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Nach verheerendem Feuer ist Zukunft des Lossaer Rittergutes offen

Am Tag danach Nach verheerendem Feuer ist Zukunft des Lossaer Rittergutes offen

Über das Schicksal des Lossaer Rittergutes ist noch nicht entschieden. Der Denkmalschutz will sich am Donnerstag einen ersten Eindruck von dem Brandschaden verschaffen. Auch Statiker werden zu Rate gezogen, erklärt der Thallwitzer Bürgermeister Thomas Pöge zum weiteren Vorgehen.

Am Mittwoch rücken die Experten an, um der Ursache des Feuers im Rittergut Lossa auf den Grund zu gehen.

Quelle: Frank Schmidt

Thallwitz/Lossa. Am Tag danach sitzt der Schrecken in Lossa immer noch tief. Nach dem verheerenden Feuer, bei dem das Herrenhaus des einstigen Rittergutes am Montag zu großen Teilen zerstört wurde, bleiben Passanten immer wieder stehen. Autofahrer halten mitten auf der kleinen Dorfstraße an, kurbeln die Scheibe herunter und blicken auf eine zerstörte Pracht. Der einstige Adelssitz ist weiträumig abgesperrt. Rot-weiße Absperrbänder flattern im Wind. „Es besteht Einsturzgefahr. Ich würde niemandem raten, das Objekt zu betreten“, hält auch Bürgermeister Thomas Pöge gebührenden Abstand. Noch am Montag hatte er als Chef der Böhlitzer Kameraden selbst mit gegen die Flammen gekämpft. „Ein Giebel steht komplett frei. Der hat schon bedrohlich gewackelt.“

Dramatischer Einsatz der Feuerwehren Thallwitz

Laut Pöge war es der bisher schwerste und dramatischste Einsatz für die Thallwitzer Wehren in diesem Jahr. Schließlich galt es nicht nur, möglichst viel von der historischen Bausubstanz zu retten, sondern auch ein Übergreifen auf benachbarte Gebäude wie die Räume des örtlichen Motorradclubs und eine Spedition zu verhindern.

Am Tag danach kam Pöge nicht vom Handy weg. „Als Erstes hat sich gleich früh der Denkmalschutz bei mir gemeldet“, berichtet der Ortschef. Kein Wunder, handelt es sich bei dem Gebäude doch um ein herrschaftliches Kleinod aus dem 16. Jahrhundert. Moritz von Nischwitz errichtete das zweigeschossige Anwesen, hinter dem friedlich die Lossa plätschert. Zu DDR-Zeit habe hier der Kreisbetrieb für Landtechnik sein Domizil gehabt, rekapituliert der Thallwitzer Ortschef. Seit der Wende stand das Anwesen leer. Mitte der 1990er-Jahre steckte die Kommune fast eine halbe Million D-Mark in den Renaissancebau – aus Fördertöpfen. Der damalige Bürgermeister Kurt Schwuchow hatte sich zu dem alten Gemäuer bekannt. Der komplette Dachstuhl wurde damals erneuert. Auch gegen den allgegenwärtigen Hausschwamm ging man an.

Bemühungen um Nachnutzung schlugen fehl

Zwischenzeitlich gab es immer wieder Bestrebungen, einen Investor zu interessieren. Selbst ein Nutzungskonzept lag vor, das die Idee einer Jugendherberge ins Spiel brachte. Doch während der Gemeinde für andere historische Gemäuer wie das Röcknitzer Herrenhaus eine Wiederbelebung glückte, galt das Rittergut Lossa als Ladenhüter. „Den letzten Kauf-Interessenten hatten wir erst im Vorjahr aus Malta da“, erzählt Pöge. Doch wie andere Möchtegern-Schlossherren auch kam der Malteser nie wieder.

Brandursachenermittler nehmen Arbeit auf

„Glücklicherweise ist das Gebäude seit drei Jahren versichert“, kann Pöge wenigstens an der Schadensfront ein wenig Licht am Ende des Tunnels ausmachen. Mit einer Entscheidung, was aus dem Denkmal wird, rechnet der Bürgermeister frühestens Ende nächster Woche. Am Mittwoch rücken die Brandursachenermittler an. Dicht auf den Fersen ist ihnen Thomas Brockow, Gebietsleiter im Landesamt für Denkmalpflege. Der Experte hat sich für Donnerstag angesagt, um einen ersten Eindruck vom Brandschaden zu gewinnen. „Ob das Gebäude abgerissen werden muss, ob man es erhalten kann, wer das zahlen soll, das sind alles Fragen, die derzeit noch im Raum stehen“, möchte sich Pöge zu keinerlei Prognosen hinreißen lassen. Heftige Zweifel hegt er allerdings an der bisher geäußerten Theorie, Brandstifter seien am Werk gewesen. „Dafür spricht aus meiner Sicht rein gar nichts. Der Knall, den Augenzeugen gehört haben, legt eher den Verdacht nahe, dass es sich hier um einen echten Backdraft gehandelt hat. Dazu würde auch der schwarze Rauch passen, der aus dem Dach gestiegen ist.“ Die Hitze habe sich möglicherweise unterm Dach angestaunt und dann sei es durch Sauerstoffzufuhr durch ein offenes Fenster zu einer Brandexplosion gekommen, so zumindest die Theorie von Pöge. „Näheres werden wir ohnehin erst wissen, wenn die Ermittler ihre Arbeit gemacht haben.“ Die Polizei schließt zumindest bislang Brandstiftung nicht aus.

Von Simone Prenzel

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