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Nächster Mosaikstein für Land-Werke: Bennewitz wird Mitglied des Geoparks

Erneuerbare Energien Nächster Mosaikstein für Land-Werke: Bennewitz wird Mitglied des Geoparks

Mit der Gründung der Wurzener-Land-Werke GmbH sollen energiepolitische und wirtschaftliche Ziele der Region besser unterstützt werden. Bennewitz, Wurzen, Thallwitz und Lossatal wollen auf Energieeinsparung, Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien setzen.

Die Energieberatung für die Bürger des Wurzener Landes soll mit den Land-Werken forciert werden.
 

Quelle: dpa

Bennewitz.  Die Gründung der Wurzener-Land-Werke GmbH erreicht die Zielgerade. Nachdem der mit Gemeinderäten besetzte Beirat die Entscheidung für einen strategischen Partner aus der Energiewirtschaft vorbereitet hat (die LVZ berichtete), haben die Bürgermeister am 21. April mit einem Rechtsanwalt den Gründungsbeschluss entworfen. Dieser lag den Bennewitzer Gemeinderäten nach einer Beiratssitzung in ihrer jüngsten Sitzung vor. Auch in Wurzen, Thallwitz und Lossatal gab beziehungsweise gibt es noch entsprechende Lesungen. Der Gründungsbeschluss soll in einer gemeinsamen Ratssitzung am 20. Juni in der Kulturscheune Thallwitz erfolgen.

Klaus-Dieter Kaschmierzeck (Linke), der Bennewitz zusammen mit Holger Zur (CDU) im Beirat vertritt, erinnerte noch einmal an den Zweck der Land-Werke-Gründung: „Sie sollen energiepolitische und wirtschaftliche Ziele der Region unterstützen, auf Energieeinsparung, Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien abzielen.“ Das müsse für Gebäude genau so gelten wie für Mobilität. „Wir wollen die Kommunen stärken, wollen die Wertschöpfung in der Region lassen“, so Kaschmierzeck weiter. „Dazu gehört auch die Schaffung von Arbeitsplätzen.“

Allerdings dürfe man das Projekt nicht gleich zu Beginn überfrachten, warnte der Gemeinderat, sondern sukzessive beginnen – mit Energievertrieb. Errichtung und Betrieb von Nahwärmenetzen könnten folgen. Er wisse, dass es gerade zum Netz unterschiedliche Meinungen gebe. „Aber wir werden nur dann erfolgreich sein, wenn wir an jedem Glied der Wertschöpfung tätig sind.“ Nicht zuletzt müsse man deshalb auch Energieberatung für die Bürger ins Auge fassen. „Wir müssen an die Leute ran, denn ohne diese wird nichts laufen“, betonte Kaschmierzeck. Er wünschte sich schließlich bei der Suche nach einem Geschäftsführer eine glückliche Hand. „Er muss brennen für erneuerbare Energien und für das Wurzener Land.“

Positiv äußerte sich auch Holger Zur. Der Beirat habe prüfen sollen, ob Land-Werke sinnvoll seien „Und das Ergebnis nach einem Jahr lautet einstimmig, die Holding zu gründen, um dann den entsprechenden strategischen Partner für das jeweilige Aufgabengebiet hinzuzuziehen.“ Auch Siegfried Pohl (CDU) sah in der Land-Werke-Gründung den richtigen Weg, auch wenn heute noch keiner sagen könne, welche Betriebskosten zum Beispiel entstehen. „Er ist zwingend notwendig“, sagte er und fügte hinzu: „Ich sehe nicht nur Energie, sondern auch Kitas und Bauhöfe in den Landwerken.“

Die Gründung ist nicht zum Nulltarif zu haben. Zum einen kommt auf die Gemeinde Bennewitz eine Gründungseinlage von 20 000 Euro zu. Zum anderen liegt ihr Anteil an den Gründungskosten von 20 000 Euro (für Notar usw.) bei 4000 Euro, informierte Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos). Der Beschluss über die außerplanmäßigen Ausgaben soll allerdings erst nach dem Gründungsbeschluss, das heißt in der Gemeinderatssitzung am 29. Juni, erfolgen.

Unterstützung erhalten könne man über das an der Technischen Universität Trier angesiedelte und mit EU-Fördermitteln finanzierte Projekt Zenapa (Zero Emission Nature Protection Areas), informierte der Bürgermeister. Mit dem Projektleiter war er bei einem Erfahrungsaustausch über erneuerbare Energien in Wittenberg über die Idee der Wurzener Landwerke ins Gespräch gekommen. Anfang April kam dann der Anruf bezüglich eines freien Platzes im Projekt. Bedingung sei allerdings die Mitgliedschaft in einem Naturpark, nur dieser sei zuwendungsfähig. Laqua bat die Gemeinderäte deshalb „mitzuziehen“, und den Beitritt zum Geopark „Porphyrland. Steinreich in Sachsen“ zu beschließen – die anderen Gemeinden des Wurzener Landes sind bereits Mitglied. Der Beschluss erfolgte einstimmig. Laqua betonte allerdings, er wolle den Beitritt keinesfalls nur unter dem Fördermittelaspekt betrachtet wissen. „Wir haben viel Potenzial, das über den Geopark gefördert werden und zu Wertschätzung gelangen könnte“, sagte er und erinnerte zum Beispiel an die Steinbrüche in Leulitz und Pausitz und an die vielen Tonwerke, die einst die Region prägten.

Von Ines Alekowa

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