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Nach 681 Jahren: Bennewitz bekommt endlich eine Ortschronik

Bürger sollen mitwirken Nach 681 Jahren: Bennewitz bekommt endlich eine Ortschronik

Eberhard Otte, der Leiter der Bennewitzer Gemeindebibliothek, hütet im Keller des Rathauses mehrere Tausend Bücher. Allein eine Chronik für die Gemeinde und ihre Ortsteile fehlt darunter. Das soll sich ändern. Otte sucht Hobby-Chronisten, Geschichtsfans, Fotosammler und andere Interessenten, um gemeinsam die weißen Blätter zu füllen.

Bibliothekar Eberhard Otte ist bemüht eine Ortschronik für Bennewitz zu erstellen
 

Quelle: Foto: Thomas Kube

Bennewitz.  Eberhard Otte, der Leiter der Bennewitzer Gemeindebibliothek, hütet im Keller des Rathauses mehrere Tausend Bücher. Allein eine Chronik für die Gemeinde und ihre Ortsteile fehlt darunter. Das soll sich ändern. Otte sucht Hobby-Chronisten, Geschichtsfans, Fotosammler und alle, die sich für Ortsgeschichte und die Entwicklung der Gemeinde interessieren, um mit ihnen gemeinsam die weißen Blätter zu füllen. Am Montag, 22. Februar, findet in der Bibliothek um 18 Uhr ein erster Chronik-Treff statt.

Daran, dass Bennewitz keine Chronik hat, ist die Mulde nicht ganz unschuldig. Während der Flut 2002 war ein Großteil des im Rathauskeller aufbewahrten Materials, wie Bilder und Dokumente, dem Wasser zum Opfer gefallen. Wie umfangreich die Sammlung damals war, entzieht sich Ottes Kenntnis. „Aber historisch wertvolle Akten waren sicher nicht darunter, denn so etwas muss dem Staatsarchiv angeboten werden“, glaubt er. Auch, dass es nie eine richtige gebundene Chronik gegeben hat. „Es gab niemand, der sie angelegt und geführt hätte.“

Als vor Kurzem Volker Bohnert über das Bundesförderprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ für drei Jahre als neuer Mitarbeiter im Bennewitzer Jugendhaus anfing, ergriff Otte deshalb die Chance und setzte Bohnert auf die Chronik an. „Ich bin die Allzweckwaffe“, lacht der Borsdorfer, macht er sich doch auch noch als Schülerlotse nützlich. Er sichtet im Moment alles, was an Material noch vorhanden ist. „Je mehr ich mich damit befasse, um so interessanter wird es“, sagt er. Denn auch wenn vieles vom Wasser vernichtet wurde, ganz bei Null anfangen müssen Otte und sein Mitstreiter nicht. So könne man sich zumindest auf eine zum Glück in mehrfacher Ausführung vorhanden gewesene Faktensammlung stützen, die vier ABM-Frauen Ende der 90er-Jahre für die im Jahr 2000 erschienene erste Gemeindebroschüre angelegt hatten. „Und wir haben ein bisschen Bildmaterial aus DDR-Zeiten, das hochwassersicher im Hauptamt gelegen hat“, berichtet Otte. Außerdem könne man auf die im Bestand der Bibliothek befindlichen Bücher „675 Jahre Bennewitz, Deuben, Grubnitz“ des Historikers Volker Jäger, „Landleben. Ein Streifzug durch die Gemeinde Bennewitz“ von Olaf Hallmann oder auch „Die Wurzener Industrie 1797 – 2002“ von Richard Klinkhardt zurückgreifen. „Denn wir versuchen natürlich, für die Bibliothek viele regional interessante Publikationen anzuschaffen“, sagt der Bibliothekar.

Diesen Grundstock, zu dem auch die in der LVZ über die Gemeinde erschienen Beiträge gehören, möchte der Bibliothekschef nun erweitern. Zum einen durch weitere eigene Recherche, beispielsweise im Staatsarchiv in Leipzig. „Auch im ,Rundblick’ werden sich sicher einige Geschichten finden“, ist er überzeugt. Vor allem aber hofft Otte auf Mithilfe der Bürger aus Bennewitz und seinen Ortsteilen, „die noch Geschichtsmaterial, wie Fotos, Zeitungsausschnitte, Zeichnungen, Postkarten, Fotos oder selbst angelegte Dokumentationen im Schatzkästchen haben“ und dieses zumindest leihweise zum Digitalisieren zur Verfügung stellen. „Vielleicht gibt es ja auch ältere Leute, deren Gedächtnis wir nutzen können, Leute, die über besondere Ereignisse in der Vergangenheit der Gemeinde noch aus eigener Anschauung berichten können.“

Durch den Aufruf will Otte auch herausfinden, wo man sich bereits intensiv mit Heimatgeschichte befasst. „Das ist meist in Orten, wo ein Heimatverein existiert, der Fall, wie in Nepperwitz. Aber einen richtigen Chronisten gibt es trotzdem nirgends“, weiß er. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Denn Otte sucht nicht nur Material, sondern auch Geschichtsinteressierte, die bereit sind, die Arbeitsgruppe mit praktischer Mitwirkung zu unterstützen, so dass sich aus dem ersten Zusammentreffen im Februar eine ständige Arbeit an einer Chronik entwickelt. Potenzielle Mitstreiter wie den Deubener Günter Geißler, der gerade erst ein Buch über „Die Hülsmannschen Ziegeleien“ veröffentlicht hat, hat er schon mal direkt angesprochen.

Kontakt:Eberhardt Otte, Telefon 03425/893238, E-Mail: bibliothek@gemeinde-bennewitz.de

Von Ines Alekowa

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