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Wurzen Mutzschen wählt den Bürgermeister
Region Wurzen Mutzschen wählt den Bürgermeister
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05:00 27.02.2010
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Vor sieben Jahren tauschte der damalige Moderator den Platz vorm Rundfunkmikrofon mit dem am Schreibtisch des Stadtoberhaupts. Bereut habe er das nicht einen Tag.   Frage: Die Mutzschener Bürgermeisterwahl 2003 war geprägt vom Wahlkampf zwischen Ihnen und dem damaligen Amtsinhaber. Ist es für Sie eher beruhigend, dass es diesmal keinen Herausforderer gibt? Carsten Graf: Das kann nicht pauschal mit Ja oder Nein beantwortet werden. Grundlegend spricht es für unsere geleistete Arbeit, dass keine Partei oder Interessenvereinigung einen Wechsel anvisiert. Mit ,unsere’ meine ich die Arbeit des Stadtrates, der Verwaltung und vieler engagierter Einwohner. Außerdem lässt es sich ohne Wahlkampf konzentrierter an den wichtigen Dingen arbeiten, die wir auf dem Tisch haben. Aber diese Konstellation birgt die Gefahr, dass viele denken, sie müssten nicht wählen gehen, weil ja sowieso schon alles klar ist. Und das nicht so? Gewählt bin ich erst, mit 51 Prozent der abgegeben Stimmen. Außerdem ist die Wahlbeteiligung für mich ein Kriterium, an dem ich den Rückenhalt festmachen kann, den ich bei den Mutzschenern habe. Diese Zahlen können motivieren oder nachdenklich machen. Wozu gibt ein Rückblick auf die vergangene Legislaturperiode mehr Anlass? Unterm Strich kann sich sehen lassen, was wir erreicht haben. Hinter mehrere Aussagen meines Wahlflyers von 2003 können Häkchen gemacht werden. Thema: Gewerbestandort Mutzschen. Hier konnte durch die Neuansiedlung von Unternehmen viel erreicht werden. Die Feuerwehr war 2003 fast platt. Heute haben wir eine junge, gut ausgebildete Mannschaft und mit der sanierten Großküche ein modernes Gerätehaus. Die Einkaufssituation hat sich verbessert und auch die besseren Bedingungen für die Senioren waren kein leeres Versprechen. Und was die Finanzen betrifft, so haben wir trotz striktem Sparkurs und Abbau der Schulden – wir liegen jetzt bei einer Pro-Kopf- Verschuldung von 734 Euro – auch investiert. Also wurde alles erfüllt? Nein, es gibt durchaus Dinge, mit denen ich nicht zufrieden bin. Das Thema Schulstandort ist eines. Auch beim Straßenbau gab ich mir nur 20 Prozent Erfüllungsstand. Daher sind das Schwerpunkte, die wir kontinuierlich weiterverfolgen. Dabei ist das Thema Schule nicht losgelöst zu betrachten. Wir halten am Gesamtprojekt „Parkschule und Kinderland“ fest. Hier hinein spielt auch der nötige Neubau für Kita und Hort. Zugleich wird sich in Richtung Stadtumbau etwas bewegen. Wie sicher ist die Umsetzung der Pläne? Ich bin optimistisch, wenngleich sich abzeichnet, dass es gerade bei der „Kita“ ein ähnlicher Kampf wird, wie beim Gerätehaus. Doch auch dieses Problem haben wir Mutzschener gemeistert. Überhaupt ist das erwachte, aktive Miteinander, ein Gewinn. So ließen wir uns auch die Abwasserproblematik nicht einfach überstülpen, sondern setzten entscheidende Akzente. Dieses Gefühl, dass sich Einwohner mit Sachverstand einbringen macht zuversichtlich. Gab es nie Momente des Zweifelns? Es gab Augenblicke, in denen es schwer war. Da waren Erfolge nicht zu sehen, obwohl intensiv gearbeitet wurde. Und es gab natürlich auch Rückschläge. Die Fusion mit Wermsdorf? Das war einer. Sinnlos aber war die Diskussion dennoch nicht. Wir haben viel gelernt und wenn ich heute sehe, wie allerorten über Eingemeindungen diskutiert wird... Gezweifelt habe ich trotzdem nie, weil es immer wieder Lichtblicke gab. Gehört zu den Lichtblicken ab und an der Ausflug auf die Showbühne oder zurück hinter den Plattenteller? Ich glaube die Mutzschener haben verstanden, dass man trotz allem Spaß auf der Bühne als Bürgermeister seriöse Arbeit leisten kann. Musik gehört zu mir, ist mein Hobby. Doch ein Lichtblick ist auch, sich immer wieder vor Augen zu halten, wie wunderbar es ist, die Geschicke seiner Heimatstadt mitzubestimmen.

Conny Hanspach

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