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Wurzen Musikschulchef Krause: „Der beste Schüler hat kein Handy“
Region Wurzen Musikschulchef Krause: „Der beste Schüler hat kein Handy“
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19:12 12.09.2018
Erstmals veranstaltete die Musikschule Muldental Abschlusskonzerte des Projektes "Jedem Kind ein Instrument". Quelle: privat
Wurzen

Roland Krause muss es wissen. Schließlich ist der Mann seit mehr als einem Vierteljahrhundert Lehrer an der Musikschule „Theodor Uhlig“ in Wurzen, die er seit dem Jahr 2000 leitet. „Die Belastbarkeit der Kinder ändert sich.“ Für den Musikpädagogen ein Ergebnis der neuen Zeit, weil Handy und Internet die Kinder stärker denn je beanspruchen. Krause merkt das auch im Unterricht. Die Aufmerksamkeit leidet.“

Über 1250 Schüler im neuen Schuljahr

Dabei ist das Interesse an den diversen Angeboten der Musikschule Muldental mit Hauptsitz in Wurzen ungebrochen. Bis zu Schuljahresbeginn lagen etwa 160 Neuanmeldungen vor, davon allein knapp 40 für Klavier, mehr als 20 für Gitarre und 18 für Schlagzeug, so dass die Bildungseinrichtung auch im neuen Schuljahr mehr als 1250 Schüler haben dürfte. Ein Teil der Schüler kommt über das Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ (Jeki) an die Schule, das an sämtlichen Grundschule in Wurzen sowie in Kühren läuft. Daran, so der Musikschulleiter, nehmen alljährlich etwa 200 Mädchen und Jungen teil, eine Zahl, die sich über die Jahre verschlankt, so dass unterm Strich 20, 30 Schüler tatsächlich auch über das Ende des Projekts hinaus ein Instrument erlernen.

Gitarre zu lernen, ist nicht einfach

Bei Jeki steht Gitarren-Unterricht immer besonders hoch im Kurs. Roland Krause warnt aber davor, die Kinder immer darauf zu lenken, obwohl er natürlich weiß, dass die Gitarre angesichts ihrer Bedeutung auch in der Popmusik besonders attraktiv scheint. „Aber Gitarre zu lernen, ist nicht einfach.“ Bis ein Kind darauf ein Lied spielen kann – „das dauert“. Anders als etwa bei einer Posaune, mit der sich schon nach vergleichsweise kurzer Unterrichtszeit musizieren lässt.

Handys beeinflussen den Durchhaltewillen

Generell aber gelte, dass es auf den Durchhaltewillen ankommt, bei den Musikschülern ebenso wie bei den Eltern. Und eben auf die Aufmerksamkeit, die automatisch leidet, wenn ein Mobiltelefon ins Spiel kommt. Musikschulchef Krause: „Mein bester Schüler hat kein Handy.“ Dafür hat er womöglich dereinst so etwas wie Langeweile gehabt, für Krause „eine Grundvoraussetzung dafür, erkennen zu können, was ich will“. Womöglich ein Instrument zu lernen, wie es seit nahezu sechs Jahrzehnten an der Musikschule mit Hauptsitz in Wurzen möglich ist.

Kreistag entscheidet über Eigenbetrieb

Inwieweit die Schule allerdings auch noch unter ihrem Traditionsnamen Theodor Uhlig, immerhin einer der engsten Freunde von Richard Wagner, firmiert, ist offen. Der Kreistag steht demnächst vor der Entscheidung, Volkshochschule wie Musikschule im Landkreis unter dem Dach eines Eigenbetriebes zusammenzuführen. Inwieweit die beiden Musikschule, neben der Wurzener Einrichtung auch das Bornaer Pendant „Ottmar Gerster“ noch ihre Namen behalten, steht derzeit in den Sternen.

Von Nikos Natsidis

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