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Nach Umgestaltung: Wurzens Wettinerplatz zieht die Blicke der Passanten auf sich

Infrastrukturprojekt Nach Umgestaltung: Wurzens Wettinerplatz zieht die Blicke der Passanten auf sich

Wenn die Dunkelheit herein bricht, gehen auf Wurzens Wettinerplatz die vielen Lampen an: Dort gibt es mehr Beleuchtung als anderswo. Seit Neuestem ist auch die aufwendig restaurierte Wettin-Säule illuminiert. Einfach sehenswert!

Wurzen. Die Wurzener sind um eine „gute Stube“ reicher: Die Arbeiten am nächtlich sogar illuminierten Wettinerplatz konnten noch vor dem Wintereinbruch abgeschlossen werden. Fast eine Million Euro flossen in die Gestaltung von repräsentativem Platz und angrenzender Karl-Marx-Straße. Der Freistaat förderte das in diesem Jahr größte städtische Infrastrukturprojekt mit 440 000 Euro. Auch die aufwendig restaurierte Wettin-Säule erstrahlt wieder in altem Glanz.

Jürgen Schmidt, Vorsitzender des Wurzener Geschichts- und Altstadt-Vereins, ist glücklich, dass eines der architektonisch wertvollsten Denkmäler der Stadt nun wieder ein würdiges Umfeld hat. Wie berichtet, wurde die Säule aus schwarzgrünem Olivin-Syenit 1889, anlässlich des 800-jährigen Jubiläums des Hauses Wettin, als Denkmal für die im Deutsch-Französischen Krieg gefallenen Wurzener eingeweiht. 1958 verschwand der Obelisk von der Bildfläche, wurde auf dem ehemaligen Gelände des Bauhofes vergraben, ehe man ihn am 29. September 1996 in Anwesenheit des Enkels des letzten sächsischen Königs wieder aufstellte.

Während der Straßenbau termingerecht vorm Tag der Sachsen beendet wurde, konnten die Arbeiten am eigentlichen Platz nicht unmittelbar anschließen. Grund: Bei Sachsens größtem Volksfest stand auf der notdürftig geschotterten Verkehrsinsel ein Festzelt. Auch als es abgebaut war, ließ die Säule zunächst auf sich warten: Die Treppenstufen aus Naturstein wurden in China falsch verschifft. Die feierliche Einweihung musste immer wieder verschoben werden. Inzwischen aber ist der auf dem gepflasterten Platz abends angestrahlte Obelisk wieder der Hingucker. Projektleiter Michael Zerbs: „Die Säule ist um Fuß und Abdeckplatte erweitert. Weil in Deutschland derzeit kein Syenit abgebaut wird, stammt das benötigte Gestein nicht wie Säule und Postament aus dem Fichtelgebirge, sondern aus Südafrika.“ 50 000 Euro kostete die Restaurierung des gut fünf Meter hohen Denkmals mit Porträts von Kaiser Wilhelm I. und König Albert.

Stadtchronist Wolfgang Ebert begrüßt, dass die Wettin-Säule nun wieder im Schnittpunkt der Sichtachsen von Karl-Marx- und Friedrich-Engels-Straße steht. „Was viele noch nicht wissen: Der Obelisk markiert die in den Folgejahren einsetzende großzügige Erweiterung des Wurzener Stadtgebiets in Richtung Osten. Denn als die Säule 1889 errichtet wurde, gab es in ihrem Umfeld bis auf drei Häuser noch keine durchgehende Bebauung, die Rietzschke war gerade verrohrt worden, manche Straße noch in der Planung.“ Ursprünglich, so Ebert, sei damals für den neuen Platz auch der Name Königsplatz im Gespräch gewesen.

Carl Rößler von der Stadtverwaltung kündigte auf LVZ-Nachfrage an, dass die noch ausstehende Bepflanzung mit Büschen und Bodendeckern für März terminiert sei. Perspektivisch soll auf der begrünten Spitze des Areals auch der Weihnachtsbaum stehen: „Die Hülse ist schon drin.“ Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) will sein Versprechen halten, das er dem Geschichts- und Altstadt-Verein gegeben hat: „Ja, es wird eine würdevolle Einweihungsfeier geben – ich denke im Frühjahr, wenn die Spitze begrünt ist.“ Dann wird auch Gerd Bretschneider von der Privilegierten Bürgerschützengilde seine ohrenbetäubenden Böllerschüsse abfeuern.

Weil das „Wohnzimmer“ autofrei bleiben soll, wird die Verkehrsinsel noch im Januar mit zehn Pollern gegen Falschparker geschützt. Den elfjährigen Tony Frodl wird das freuen: „Der Platz ist spitze, hier können wir auf unseren BMX-Rädern den Bunny-Hop üben.“

Von Haig Latchinian

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