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Wurzen Musiker der Extraklasse gastieren zum Adventskonzert im Thammenhainer Schloss
Region Wurzen Musiker der Extraklasse gastieren zum Adventskonzert im Thammenhainer Schloss
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00:31 29.11.2015
Der Eiche getäfelte Festsaal des Schlosses bietet für Konzerte eine ausgezeichnete Akustik. Quelle: Frank Schmidt
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Lossatal/Thammenhain

„Kunst geht nach Brot“ führt Rüdiger Freiherr von Schönberg das Lessing-Zitat nicht ohne Grund im Munde. Und fügt rasch an: „Auch unser Schloss Thammenhain braucht Brot, denn es ist selbst nach dem sehr guten Besuch des letzten Konzertes in Not!“ Hilfe verspricht sich der 75-Jährige daher von all denen, die an Kultur auf dem Lande interessiert sind. Eben deshalb rührt er kräftig die Werbetrommel für den kommenden Höhepunkt.

Am 29. November – dem ersten Adventssonntag – gastiert nämlich ab 16 Uhr das Klaviertrio „Trio ex Aequo“ im herrschaftlichen Gefilde. „Die Protagonisten sind Matthias Wollong als Violinist mit seiner Geige von Guaneri, Olga Gollej als Pianistin auf einem Steinway-Flügel sowie Matthias Moosdorf als Cellist auf einem gleichfalls von Guaneri gebauten Cello“, preist von Schönberg das Dreigespann der Extraklasse. Die Musiker bringen im Eiche getäfelten Festsaal, der allein schon durch seine Akustik brilliert, unter anderem Ludwig van Beethoven, Dmitri Schostakowitsch und Antonin Dvorak zu Gehör.

Coffeetime vorm Konzertbeginn

„Cellist Matthias Moosdorf, der mit dem Leipziger Streichquartett bereits in der Osterwoche 2015 bei uns war, hat damals vom Schicksal Stefan Arzbergers berichtet“, erzählt von Schönberg. Der Geiger wurde beschuldigt, am 27. März im New Yorker „Hudson-Hotel“ splitternackt eine Besucherin attackiert zu haben. Das damalige Konzert mit dem Streichquartett sei nur dank einzelner Sponsoren möglich gewesen. „So wie diesmal.“ Von Schönberg scheute dennoch keineswegs die „erheblichen Kosten“ für die aktuelle Adventsveranstaltung mit dem Klaviertrio „Trio ex Aequo“ und freute sich auf ein hoffentlich zahlreiches Publikum. Übrigens dürfen die Gäste des Nachmittags schon ab 14.30 Uhr die herbstliche Atmosphäre rund um den Landsitz sowie die Gesellschaftsräume genießen – zur Coffeetime.

Rüdiger Freiherr von Schönberg lebt seit 2006, also kurz nach seiner Pensionierung als Richter am Bundesfinanzhof in München, mit Frau im Thammenhainer Elternhaus. „Die Caritas hatte es zunächst als Kinder- und dann als Altersheim durch die schwierigen Zeiten bis zur Wiedervereinigung gerettet.“ Nach dem Neubau der Wurzener Caritas-Pflegeeinrichtung „St. Hedwig“ im Jahre 2000 erwarb von Schönberg das Anwesen zurück. Wieder hier, am Ort seiner Kindheit zu sein, sagt er, sei ein „unerwartetes Geschenk“ gewesen. Aber zugleich eine „eigentlich nicht lösbare Aufgabe für zwei Menschen im späten Herbst ihres Lebens“.

Flucht von Insel Rügen

Noch gut erinnert sich von Schönberg an jenes Ereignis, das sich am 16. Oktober zum 70. Mal jährte. „1945 wurden wir in Colditz interniert.“ Die Großmutter, Eltern und die sieben Kinder. Zuerst ging es nach Zwochau und dann als „politische Gefangene“ ins Schloss Colditz. Anfang November erfolgte die Deportation auf Insel Rügen. Hier beging Rüdiger von Schönberg seinen fünften Geburtstag. „Am 9. Dezember starb die Großmutter im Krankenhaus in Bergen.“ Die anderen Familienmitglieder hatten das Glück, Rügen kurz nach Weihnachten mit falschen Papieren verlassen zu können. „Der Bruder meiner Mutter schickte einen französischen Fremdenlegionär, der uns als seine Familie ausgab und über den Rügendamm durch die russischen Grenzkontrollen aufs Festland brachte. Von Schönberg wuchs im Saarland auf – „der Heimat meiner Mutter“.

Die Anmeldung für das Konzert erfolgt unter Schloss Thammenhain, Am Wildpark 4, Telefon 034262/4 49 60, E-Mail ruediger.v.schoenberg@gmx.de oder über Internet www.schlosss-thammenhain.de

Von Kai-Uwe Brandt

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