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Wurzen Neue DRK-Dienststelle in Wurzen: Mehrheit stimmt für Flächenverkauf
Region Wurzen Neue DRK-Dienststelle in Wurzen: Mehrheit stimmt für Flächenverkauf
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00:23 12.02.2018
Der künftige Standort des neuen Rotkreuz-Zentrums: Gleich hinter dem Dienstsitz der Arbeitsagentur erwarb der Wohlfahrtsverband 12 543 Quadratmeter, um hier zu bauen. Quelle: Foto: Kai-Uwe Brandt
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Wurzen

Mit seiner Rede erregte Heinz Richerdt lediglich Widerspruch über die Fraktionstische des Stadtrates hinweg. Im Beisein der beiden DRK-Vorstände Bettina Belkner und Jens Stiller entschied sich die Mehrheit der Wurzener Volksvertreter zu ihrer jüngsten Sitzung für den Verkauf eines 12 543 Quadratmeter großen Areals im Gewerbegebiet Nord an den Muldentaler Wohlfahrtsverband.

Von den anwesenden 23 Parlamentariern votierten 19 mit Ja, Axel Fleck (SPD) stimmte mit Nein und Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) sowie der sozialdemokratische Fraktionschef Richerdt enthielten sich. Nicht am Wahlakt beteiligte sich Andreas Kewitz (CDU). Der Inhaber des Planungsbüros Kewitz verfolgte das Geschehen vom Besucherstuhl aus – wegen Befangenheit.

Bevor jedoch die Mandatsträger ihre Hände zum Pro oder Contra hoben, nutzte Rechtsanwalt Richerdt die Gunst der Stunde, um einmal mehr auf die Vorgeschichte der Beschlussvorlage einzugehen. Aus seiner Sicht sei vieles schief gelaufen, sagte er. In den Medien wären Halbwahrheiten veröffentlicht worden und das DRK habe sogar gedroht, Wurzen zu verlassen. Allein dadurch fühle er sich persönlich betroffen und angegriffen. Außerdem hielte es Richerdt für „grotesk“, dass ein Unternehmer in diesem Zusammenhang öffentlich die Wirtschaftspolitik von Oberbürgermeister Röglin kritisierte (die LVZ berichtete). Zudem frage er sich, was mit dem derzeitigen DRK-Gelände in der Walther-Rathenau-Straße passiert, das ja nach dem Umzug leer stehe. Vor allem sorge sich der SPD-Mann um seine Sicherheit angesichts der Umgangsform im Vorfeld. „Wann wird aus einer Drohung eine körperliche Auseinandersetzung?“ Und: „Ich sehe mich nicht in der Lage, zu entscheiden und werde mich deshalb enthalten.“

Das Echo auf die SPD-Brandrede folgte prompt. So erinnerte Thomas Zittier (Fraktion Bürger für Wurzen) daran, dass zum Thema Verkauf im zuständigen Fachausschuss „ruhig und sachlich“ abgewogen wurde. Er jedenfalls habe sich zu keinem Zeitpunkt bedroht gefühlt. Kathrin Gehres (CDU) bezeichnete Richerdts Beitrag – „wie soll ich es freundlich ausdrücken“ – „befremdlich“. Wer Stadtrat sei, müsse schließlich mit derlei Vorgeplänkel umgehen können. Indes bekräftigte CDU-Fraktionschef Matthias Rieder einmal mehr, dass die Christdemokraten hinter den Plänen einer neuen DRK-Dienststelle auf dem Gewerbegebiet stünden. Die Stadt sollte froh über den Investor sein, zumal es hierbei auch um Arbeitsplätze ginge. Zuletzt äußerte sich noch Klaus Meißner von den Linken. Er sprach sich schon im Ausschuss für den Kreisverband aus und bleibe bei seiner Meinung.

Im Anschluss der Tagung zeigten sich Belkner und Stiller erfreut über das Ergebnis. „Wir danken der Mehrheit der Stadträte, die mit ihrer Entscheidung nicht allein nur das Leistungsspektrum des DRK Muldental, sondern zugleich die wichtige soziale Arbeit aller Mitarbeiter gewürdigt haben.“

Wie berichtet, bekundete der Kreisverband im Mai des Vorjahres sein Interesse zum Kauf der Fläche gleich hinter der Arbeitsagentur. Allerdings gerieten im September die Verhandlungen plötzlich ins Stocken – der Entwurf eines notariellen Kaufvertrages lag da aber schon vor. Erst nach mehreren Nachfragen erfuhr Vorstand Stiller die Ursache des Stopps. Grund sei laut Stadtverwaltung die Siedlungsanfrage eines Unternehmens der Keramikindustrie gewesen.

Einige Wochen später und weil sich nichts tat, verfasste das DRK einen Brief an alle Abgeordneten und bat um Hilfe bei der „Verwirklichung unseres Vorhabens“. Den Schlusspunkt setzte schließlich Ende Januar der Haushalts- und Verwaltungsausschuss. Bis auf das Stadtoberhaupt befürworteten seinerzeit alle im Gremium die Veräußerung der 12 543 Quadratmeter zu einem Preis von 100 800 Euro.

Von Kai-Uwe Brandt

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