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Neue Spielregeln im Kulturraum Leipziger Raum

Mehr Mitsprache Neue Spielregeln im Kulturraum Leipziger Raum

Mehr Mitsprache soll den Kreisräten bei der Verteilung der Gelder im Kulturraum Leipziger Raum eingeräumt werden. Die Ältestenräte der Landkreise Leipzig und Nordsachsen einigten sich auf diese Vorgehensweise

Auch das Museum Steinarbeiterhaus in Hohburg ist auf Zuschüsse aus dem Kulturraum angewiesen.
 

Quelle: Thomas Kube

Landkreis Leipzig.  Für die Verteilung der Mittel im Kulturraum Leipziger Raum soll es neue Spielregeln geben. Das kündigte Landrat Henry Graichen (CDU), Vorsitzender des Kulturkonvents, an. Da die finanzielle Beteiligung der Landkreise Leipzig und Nordsachsen, die gemeinsam den Kulturraum bilden, erheblich sei, wollen auch Kreisräte bei der Mittelvergabe künftig ein Wörtchen mitreden. „Die Diskussion zur Finanzierung der beiden Orchester hat gezeigt, dass die Kreisräte bei dem Thema stärker eingebunden werden möchten. Schließlich fließen über die Kulturumlage auch Mittel aus der Kreiskasse, um kulturelle Einrichtungen und Projekte zu fördern.“

Auf die Vorgehensweise habe man sich bei einem Treffen der Ältestenräte beider Landkreise verständigt, erläuterte Graichen. „Nordsachsen hat den Vorschlag eingebracht, der bei uns auf offene Ohren gestoßen ist.“ Konkret sollen die Förderlisten nach einer Bewertung durch den Kulturraum und die Sparten auch im Schul- und Kulturausschuss von Torgau sowie im Ausschuss für soziale Infrastruktur des Landkreises Leipzig diskutiert werden. „Jeder wird dann über die beantragten Projekte zu befinden haben, die jeweils in seinem Landkreis angesiedelt sind“, stellte Graichen klar. Die Ausschüsse sollen eine Empfehlung für das Entscheidungsgremium des Kulturraums, den Kulturkonvent, abgeben. Dieser setzt sich aus den beiden Landräten, jeweils zwei beratenden Vertretern der Kreistage und dem Beiratsvorsitzenden zusammen. Stimmberechtigt sind allein die Kreisoberhäupter.

Zur konkreten Verfahrensweise hakte Peter Krümmel, stellvertretender Beiratsvorsitzender und langjähriger Chef der Sparte Soziokultur, nach. „Welche Rolle kommt den Sparten dann noch zu, die die Anträge bisher fachlich bewertet und für einen Ausgleich gesorgt haben?“ Die Expertise der Sachverständigen und Kulturvertreter bleibe natürlich weiter wichtig, bekräftigte Graichen. „Die Arbeit der Sparten wird sogar aufgewertet, weil die Sparten die Förderrichtlinien und damit die Grundlagen der Finanzierung erarbeiten“, unterstrich sein Amtskollege Kai Emanuel (parteilos). Maria Gangloff (Linke) begrüßte ebenso wie Ingo Henjes (SPD), beide Kreisräte und Vertreter im Kulturkonvent, dass die Entscheidungen im Kulturraum damit auf eine breitere demokratische Grundlage gestellt werden. Gabriela Lantzsch (SPD), ebenfalls Konvent-Mitglied, wies jedoch auf die Risiken hin, die aus ihrer Sicht mit der Neuerung verbunden wären: „Die Herausforderungen besteht darin, dass auch die Mitglieder der Ausschüsse die Förderrichtlinien des Kulturraumes verinnerlichen und nicht nur nach lokalen Interessen entscheiden.“ Graichen zeigte sich zuversichtlich, dass dies nicht der Fall sein werden: „Die Dinge sollen nach wie vor durch die fachliche und nicht die lokalpatriotische Brille betrachtet werden.“ Zudem, fügte der Landrat an, soll die Kompetenz aus den Sparten auch in die Diskussion der Ausschüsse einfließen. Die Vertreter von Soziokultur, Orchestern, Museen, Bibliotheken sowie weiteren geförderten Institutionen sollen als Sachverständige geladen werden. Das Prozedere soll voraussichtlich erst für das Förderjahr 2019 greifen.

Von Simone Prenzel

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