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Wurzen Mutzschener wollen ihre Kirche retten
Region Wurzen Mutzschener wollen ihre Kirche retten
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05:00 21.01.2010
Dringend nötig: Roswitha Birkner kämpft für die Sanierung der Mutzschener Kirche. Quelle: Haig Latchinian
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Mutzschen

Denn noch genießt das Gotteshaus den Beistand von ganz oben. Andernfalls wäre hier sicher schon jemand von herabstürzenden Trümmern erschlagen worden. Die Kirchgemeinde will das Schicksal nicht länger herausfordern und startete jetzt eine Spendenaktion für die dringliche Sanierung. Der einstige Pfarrer Klaus Recknagel erinnerte im Mai 1994 an jenen unterirdischen Gang, der vor über einem halben Jahrhundert zusammenrutschte und den Einsturz eines Stützpfeilers verursachte. Daraufhin habe man den Chorraum mittels einer Zwischenwand vom Schiff abtrennen müssen. So ist die Kirche bis heute zweigeteilt: Einerseits der zur Rumpelkammer degradierte Chorraum, andererseits das zumindest auf den ersten Blick intakte Kirchenschiff. Doch bei genauerem Hinsehen treten auch hier dramatische Mängel zu Tage. Dach, Fassade und Fenster müssen schnellstens erneuert werden. Während die Sanierung des Chorraumes noch Zukunftsmusik ist, will die Kirchgemeinde mit den Arbeiten am Schiff so schnell wie möglich beginnen.

Roswitha Birkner vom Pfarramt: „Wir haben die Mutzschener, Jeesewitzer, Köllmichener, Wetteritzer, Rodaer, Gastewitzer, Prösitzer und Göttwitzer zu Spenden aufgerufen. 30 000 Euro brauchen wir als Eigenanteil, um dann Zuschüsse der Landeskirche beantragen zu können.“ Der Hilferuf von Pfarrer Henning Olschowsky wurde erhört. Seit Weihnachten spendeten die Bürger bereits 4523 Euro. Sobald die Kirche ihren Anteil beisammen hat, so Birkner, könne man den nächsten Schritt gehen. „Über ein EU-Förderprogramm winken uns dann bis zu 100 000 Euro.“

Bürgermeister Carsten Graf kennt die Notsituation. Er vermittelte den Kontakt zur Genossenschaft „Sächsisches Zweistromland“, die über die Vergabe der bis 2013 zur Verfügung stehenden EU-Fördergelder entscheidet. Graf: „Mutzschen ist Mitglied in der Genossenschaft. Deshalb sollten wir bestrebt sein, Gelder für dieses dringliche Projekt abzurufen.“

Die Dachinstandsetzung des Schiffes dulde keinen Aufschub, betont Roswitha Birkner. Das kann der mittlerweile 93(!)-jährige Mutzschener Ehrenbürger Rudolf Berger nur bestätigen. Wie jedes Jahr kletterte er auch jetzt wieder mit der Schaufel auf den Kirchenboden: „Mir ließ das keine Ruhe. Denn durch den Wind weht es den Schnee regelmäßig ins Kircheninnere. Enorme Schäden sind die Folge.“ Diesmal allerdings, so Berger, sei der Einsatz nicht der Rede wert gewesen. Zusammen mit dem Göttwitzer Rentner Manfred Lehmann schippte der Storchenvater „nur“ drei Eimer voll. Rudi Berger würde sich freuen, wenn die Kirchensanierung endlich in Angriff genommen würde: „Unser ehemaliger Kirchner Steuri Rudi hätte beim Anblick des Chorraumes sicher die Hände überm Kopf zusammen geschlagen!“

Haig Latchinian

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