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Wurzen Naunhof: Kindertagespflege adé
Region Wurzen Naunhof: Kindertagespflege adé
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05:00 18.12.2009

en. Die Linke stimmte dagegen. Unberührt von dem Beschluss bleiben die zurzeit bestehenden Betreuungsverträge.

Tagesmütter und Eltern, die als Gäste die Debatte verfolgten, nahmen die Entscheidung empört zur Kenntnis. In einer Unterschriftensammlung hatten sich auch  92 Bürger für den Erhalt der Tagespflege in Naunhof ausgesprochen.

Mit ihrem Beschluss stellten sich die Fürsprecher der Kündigung auch gegen die vorangegangene Abstimmung in den Ortschaftsräten Fuchshain und Albrechtshain/Eicha/Erdmannshain. Dort hatten sich die Ortschaftsräte  unmittelbar vor der Stadtratssitzung gegen die Kündigung der  Verträge mit Tagesmüttern ausgesprochen und einen mit Verwaltung und Tagesmüttern erarbeiteten Kompromissvorschlag entwickelt. Er sah vor, die Zahl der Bedarfsplätze je Tagesmutter von fünf auf drei zu reduzieren. Um die dennoch verbleibende Finanzlücke im Haushalt zu schließen, hatten die Ortschaftsräte Einsparungen unter anderem bei der  Straßenreinigung in Fuchshain und eine Erhöhung der Grundsteuer B (bebaute oder bebaubare Grundstücke und Gebäude) vorgeschlagen. Unterstützt wurden sie dabei auch von Eltern. In einem Brief an den Stadtrat hatten Eltern noch wenige Tage vor der Ratssitzung  zu der geplanten Kündigung der Rahmenverträge mit Tagesmüttern geschrieben: „Wir appellieren eindringlich an Sie, diesen Schritt nicht zu gehen und die Arbeit der Tagesmuttis als unverzichtbaren Bestandteil der Kinderbetreuung…anzuerkennen.“  Moderne Städte würden mit ihren Betreuungsangeboten auf die wachsende Flexibilität der Arbeitswelt  reagieren und sie nicht abschaffen.

Tief enttäuscht von der Entscheidung des Stadtrates zeigte sich Fuchshains Ortsvorsteherin Erika Proschwitz, die mit  Ortsvorsteherin  Michaela Vogelsang den Willen der Ortschaftsräte zur Beibehaltung der Tagespflege in einem Antrag an das Stadtparlament formuliert hatte. „Die demokratische Verfahrensweise ist zu akzeptieren, aber  dass sich die Mehrheit der Stadträte gegen die Tagespflege von Kindern ausspricht, kann ich nicht nachvollziehen“, sagte sie.

Von „tiefer Enttäuschung“ sprach auch Tagesmutter Ingrid Nagel aus Fuchshain. „Enttäuscht bin ich auch von der Wortlosigkeit der Stadträte, die es nicht einmal fertig gebracht haben, in der Diskussion auf den Antrag der Ortschaftsräte einzugehen oder ihre Entscheidung gegenüber den anwesenden Eltern und Tagesmüttern plausibel zu machen. Das ist zudem schlechter Stil.“

Die Kündigung der Rahmenverträge mit Tagesmüttern ist ein Punkt unter vielen in einem umfassenden Sparprogramm, das dem ebenfalls am Mittwoch mehrheitlich beschlossenen Haushalt 2010 der Parthestadt zugrunde liegt. Bürgermeister Uwe Herrmann sprach von bitteren Jahren, die der Stadt bevorstehen. Naunhof reagiere auf massive Einnahmenausfälle in Höhe von insgesamt rund 1,6 Millionen Euro infolge von Finanz- und Wirtschaftskrise mit einer Strategie, die es ermögliche, auch weiterhin auf einen ausgeglichenen und stabilen Haushalt zu bauen und wichtige Leistungen und Angebote für Bürger, für Kinder und Jugendliche zu garantieren. Aktuelles Beispiel dafür sei auch die am Mittwoch beschlossene Kooperationsvereinbarung  zwischen Stadt,  Kindervereinigung Leipzig und Mittelschule zum Ausbau der Schulsozialarbeit. Intensives Sparen sei die Voraussetzung, um im Interesse der Bürger in kommenden Jahren handlungsfähig bleiben und zahlreiche Investitionen finanzieren zu können. Dazu zählen unter anderem  der Bau des Feuerwehrgerätehauses, der Kindertagesstättenneubau in der Wurzener Straße, das Kunstrasenspielfeld in der Sportanlage Clade sowie  Straßenneu- und –ausbau. Pro Einwohner werde die Verschuldung auf rund 830 Euro wachsen, Ab 2012 will Naunhof wieder Schulden abbauen.  Andreas Läbe

Andreas Läbe

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