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Nach 20 Jahren Stillstand: Brandis ergreift Radweg-Chance

Durchbruch bei Gesprächen Nach 20 Jahren Stillstand: Brandis ergreift Radweg-Chance

Die Polenzer haben 2500 Unterschriften gesammelt und sich an insgesamt drei sächsische Verkehrsminister gewandt – doch immer wieder scheiterten sie mit ihrer Forderung nach einem Radweg Richtung Brandis. Jetzt gibt es nach 20 Jahren Stillstand endlich einen Lichtblick.

Vor allem Schulkinder leben gefährlich auf der stark befahrenen Staatsstraße zwischen Polenz und Brandis.

Quelle: Archiv

Brandis/Polenz. Ein sicherer Radweg zwischen Brandis und Polenz wird seit 20 Jahren gefordert. Bei kaum einem Thema sind sich die Bewohner beider Ortschaften so einig. Die Dringlichkeit wurde schon mit zahlreichen Aktionen unterstrichen. Demonstrationen im Fahrradsattel verschafften dem Ansinnen Aufmerksamkeit, eine Bürgerinitiave gründete sich, alle politischen Gruppierungen setzen sich seit Jahren für den Bau ein, auch Initiativen im Landtag hat es schon gegeben.

Plakate künden in Polenz seit Jahren von der Forderung nach einem Radweg in Richtung Brandis

Plakate künden in Polenz seit Jahren von der Forderung nach einem Radweg in Richtung Brandis.

Quelle: Klaus Peschel

Da es sich um eine Staatsstraße handelt, steht und fällt das Vorhaben mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr. „Dieses hat sich bislang immer gesperrt, bei dem Thema voranzugehen“, blickt der Brandiser Stadtchef Arno Jesse (SPD) zurück. Um so mehr freut sich das Stadtoberhaupt, jetzt einen – vielleicht entscheidenden – Durchbruch verkünden zu können. „Es ist uns gelungen, das Landesamt umzustimmen.“ Dazu hätten im Dezember und Januar intensive Gespräche stattgefunden. In deren Ergebnis liegt nun ein Vertragsentwurf vor, der folgendes besagt: „Die Stadt Brandis tritt als Träger der Maßnahme im Auftrag des Lasuv auf. Auf die Stadt kommt also für die Vorplanung erst einmal keine finanzielle Belastung zu.“ In einigen Detailfragen bestehe noch Klärungsbedarf, aber Ziel sei, den Vertrag im März unterschriftsreif vorliegen zu haben.

Jesse mahnt zwar noch zur Vorsicht, selbstverständlich könne das Projekt aus objektiven Gründen - zum Beispiel im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung – noch scheitern. Aber nachdem es jahrelang so aussah, als würde sich bei dem Thema gar kein Rad drehen, habe man jetzt den Fuß erstmals in der Tür. „Mit dem vorliegenden Papier ist ein erster Meilenstein geschafft, an dem wir in den vergangenen 20 Jahren stets gescheitert sind.“ Jesse verschweigt nicht, dass er auch in Dresden Klinken geputzt hat, um das Projekt voranzutreiben. „Ich freue mich sehr, dass sich durch das Radwegekonzept des Freistaates von 2014 auch für unseren Radweg neue Möglichkeiten eröffnet haben.“ Der besondere Fokus der neuen Regierung und insbesondere des Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr komme Brandis hier zu Gute. In der Radverkehrskonzeption des Freistaates sei der Abschnitt Brandis-Polenz in die Kategorie A - die höchste Priorität - eingestuft worden.

Die Staatsstraße sei derart stark befahren, dass Radfahrer hier einen schweren Stand hätten, beklagt seit Jahren die Bürgerinitiative. Besonders ältere Leute würden sich kaum noch trauen, mit dem Drahtesel zum Einkauf in die Stadt zu fahren. Auch Schulkinder, so ein weiterer Kritikpunkt, seien auf ihrem täglichen Weg zum Unterricht gefährdet. Die Verbindung ist insbesondere auf Grund der fehlenden Infrastruktur in Polenz für die dortigen Bürger von Bedeutung. Zum Besuch von Banken, Einkaufsmärkten oder Apotheken sind die Polenzer auf eine Fahrt nach Brandis angewiesen. Auch das Vereinsleben in Polenz würde erheblich profitieren, heißt es, da dieses wiederum von vielen Brandiser Mitgliedern gespeist wird.

So ganz nebenbei werden durch die Lösung auch Gelder frei, die Brandis für eine Machbarkeitsstudie im Stadtetat eingeplant hatte. „Dieses Geld wollen wir jetzt, sofern der Ausschuss mitgeht, für die Verschattung der Brandiser Grundschule einsetzen“, erklärte Jesse am Rande der jüngsten Stadtratssitzung.

Von Simone Prenzel

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