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Wurzen Museum plant Ausstellung über Richard Püttner
Region Wurzen Museum plant Ausstellung über Richard Püttner
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11:18 10.08.2016
Eine Schenkung für die neue Sonderschau in Wurzen. Quelle: Frank Schmidt
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Wurzen

Zum zweiten Mal hat Privatsammler Peter Zimmermann aus Ahrensburg bei Hamburg das Kulturhistorische Museum Wurzen mit einer Schenkung bedacht. Bereits Ende des Vorjahres erhielt Museumsleiterin Sabine Jung zwei gelbe Pakete fürs Haus. Deren Inhalt: 73 Exponate aus dem Besitz des Nachfahren von Magnus Gottfried Lichtwer. Der allseits bekannte Fabeldichter und Jurist wurde am 30. Januar 1719 in der Alten Kustodie an der Westseite des Domes, Domplatz 4, geboren und starb am 7. Juli 1783 in Halberstadt.

Jung kündigte kurz nach der überraschenden Postsendung an, „das wertvolle Konvolut“ – Drucke von Stadtansichten, Handschriften, Urkunden, Bücher sowie diverse Münzen – aufzuarbeiten, um sie der Öffentlichkeit zu präsentieren. Zimmermann, dessen Ururur-Großmutter in die weit verzweigte Lichtwerfamilie einheiratete, trennte sich von Sachen, da sein Schwerpunkt eher in der Genealogie liegt.

Die neuerliche Fracht, so Jung, sei ebenfalls ein wahrer Schatz. „Darunter war auch die Lichtwersche Familienchronik, geschmückt mit einer Grafik, die ein Familiensitz auf der Titelseite ziert.“ Die promovierte Kunsthistorikerin erkannte sofort die Grafik von Richard Püttner (geboren 1842 in Schmölen/Bennewitz und 1913 in München verstorben) und bedankte sich in ihrer Mail an Zimmermann, indem sie ihm Eckdaten des Zeichners und Illustrators beifügte.

Zimmermann recherchierte daraufhin und fand vier prall gefüllte Skizzenbücher sowie weitere 15 Zeichnungen – rund 200 Blätter aus 1870 und den Folgejahren, die er nun ebenfalls dem Wurzener Museum schenkte. „Des Weiteren finden sich Reiserouten, Fahrkarten, Fahrpreise, Anmerkungen zu späteren Drucklegungen und vieles mehr in der Sammelmappe. Zu sehen sind Zeichnungen, Skizzen zu Landschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz.“

Wie Jung sagte, verkaufte Walter, Richard Püttners Sohn, 1926 sämtliche in Wurzen entstandenen Arbeiten aus dem Nachlass seines Vaters an die Stadt. Gerade jene 113 Originale bildeten einen Grundstock des 1927 eröffneten Museums. In der Muldestadt lebte zudem die Schwester des Künstlers – Helene. Sie heiratete den Zeichner und Fotografen Wilhelm Kirst. Kirst stiftete unter anderem weitere Zeichnungen.

„Richard Püttner erhielt Anregungen für seine Motive über Studienreisen und dank lukrativer Aufträge von angesehenen Verlagen“, ergänzte Jung. Zum Beispiel arbeitete er im Sommer 1874 in Grubnitz in der Muldenaue. Nach Wurzen reiste er zuletzt 1909, um hier Auftragsarbeiten für den Freiherrn von Pentz, Besitzer des Schlosses in Brandis, zu übernehmen.

Angesichts der aktuellen Schenkung plant Museumsleiterin Jung nächstes Jahr eine Ausstellung in der Stadtgalerie des Alten Rathauses, die das Leben und Wirken von Richard Püttner reflektiert. „Der Arbeitstitel dieser Exposition könnte lauten: „Richard Püttner. Ein Wurzener Maler zeichnet Idyllen und Landschaften – zum 165. Geburtstag des Künstlers“.

Von Kai-Uwe Brandt

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