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Wurzen Musik der Welt auf dem Polenzer Hoffest
Region Wurzen Musik der Welt auf dem Polenzer Hoffest
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00:17 05.10.2017
Musik der Welt in Polenz: Joram Tarusarira mit der Mbira Quelle: Foto: Roger Dietze
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Brandis/Polenz

Natürlich war es Zufall, dass keine Woche nach der Bundestagswahl Adam Jones und seine Frau Mariko Mitsuyu am Sonnabend auf ihren Polenzer Dreiseithof zu der Veranstaltung „Musik der Welt“ einluden. Aber das Kontrastprogramm zum politischen Erdbeben zwischen Flensburg und Oberstdorf hätte nicht größer sein können.

Und selbstredend spielte das Erstarken der rechten politischen Kräfte auch beim zweiten von dem polyglotten Paar in diesem Jahr veranstalteten Hoffest eine Rolle. „Ich verfolge die Entwicklung in Deutschland mit Sorge“, so der emeritierte Afrikanistik-Professor aus der Nähe des südostenglischen Canterbury. „Seit März besitze ich die deutsche Staatsbürgerschaft, und ich hatte sie nicht zuletzt deshalb beantragt, weil ich das Land für eine Insel der Vernunft hielt“, so der End-Sechziger, der gleichwohl die Beantragung der doppelten Staatsbürgerschaft nach eigenem Bekunden nicht bereut. „Ich habe bei aller Sorge noch Hoffnung“, so der Inhaber eines Cellolehrer-Diploms, der vorgestern seine Gäste mit den Worten begrüßte, dass Polenz nicht nur Teil der deutschen Leitkultur, sondern auch Teil der Welt sei.

Diese Welt war musikalisch im Rahmen der Interkulturellen Wochen auf Jones’ Dreiseithof zu Gast. In Person des aus dem Kongo stammenden Berufsmusikers Dolus Mutombo (Gitarre) und Joram Tarusarira, eines an der niederländischen Universität Groningen Religionssoziologie lehrenden Simbabwers, der die Polenzer Weltmusik-Gäste mit Improvisationen auf dem Mbira, einem afrikanischen Zupfinstrument, erfreute. Komplettiert wurden die Reihen der Weltmusik-Akteure von Jones’ japanischer Gattin Mariko Mitsuyul, die ihre singende Landsfrau Masako Furuta am Flügel begleitete, ferner von den beiden Chinesinnen Shiying Hao und Saiyare Aytam, (chinesische Zither und uigurische Langhalslaute) sowie dem ebenfalls aus dem Reich der Mitte stammenden Jian Guo Lu, der in Polenz die zweisaitige Geige Erhu sowie die Kürbisflöte Hutusi anstimmte.

„Weil unsere internationalen Musikkontakte mittlerweile so umfangreich sind, haben wir uns in diesem Jahr dazu entschlossen, unserem Sommer-Hoffest eine zweite Veranstaltung folgen zu lassen“, so Adam Jones. Dabei finanziell unterstützt wurden der Brite mit deutschem Pass und sein Polenzer Verein Einigkeit 4 von der Lokalen Partnerschaft für Demokratie sowie der Stadt Brandis. Von diesen beiden Seiten erhofft sich der emeritierte Afrikanistik-Professor auch künftig Unterstützung bei „Musik der Welt“. „Ich habe einiges Geld in einen Werbebanner für diese Veranstaltung investiert, weshalb ich schon deshalb im nächsten Jahr zu einer Neuauflage gezwungen bin“, so Adam Jones augenzwinkernd.

Apropos Geld: Das seinige, gesteht der Dreiseithof-Besitzer, sei vollständig in die Sanierung des Ensembles geflossen. „Es gäbe natürlich noch genügend zu tun, aber realistischerweise wäre das nur im Fall eines Lottogewinns möglich“, so Jones, der sich gemeinsam mit seiner Frau intensiv Gedanken um die Zukunft seines Lebenswerkes macht. Weil das Paar kinderlos ist und damit vor der Dokumentensammlung wie vor dem gesamten Hof und den mit diesem untrennbar verbundenen Vereins- und Kulturaktivitäten eine ungewisse Zukunft liegt, tragen sich die beiden mit dem Gedanken, die ganze Sache in eine Stiftung zu überführen. „Weil es uns dafür am nötigen Kapital ermangelt, haben wir bereits den Kontakt zur Deutschen Stiftung Denkmalschutz gesucht.“

Von Roger Dietze

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