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Wurzen Museum Wurzen zeigt ab Sonntag Werke von Zeichner Richard Püttner
Region Wurzen Museum Wurzen zeigt ab Sonntag Werke von Zeichner Richard Püttner
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16:13 05.04.2017
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Wurzen

Allzu viel verrät Wikipedia nicht über Richard Püttner. Lediglich, dass der „deutsche Zeichner und Illustrator“ am 1. Januar 1842 in Wurzen geboren wurde, am 1. November 1913 in München starb und für „diverse Zeitschriften und Zeitungen“ tätig war. Eben jenem Richard Püttner, der übrigens im Bennewitzer Ortsteil Schmölen das Licht der Welt erblickte, ist die neue Ausstellung des Kulturhistorischen Museums gewidmet. Und das aus gutem Grund.

Denn bereits bei Gründung des Wurzener Heimatmuseums am 2. Juni 1927 besaß das Haus eine mit 150 Aquarellen, Zeichnungen und Ölgemälden umfangreiche Sammlung des bedeutenden Künstlers. „Die bestimmenden Motive aus dem Nachlass Püttners, die sein Sohn Walter der Stadt veräußerte, zeigen Wurzen und die Muldentaler Region“, weiß Museumsleiterin Sabine Jung. Nicht zuletzt trug Privatsammler Peter Zimmermann, der vor wenigen Tagen die Muldestadt besuchte, im Vorjahr mit vier Schenkungen zur Umsetzung der jetzigen Exposition bei. Schon damals kündigte Jung eine Ausstellung anlässlich des 175. Geburtstages von Richard Püttner an.

Zimmermann, der in Ahrensburg bei Hamburg lebt und Nachfahre der weit verzweigten Familie des Fabeldichters Magnus Gottfried Lichtwer ist, überließ dem Museum unter anderem vier prall gefüllte Skizzenbücher sowie 15 großformatige Zeichnungen. Das Gesamtkonvolut von rund 170 Blättern entstand 1870 und den Folgejahren. „Unsere Ausstellung ab 9. April in der Stadtgalerie zeigt eine Auswahl der Neuzugänge von gut 100 Zeichnungen und Skizzen zu Landschaften Deutschlands und Österreichs“, kündigte Jung an. „Gerade diese raschen Bleistiftskizzen eröffnen dem Betrachter versiert gewählt Blickpunkte – romantische Täler und Höhen, idyllische Dorfgässchen oder verschwiegene Waldlichtungen und Parks.“ Zu sehen seien ferner vier Prachtbände mit Holzstichen Püttners. Unter anderem die Ausgabe „Rheinfahrt“ (1885), in der der Illustrator neben 17 Kollegen vertreten ist. Seine Werke von 1871 bis 1873 dienten darüber hinaus als Vorlagen für Zeitschriften, wie „Die Gartenlaube“ (1853 – 1884) oder „Über Land und Meer“ (1858 – 1923).

Püttner, der mit seiner Frau Clara Arnold zwei Söhne hatte, verzog um 1872 nach Leipzig. Der Künstler selbst war das dritte von sechs Kindern und durch seine Schwester Helene, die den Zeichner und Fotografen Wilhelm Kirst heiratete, stets mit seiner Heimat verbunden. „Von Kirst stammt das bekannte Porträt seines Schwagers“, so Jung.

Ausstellungseröffnung „Richard Püttner – ein Wurzener Zeichner und Reiseillustrator in München“ am 9. April, 11 Uhr, in der Stadtgalerie, Altes Rathaus. Die Schau läuft bis 18. Juni. Offen: Do bis So von 14-18 Uhr

Von Kai-Uwe Brandt

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