenschutzmitteln in den Boden und damit in das Grundwasser zu vermeiden“, erläutert Winkler.

Eine Vorstellung davon, wie ökologische Landwirtschaft vonstatten geht, konnten sich die Besucherinnen und Besucher beim Familientag verschaffen, an dem die Wassergut-Fachleute Einblicke in die Technik sowie die Stallungen gewährten. Über der Wissensvermittlung kamen am Sonnabend selbstredend auch die Unterhaltung sowie die Sorge um das leibliche Wohl zu kurz. Für den ersten Teil verantwortlich zeichneten die Naunhofer Jagdhornbläser, die Hohburger Musikanten, eine Mal- und Bastelstraße, eine Hüpfburg sowie Kutschfahrten, Teil zwei lag unter anderem in den Händen von Roswitha Tust.

Die Leulitzerin ist so etwas wie die Chef-Bäckerin des Canitzer Parks, in welchem sie regelmäßig vorgebackenem Brot des Nemter Landgutes im Lehmbackofen den letzten Schliff gibt. So auch beim diesjährigen Familienfest, in dessen Verlauf sie die stolze Zahl von 120 Dreikorn- und Kräuterbroten dem Lehmbackofen übergab und als lecker-knusprige Gaumenfreude wieder entnahm. „Wir haben erfahrungsgemäß keine Probleme, eine solch große Zahl Brote loszubekommen, vielmehr gehen sie weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln“, so das Mitglied des Fördervereins Landschaftspflegeverband Mittleres Muldegebiet, dessen Vorsitzender Gerd Winkler die Sicherung des in den vergangenen 25 Jahren Erreichten „auf einem hohen Niveau“ als Ziel für das zweite Vierteljahrhundert ausgibt.

„Das Thema Umweltschutz wird uns auch in Zukunft begleiten, und unser Verein wirkt diesbezüglich auch ganz praktisch im Kleinen, indem wir Kleingärtnern und Grundstücksbesitzern Beispiele an die Hand geben, wie sie ihre Gärten ohne den Einsatz von Chemie bewirtschaften können.“ Als Multiplikator für diesen seinen ökologischen Ansatz kann sich der Förderverein der amtierenden Muldekönigin Claudia Köhler gewiss sein, die aus Canitz stammt und für die der vorgestrige Familientag ihr zweiter „amtlicher“ Auftritt im Canitzer Park war. „Dieses Ehrenamt mit Leben auszufüllen, ist noch schöner, als ich es mir vorgestellt habe, weil man sehr viele interessante Leute kennenlernt“, so die 25-Jährige.

Von Roger Dietze

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