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Wurzen Nepal-Krimis für den guten Zweck
Region Wurzen Nepal-Krimis für den guten Zweck
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05:02 01.05.2018
Arne Drews stellte in der Wurzener Stadtbibliothek seinen zweiten Nepal-Krimi Monsun vor. Quelle: Foto:
Wurzen

Eine verblüffende Möglichkeit, um für Spenden zu werben, hat Arne Drews entdeckt. Der Grimmaer Lungenarzt schreibt Krimis, deren Erlös bis auf den letzten Cent den Projekten seines Vereins Nepalmed zugutekommt.

Vorige Woche machte der 48-Jährige in der Stadtbibliothek Wurzen in der Reihe „Total regional“ durch seine Romane mit den Problemen von Land und Leuten vertraut. In Nepal kennt sich Drews bestens aus: Seit 26 Jahren bereist er das Land. Zur Faszination der atemberaubenden Himalaya-Kulisse, der Farbenpracht von Tempeln und Klöstern kam für ihn schnell die Erkenntnis, wie unermesslich reich wir Europäer im Vergleich sind, gesegnet mit Geld, Wissen und Zeit. So gründete Drews im Jahre 2000 mit einer Gruppe von Freunden den Verein Nepalmed, der in Kooperation mit Einheimischen im Gesundheitswesen erfolgreich Hilfe zur Selbsthilfe bietet.

Neue Passion: das Schreiben

Seit seine Kinder aus dem Haus sind, leistet sich der Mediziner in seiner Freizeit eine neue Passion: Er verstrickt Probleme, unter denen Nepal tatsächlich leidet, in spannende und flüssig zu lesende Krimis mit buntem Lokalkolorit. Dabei bietet er viel Wissenswertes auf, das seinen Lesern das südasiatische Land vertrauter macht. Drews hat dazu Inspektor Sanjit erfunden, sich eine kleine dörfliche Polizeistation inmitten der Reisterrassen ausgedacht.

Viertes Buch in Arbeit

Drei Bücher sind bereits erschienen, das vierte ist in Arbeit. Im Kopf des Grimmaers ermittelt der emsige Kriminalinspektor bereit in seinem fünften Fall. Organhandel, Tierschmuggel und der Raub von Klosterkunst sowie die kriminellen Verteilungskämpfe um das Gold des Himalaya, die Droge Yarsagumba, die im Hochgebirge wächst, rufen seinen Ermittler auf den Plan.

Drews las in Wurzen aus seinem zweiten Band Monsun, brachte seinen Zuhörern Land und Leute mit Bildprojektionen nahe, stellte Intentionen seines Vereins vor. So erleichtern Photovoltaikanlage, umweltfreundliche Müllverbrennung und solare Warmwasseraufbereitung die Arbeit im Amppipal Hospital im armen ländlichen Distrikt Gorkha.

Projekte des Vereins Nepalmed

Drews berichtete auch von einem Op-Neubau, zweistöckig, modern ausgerüstet, für 40 000 Euro und machte deutlich, dass mit relativ wenig Geld in Nepal viel bewirkt werden kann. Der Mediziner beantwortete Fragen zu Kastenwesen, Religion, Korruption und Ayurveda. Er erzählte auch vom Kulturerbe-Wanderweg in der Region Gorkha, der nach den großen Erbeben von 2015 durch seinen Verein für den Fremdenverkehr erschlossen wurde, um Einheimischen Verdienstmöglichkeiten zu ebnen. „Wandern wie im Erzgebirge, aber vor großer Bergkulisse“, machte Drews seine Zuhörer auf das neue touristische Angebot neugierig.

Dem Grimmaer Mediziner jedenfalls war es gelungen, sein Publikum für das Land zu gewinnen, dem er selbst sich so verbunden fühlt. Das zeigte sich auch am Bücherstand, denn das Interesse, Inspektor Sanjit und seine Fälle weiter zu verfolgen, war bei den Zuhörern erheblich…

www.nepalmed.de

Von Ingrid Leps

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