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Wurzen Neuer Glanz für Kirche Thammenhain
Region Wurzen Neuer Glanz für Kirche Thammenhain
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14:37 07.05.2010
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. Noch parkt der Kombi des Malers neben dem Feldsteinbau. Am Pfingstmontag aber wird mit einem Festgottesdienst die Sanierung gefeiert. Um die 100 000 Euro, mehr als ursprünglich veranschlagt, hat die bemerkenswerte Auffrischung gekostet, von der in Thammenhain alle begeistert sind, die daran Anteil nehmen.

Der Kirchenraum präsentiert sich in lichtem Ocker. Steingrau, Schilfgrün und Braunrot setzen sparsame Akzente. Die Schriftzüge an Triumphbogen und der Empore wurden sorgsam erneuert, das Gestühl in frischer Farbe gefasst. Seit Mitte Januar, mit Unterbrechungen, ist hier Jens Herrmann bei der Arbeit. Der Maler aus dem Erzgebirge ist geprüfter Fachhandwerker für Denkmalpflege und bringt viel Einfühlungsvermögen für die jahrhundertealte Bausubstanz auf.

Seit 2001 kämpfte Pfarrer Klaus-Peter Schmidt um eine Verjüngungskur für das Thammenhainer Kirchlein. Aber dann ging es Schlag auf Schlag: 2009 wurden die nötigen Fördermittel bewilligt, die Sanierung konnte starten. Feuchtigkeit war an den Mauern aufgestiegen und bis zu einer Höhe von zwei Metern musste der Putz abgeschlagen, durch eine Sanierschicht ersetzt werden. Elektrik und Beleuchtung wurden erneuert, der Sandsteinfußboden an Fehlstellen ergänzt und auf Vordermann gebracht. Auch die Decke im Altarraum, die durch Feuchtigkeit gelitten hatte, wurde in ihrer Originalversion rekonstruiert.

In Absprache mit Denkmalschutz und kirchlicher Baupflege griff man bei der farbigen Gestaltung auf unterschiedliche Fassungen zurück. So orientierten sich die Fachleute im Treppenhaus auf die Zeit von 1856, als an der Kirche erhebliche Umbauten vorgenommen wurden. Im Schiff hingegen hielten sie sich an das Bild von 1907. Bibelsprüche an der Empore, auch ein Schablonenfries unter der Decke wurden wieder herausgearbeitet. Zugunsten einer Gesamtwirkung, die sich auf den schönen Barockaltar konzentriert, wurde auf die Deckengestaltung aus dieser Zeit verzichtet.

Im Altarraum hingegen, so Pfarrer Schmidt, lässt man sich von der Barockfassung vom Ende des 18. Jahrhunderts leiten. Unter Schönbergschen Wappen an der Patronatsloge war eine raffinierte Marmorierung zum Vorschein gekommen. Ein Restaurator hat sich der Illusionsmalerei angenommen und die Flächen wieder makellos hergestellt.

„Alle, die bisher einen Blick in die Kirche geworfen haben, sind restlos begeistert", freut sich Pfarrer Schmidt. „Jetzt muss es uns nur noch gelingen, auch den Kanzelaltar von 1720 zu restaurieren." Die Aktion würde bestimmt 30 000 bis 40 000 Euro kosten. Und auch bei Förderung muss bekanntlich ein Eigenanteil vorgewiesen werden. „Egal wie, den Altar müssen wir auch noch hinkriegen", hat Schmidt schon das nächste Ziel im Auge.

Ingrid Leps

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