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Wurzen Nerchauer lehnen Grimma nicht ab
Region Wurzen Nerchauer lehnen Grimma nicht ab
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15:33 23.02.2010
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Dabei war das Thema brisant. Immerhin stand die Fusion Nerchaus mit dem großen Nachbarn Grimma im Mittelpunkt der Debatte. Und hier hatte es im Vorfeld durchaus einige Kritik, vorallem an der Informationspolitik der Verwaltungen gegeben. Wer erwartet hatte, dass die Nerchauer die Hochzeitsvorbereitungen der Verwaltungen und Stadträte in Bausch und Bogen verdammen, wurde am Montag eines Besseren belehrt. Wenn die Stimmung im voll besetzten Saal des Bürgerzentrums als repräsentativer Meinungsquerschnitt der nerchauer gewertet werden kann, scheinen sie mit der Partnerwahl grundlegend zufrieden zu sein. Da wurden keine Befürchtungen laut, künftig fünftes Rad am Wagen zu sein. Auch war in den Diskussionen kaum etwas von Angst zu spüren, dass Nerchau die eigene Identität verlieren könnte. Viel pragmatischer gingen die Nerchauer die Sache an. Die meisten derer, die ans Mikrofon traten und Fragen stellten, hatten sich im Vorfeld mit dem Thema beschäftigt und stellten punktgenau Fragen. Und so erfuhren alle Anwesenden dann auch schon jede Menge von dem, was künftig im Doppel laufen soll. So wird Nerchau nicht kopflos sein. Uwe Cieslack wird zwar kein Bürgermeister mehr sein, aber als Ortsvorsteher Ansprechpartner im Bürgerzentrum sein. Vier Mitarbeiter der Stadt bleiben zudem hier. In anderen Räumen werden bislang in Grimma Beschäftigte arbeiten. „Mit insgesamt zehn Leuten, die hier dann tätig sein werden, ist das Haus so ausgelastet, wie jetzt. Auch Eheschließungen wird es hier weiter geben “, gab Bürgermeister Matthias Berger Auskunft. Der hatte zuvor, wie auch Nerchaus Stadtoberhaupt Uwe Cieslack ausführlich über die Hintergründe der möglichen Fusion informiert. „Es zwingt uns nicht nur das Geld. Vielmehr geht es auch darum, dass wir in diesen Zeiten verstärkt Spezialisten brauchen, welche sich in den einzelnen Fachgebieten so perfekt auskennen, dass für unsere Region etwas bewegt werden kann. Das kann niemand mehr allein schaffen“, versuchte Matthias Berger Einblicke in die Verwaltungsarbeit zu ermöglichen. Seiner Ansicht nach sei es daher wichtig, gemeinsam für eine starke Region zu sorgen. Gemeinsam mit Nerchau baue Grimma am Fundament eines kräftigen Mittelzentrums. Folgerichtig sei nach Berger auch eine Verbindung mit Trebsen. Dann hätte das Gebilde rund 27 000 Einwohner. „Und wäre dann im Vergleich mit anderen Mittelzentren immer noch klein“, ergänzte er. Den Nerchauern erschloss sich die Logik dieser Argumentation durchaus. Zuversichtlich stimmten zudem zugesagte niedrige Steuern, Unterstützung für Kinder- und Jugendarbeit sowie Vereine. Auch die positiven Erfahrungen aus dem nach Grimma eingemeindeten Großbardau wurden gehört und die Worte von Matthias Berger: „Wir versprechen keine Wunder, sondern wollen gemeinsam dafür sorgen, das gute Niveau zu halten“, gaben dem Ganzen die nötige Bodenhaftung. Einen Wermutstropfen gab es dennoch: „Die Art und Weise, wie bisher alles gelaufen ist, ist fragwürdig. Wurden die Bürger wirklich genügend einbezogen? Hätte so eine Einwohnerversammlung nicht zu Beginn der Überlegungen stattfinden sollen?“, fragte ein Nerchauer. Die Bürger seien der Ansicht, alles wäre sowieso schon gelaufen und äußern sich deshalb kaum. Der Nerchauer war nicht der einzige, der das Thema Bürgerbegehren und Meinungsbildung ansprach. Stadträtin Ute Kniesche machte daraufhin deutlich, dass diese Einwohnerversammlung nicht das Nonplusultra sein muss. Wenn gewünscht, könnten zum Beispiel weitere Informationsveranstaltungen auch in den Ortsteilen folgen. Bürgermeister Uwe Cieslack unterstrich, dass die Messen keinesfalls schon gesungen seien. „Wir wollten uns heute ein Bild von ihrer Meinung verschaffen und dann im Stadtrat über die weitere Vorgehensweise entscheiden“, sagte er. Fachlich brachte es Reinhard Luckow von der Rechtsaufsicht des Landratsamtes auf den Punkt: „Derzeit läuft erst das Vorverfahren. Die Entwürfe des Fusionsvertrages werden von Landratsamt, Landesdirektion und Innenministerium begutachtet. Dann liegen sie öffentlich aus und sie als Bürger können sich auch hier noch aktiv einbringen.“  

Conny Hanspach

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