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Wurzen Neue Belgershainer Turnhalle soll ihrem Vorgängerbau ähneln
Region Wurzen Neue Belgershainer Turnhalle soll ihrem Vorgängerbau ähneln
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14:50 04.12.2015
Draufsicht der neuen Turnhalle.  Quelle: Thomas Kube
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Belgershain

 Die Planerin hatte sich an die Vorgaben der Gemeinde gehalten, eine Halle nach Deutscher Industrienorm (DIN) zu errichten. Sie würde demnach aus einem 15 mal 27 Meter großen Innenraum bestehen. An der Längsseite zur Feldstraße hin schließen sich nach der Vorstellung von Strauß getrennte Geräteräume für den Vereins- und Schulsport mit mobilen Sprossenwänden an, die in die Halle geschoben werden können und an denen sich beidseitig turnen lässt. Außerdem kämen in dem Anbau Lager- und Technikraum unter. Auf der gegenüberliegenden Seite der Halle befände sich der Flur mit Umkleide, Duschen, Besucher- und Behindertentoilette sowie Übungsleiterraum. Außerdem gäbe es dort eine Nische mit Sitzen für rund 20 Besucher und weiteren Stehplätzen, die den Spielverlauf beobachten wollen.

Alles in allem also ein turnhallentypischer Aufbau, der in seiner Anordnung dem jetzigen Ensemble ähnelt. Nur würde er jetzt mit einem Flachdach versehen, so dass die lichte Höhe für Volleyball über die gesamte Spielfläche gewährleistet ist. In der alten Halle mit ihrem Tonnengewölbe prallt der Ball oft an die zu niedrige Decke in den Randbereichen.

Insgesamt zeigten sich die Gemeinderäte und anwesende Besucher der Sitzung von der Vorstellung angetan. In einem wesentlichen Punkt wollten sie jedoch nicht mitgehen. Ihnen war die Halle zu klein, sowohl hinsichtlich der Spielfläche als auch im Bereich des Sanitärtrakts. In der Tat ist der Altbau etwas größer.

Belgershain soll eine neue Turnhalle erhalten. Der erste Entwurf liegt auf dem Tisch.

Diskutiert wurde, ob die Halle nicht gleich die Ausmaße erhalten soll, dass in ihr auch Fußball gespielt werden kann. „Doch dann wird sie extrem größer“, so Architektin Strauß. Sie müsste laut DIN 20 mal 40 Meter messen, was sich entsprechend preislich auswirken dürfte. So verständigten sich die Räte darauf, wenigstens die Maße der alten Halle zu erreichen. Für Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos) ein Kompromiss, den er mitgeht. Kommende Woche will er sich mit der Architektin zusammensetzen, um Rahmenbedingungen für einen weiteren Entwurf abzustecken.

Soll die neue Belgershainer Turnhalle so groß sein, dass darin ein normgerechtes Fußballfeld unterkommt?

Die Gemeinde will die alte Sporthalle abreißen und durch eine neue ersetzen lassen. Diskutiert wurde, ob sie die Ausmaße für ein normgerechtes Fußballfeld erhalten soll.

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Für den Bau nach DIN hätte die Errichtung der Halle reichlich 1,7 Millionen Euro gekostet. „Wird sie größer, verteuert sie sich entsprechend“, erklärte Bianca Strauß. Allein kann und will die Gemeinde das Projekt nicht stemmen. Deshalb möchte sich Hagenow im nächsten Jahr um eine Sportförderung kümmern, er hofft auf Beihilfen in Höhe von rund 50 Prozent. Die andere Hälfte hätte die Kommune zu zahlen. Am liebsten würde der Bürgermeister angesichts der günstigen Zinsen einen Kredit aufnehmen. Doch da spielt nach seinen Worten die Kommunalaufsicht nicht mit. So lange Belgershain noch selbst Geld auf der hohen Kante hat, müsse die Gemeinde erst diese Mittel angreifen, sagte er. 2017 solle die Halle gebaut werden.

Sie entsteht, das ist nun klar, auf dem jetzigen Hartplatz. Von der Feldstraße aus soll sie großzügig verglast werden; da es sich um die Nordost-Seite handelt, fällt kein direktes Sonnenlicht ein. Auf der anderen Seite sind keine Fenster vorgesehen. Sollte sie sich die Gemeinde wünschen, müsste sie auch einen Blend- und Sonnenschutz bezahlen.

Ist die neue Halle eingeweiht, kann die alte abgerissen werden. An ihrer Stelle soll nach den Vorstellungen von Strauß eine Art Campus zwischen Grundschule, Feldstraße und neuer Halle entstehen mit Pflasterfläche, Bänken, Parkplätzen für Fahrräder und Autos, Rasenfläche und Bäumen. „Ein Wohlfühlbereich“, nennt das die Architektin. Neben der Halle, entstünde zudem eine Weitsprunganlage.

Lange hatte die Gemeinde mit sich gerungen, ob sie den Altbau ertüchtigen oder abreißen lässt. „Wir haben einen Statiker zu Rate gezogen“, erläuterte Strauß. „Jetzt wissen wir, dass ein Neubau preiswerter ist.“ Die alte Halle, ein Typ aus den 1970er-Jahren, sei zu Zeiten der Baustoffknappheit entstanden. „Man sparte, wo es ging“, erklärte die Architektin. „Sobald ich anfange, etwas umzubauen, muss ich einen Wärmeschutz anbringen. Diese Last lässt die Konstruktion nicht zu. Sie soweit zu ertüchtigen, dass sie die Aufbauten trägt, wäre unwirtschaftlich.“

Die neue Einfeld-Halle ist ausschließlich für den Sport gedacht. „Es handelt sich nicht um eine Mehrzweckhalle“, betonte die Architektin. Für Kulturveranstaltungen sei sie nicht ausgelegt. Lediglich Feiern der Grundschule, wie zum Beispiel der Schulanfang, seien in ihr möglich.

Von Frank Pfeifer

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