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Wurzen „Näher ran an die Wurzener“
Region Wurzen „Näher ran an die Wurzener“
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05:00 20.02.2010
Führen das NDK in Wurzen: Ingo Stange und Martina Glass. Quelle: Drago Bock
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Stange und Glass werden bis mindestens Ende 2010 die Arbeit des Netzwerkes managen. Ziel des NDK sei es auch „näher an die Wurzener heranzurücken“. Letztlich sind die „Neuen“ alles andere als unbekannt im D5 und dessen Umfeld. Das trifft vor allem auf Ingo Stange (39) zu. Der in Kühnitzsch Großgewordene wohnt seit 1993 in Wurzen. Nach seinem Studium der Kultur- und Theaterwissenschaft gründete er den sachsenweit operierenden beratenden Verein für Opfer gegen rechte Gewalt Amal. Stange hob ebenso das NDK 1999 mit aus der Taufe. Er organisierte zahlreiche Projekte und Werkstattangebote, unter anderem die Gedenkveranstaltungen, die an die Todesmärsche in Wurzen kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern. Beim NDK fungiert Stange, der sich auch im Jugend-, Kultur- und Umweltzentrum Oschatz engagiert, nun als Projektmanager, maßgeblich für die Vereins- und Projekt-Koordinierung zuständig. Ihm zur Seite steht Martina Glass, die sich vor allem um die administrativen Abläufe im Haus am Domplatz kümmert. Die 31-jährige Soziologin machte 2008 mit dem Projekt „Ich wähle“ im Rahmen der Kommunalwahlen auf sich aufmerksam. Mit ihrer Theratergruppe stand sie einige Male auf der D5-Bühne. Die in Schwerin Geborene wohnt seit 1998 in Leipzig und arbeitete bislang weitgehend freiberuflich. Besonders gute Kontakte hat sie nach Rußland und in die Ukraine, die sie auch über den Eine-Weltverein in Leipzig knüpft. Diese Kontakte kommen ihr beispielsweise bei einem Projekt zugute, das demnächst mit dem Beruflichen Schulzentrum Wurzen gestaltet werden soll. Geplant ist der Besuch dreier ehemaliger Zwangsarbeiterinnen aus Samara in der Berufsschule. Drei weitere Projekte sollen im laufenden Jahr den Schwerpunkt der NDK-Arbeit bilden. Eins dreht sich natürlich um Fußball. „Wir wollen den Leuten zur Fußball-WM etwas bieten“, kündigt Ingo Stange an. „Wir werden aber nicht nur die Spiele übertragen, sondern auch einen politischen Akzent – vor allem nach den Ereignissen in Brandis – setzen. Ein Fußballturnier, Filme, Länderkunde, Lesungen und Podiumsdiskussionen zu den Themen Gewalt, Rassismus und Homophobie in Sport und Fußball sollen den rein sportlichen Part ergänzen. Ein zweites Projekt wird sich mit dem „Mythos“ DDR befassen. „Wir wollen den Antifaschismus in der DDR nachgehen, wollen fragen, war der eine Floskel oder ehrliche Aufarbeitung“, sagt Martina Glass. Auch die „Wendezeit“ werde beleuchtet. Zeitzeugen und Akteure sollen zu Wort kommen. „Schließlich wollen wir fragen, ob Demokratiemüdigkeit und -defizite von heute ihre Ursachen nicht auch in der DDR-Diktatur haben könnten.“ Mit einem dritten Projekt, das den Arbeitstitel „Schatzsuche“ trägt, wolle das NDK ein Stück näher an die Wurzener heranrücken. Denn eine gewisse Distanz zwischen NDK und einigen Bürgern spürten die NDK-Protagonisten immer wieder auch selbst, sagen sie. „In dem Projekt machen wir uns auf die Suche nach der Wurzener Identität. Wir wollen Geschichten und Biografien entdecken, verschiedene Perspektiven einfangen.“ Am Ende könnte eine kleine Ausstellung stehen, die fortlaufend erweitert wird.  

Drago Bock

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