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Museum Wurzen präsentiert Ringelnatz’ Scherenschnittkünstler in der Stadtgalerie

Neue Ausstellung Museum Wurzen präsentiert Ringelnatz’ Scherenschnittkünstler in der Stadtgalerie

Lange Nase und ein zackiges Profil – den bekannten Scherenschnitt von Joachim Ringelnatz schuf der Künstler Ernst Moritz Engert. Ihm widmet jetzt das Kulturhistorische Museum Wurzen eine Ausstellung in der Stadtgalerie des Alten Rathauses. Start der Schau ist am 6. August.

Allseits bekannt: Den Scherenschnitt des in Wurzen geborenen Schriftstellers, Kabarettisten und Malers Joachim Ringelnatz schmückt Fassaden in Wurzen.

Quelle: Christian Fest

Wurzen. Das wäre vielleicht sogar eine Frage für Günther Jauchs Quizshow „Wer wird Millionär“: Welcher Künstler schuf die allseits bekannte Silhouette des am 7. August 1883 in Wurzen geborenen Schriftstellers, Kabarettisten und Malers Joachim Ringelnatz? Die Antwort darauf kommt bei Museumsleiterin Sabine Jung wie aus der Pistole geschossen. Und das aus gutem Grund. Immerhin bereitet sie gerade die nächste Ausstellung in der Stadtgalerie vor. Eben mit den Werken jenes Künstlers, dessen Scherenschnitt von Ringelnatz inzwischen sogar Wurzener Hausfassaden im XXL-Format zieren – Ernst Moritz Engert (1892 – 1986).

Für Jung gibt es gleich zwei willkommene Anlässe, mit der aktuellen Exposition ins Alte Rathaus zu locken. Zum einen der 125. Geburtstag von Ernst Moritz Engert und zum anderen der Ringelnatz-Sommer 2017 in der Muldestadt. „Kern der Ausstellung sind frühe Arbeiten des Grafikers und Malers, insbesondere seiner Schwabinger Zeit, die ihn mit Ringelnatz und seinem Freundeskreis in der Schwabinger Bohème-Szene verbindet“, berichtet die promovierte Kunsthistorikerin. Hans Gustav Bötticher, so Ringelnatz’ bürgerlicher Name, und Engert kamen fast gemeinsam 1908/1909 in den Münchener Stadtteil.

„Engerts Œu­v­re umfasst vor allem Scherenschnitte, daneben Holzschnitte, Lithographien, Radierungen sowie Stift- und Pinselzeichnungen.“ Weit über zweitausend Porträts entstanden, darunter das von Ringelnatz im Jahr 1924 sowie zahlreiche Silhouetten seiner Freundinnen. Zum Beispiel von Malerin Loulou Albert-Lasard, von Kabarettistin Emmy Ennings, der Wirtin des Kabarett-Lokals „Simplicissimus“, Kati Kobus, oder der Puppenmacherin Lotte Pritzel. „Basis unserer neuen Ausstellung sind Werke aus der Engert-Stiftung mit Sitz in Limburg an der Lahn“, informiert Jung. Ferner bereichern private Leihgaben die Schau, wie zum Beispiel aus dem Engert-Museum Hadamar und aus der Kunstsammlung der Stadt Limburg.

Ernst Moritz Engert, der als einer der Meister der Scherenschnittkunst des 20. Jahrhunderts gilt, wurde 1892 in Yokohama als zweites von fünf Kindern des deutschen Bankiers Moritz Engert sowie der Lehrerin und Journalistin Hedwig Schipplock geboren. Um 1902 kehrte die Familie aus Japan zurück nach Deutschland. Fünf Jahre später beginnt Engert, mit Schere und schwarzem Papier zu arbeiten. Nach sporadischem Kunststudium in München von 1907 bis 1909 lebte er abwechselnd in München, Berlin, Bonn und Darmstadt. Über die Zeit hinweg machte sich Engert durch expressive Silhouetten und Grafiken einen Namen. Er wird Mitglied des Rheinischen Expressionistenkreises um August Macke in Bonn und in der Darmstädter Sezession, einer Vereinigung bildender Künstler, für die er das noch gegenwärtig verwendete Signet „Bogenschütze“ schneidet.

Die Vernissage der neuen Ausstellung ist am 6. August. Darüber hinaus, so Jung, organisierte das Kulturhistorische Museum noch die Schattenspiel-Vorführung „Ramayana-Epos“ der Leipziger Figurenspielerin Franziska Merkel am 26. August ab 19 Uhr in der Stadtgalerie und bietet Führungen auf Anfrage an.

Im Übrigen nahm Ringelnatz das Porträtieren seines Gesichtes stets mit dem ihm eigenen Humor: „Meine lange Nase und mein zackiges Profil reizen zur Karikatur.“

Ausstellung „Der Silhouettist Ernst Moritz Engert (1892 – 1986) und Ringelnatz in Schwabing, Berlin und Bonn im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts“ vom 6. August bis 17. September im Alten Rathaus, Stadtgalerie. Öffnungszeiten Do bis Sa 14 bis 18 Uhr

Von Kai-Uwe Brandt

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