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Neuer Betreiber will Schweinezuchtanlage in Falkenhain wiederbeleben

Neuer Betreiber will Schweinezuchtanlage in Falkenhain wiederbeleben

Lossatal/Falkenhain. Der Schweinestall in Falkenhain soll schon bald wiederbelebt werden. Jahrelang blieben die Türen der Anlage geschlossen.

Nun zieht mit seinem neuen Betreiber wieder Leben ein. Doch die nahende Wiedereröffnung stößt nicht nur auf Fürsprecher.

"Sag nein zum Schwein in Falkenhain" - mit diesen Worten machen Anwohner der Karl-Marx-Straße ihrem Ärger gegen die Wiedereröffnung der Schweinezuchtanlage auf einem großen Plakat Luft. Hans-Jürgen und Marion Jacob stinkt es gewaltig. Immer wieder hätten sie in der Vergangenheit mit Geruchsbelästigung und Fliegen zu kämpfen gehabt. Im Jahr 2002 zogen sie deshalb sogar vor Gericht - und verloren. "Die Vorstellungen des neuen Betreibers klingen zwar gut, wir sorgen uns aber, dass das Konzept am Ende nicht aufgeht. Das funktioniert vielleicht am Anfang, auf Dauer aber nicht", meint die 49-Jährige.

Insgesamt will Jörg Hörig, der Sohn des ehemaligen Betreibers, 1,4 Millionen Euro für die Modernisierung der Anlage am östlichen Rand Falkenhains ausgeben. "Jetzt investieren wir richtig, um in Zukunft jeglichen Ärger zu vermeiden", sagt er. Und so sollen die Ställe entkernt und miteinander verbunden werden, sodass keine Krankheitserreger eindringen können. Und auch der Lärm durch über den Hof getriebenes Vieh fällt damit weg. Auch sollen neue Fenster eingesetzt und ein größerer Gülle-Behälter angeschafft werden. Hinzu kommen weitere Investitionen für eine halbautomatische Fütterungsanlage sowie Heizung und neue Stall-Ausstattung. Zudem soll die Außenanlage eingezäunt und eine Lüftungsanlage installiert werden, die für eine geringere Geruchsemission sorgt, als gesetzlich erlaubt. Die Baugenehmigung für das Vorhaben wird derzeit geprüft. Mit der Modernisierung beginnen möchte der Techniker für Landbau Ende des Jahres. Der Produktionsstart ist für März 2014 angedacht.

Von den bestehenden zehn Ställen sollen in Zukunft sechs bewirtschaftet werden. Die übrigen vier, die der Wohnbebauung am nächsten liegen, sollen eventuell als Lagerplätze für Futtermittel dienen. Bewirtschaften will der Landwirt das Areal mit Hilfe von drei ortsansässigen Mitarbeitern. Sein Vater steige aber aus dem operativen Geschäft aus.

Insgesamt 534 Sauen werden in den neuen Ställen Platz finden. Hinzu kommen zwei Eber und acht Einheiten à 278 Plätze für die Ferkel. "Das ist eine Größenordnung, die bislang nie da war", meint Marion Jacob. "Das ist weniger als vorher", sagt hingegen Jörg Hörig. Er reduziere den Bestand vielmehr um 94 Sauen und über 150 Mastplätze.

Auch im Ortschaftsrat wurde die Wiedereröffnung thematisiert. "Ich kann die Bedenken der Anwohner nachvollziehen, in den 1990er-Jahren gab es unwahrscheinlich Zoff deswegen", sagt die Vorsitzende des Ortschaftsrats, Martina Lehnigk. Aber: "Wir haben eine neue Generation von Ställen, neue Gesetze bei Bauordnungsverfahren und einen neuen Betreiber. Was damals passiert ist, kann ich mir unter diesen Bedingungen nicht vorstellen." Und so kam der Ortschaftsrat zu dem einstimmigen Ergebnis, dem Betrieb eine Chance zu geben. Auch die Mehrheit der Anwohner sei dafür.

Marion und Hans-Jürgen Jacob sehen das anders. Sie befürchten, dass Jörg Hörig wegen steigender Energiekosten die Lüftung ausschaltet, um Geld zu sparen. Auf diese Befürchtung angesprochen, winkt der 31-Jährige ab. "Das bekommt den Tieren nicht und brächte nur die gleichen Probleme wie vor ein paar Jahren." Außerdem habe er vorgesorgt, beziehe über eine Solaranlage seinen Strom 30 Prozent günstiger als üblich. Auch Fliegen werde es in Zukunft keine mehr geben, das geschlossene System der Ställe wirke dem entgegen. "Ich glaube, dass kaum spürbar sein wird, dass die Anlage wieder in Betrieb ist", ist sich Jörg Hörig sicher.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.02.2013

Patricia Liebling

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