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Wurzen Neues Gesicht für Leipziger Straße in Bennewitz
Region Wurzen Neues Gesicht für Leipziger Straße in Bennewitz
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00:23 12.02.2018
Ein Knackpunkt: die Anbindung der momentan unter dem Niveau der Leipziger Straße liegende Albert-Kuntz-Straße. Quelle: Foto: Ines Alekowa
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Bennewitz

Die Gemeinde koppelt ihr Vorhaben an eine Baumaßnahme des Abwasserzweckverbandes Muldenaue. Der will in der Leipziger Straße den Abwasserkanal erneuern. Im Fokus: ein 1300 Meter langer Abschnitt von der Tankstelle bis kurz vor die Muldenbrücke und die 500 Meter lange Ableitung Dorfstraße bis zur Kläranlage. Der Startschuss für die Maßnahme, die voraussichtlich fünf Jahre in Anspruch nehmen wird, soll dieses Jahr fallen.

Der Wunsch, die Leipziger Straße umzugestalten, besteht allerdings schon, seit die ehemalige Bundesstraße 6 mit Inbetriebnahme der Umgehung 2007 zur Ortsstraße umgewidmet wurde. Sie soll schmaler und damit fußgängerfreundlicher werden. Mit der Planung wurde ISW&T beauftragt. Anregungen kamen aus Einwohnerversammlung und Gewerbestammtisch. „Die waren sehr wertvoll“, schickte Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos) der Vorstellung des Planentwurfs voraus und fügte hinzu: „Aber alle Ideen unter einen Hut zu bringen, ist schwierig.“

Betrachtet wurde im Rat jetzt erst einmal der Abschnitt von Kreuzung Grimmaische Straße (B 107)bis Einmündung Bahnhofstraße. ISW&T hatte dazu zwei Varianten vorgelegt. Erläutert wurde nur eine. Auf die kostenminimierte zweite , so Laqua, werde man zurückgreifen, wenn nicht wie erwartet Fördermittel fließen.

Sechs Schwerpunkte

Straßenbreite: „Unsere Vorgabe war, für Verkehrsberuhigung zu sorgen“, sagte Planer Frank Hartmann. Vorgesehen ist deshalb, die Straßenbreite von jetzt neun bis elf auf 6,50 Meter (m) zu verringern. Genug, dass sich Bus und LKW reibungslos begegnen können. Die Straße noch schmaler auszulegen, habe man verworfen, „weil die Feuerwehr, die an der Dorfstraße ihr Gerätehaus hat, noch mit Tempo 50 durchkommen muss“, erklärte er.

Geh- und Radweg: Abstriche von beidseitig 1,50 m an der Straße, deren Asphalt erhalten bleibt, geben dem Gehweg Raum – er wird auf beiden Seiten durchgehend 2,50 m breit. „Er wird als Gehweg ausgeschildert und Radfahrern per Zusatzschild die Mitbenutzung freigestellt“, so Hartmann. Obwohl die Straße auf den ersten Blick viel Platz bietet, reiche er für einen gesonderten Radweg nicht, für diesen würden noch einmal 1,60 m benötigt. Zur Oberflächengestaltung schlug der Planer auf Nachfrage von Ina Adler (Linke) großformatiges, glattes Betonpflaster vor. „Muster werden wir zu gegebener Zeit vorlegen.“ Asphalt passe nicht zum dörflichen Charakter.

Parken: Bei der Schaffung von Parkmöglichkeiten berücksichtigten die Planer den Bedarf an Kundenparkplätzen in der Geschäftsstraße und einen zügigen Verkehrsabfluss von der Ampelkreuzung mit der B 107. Momentan stauen sich Autos insbesondere in Höhe Bäckerei. Auf der nördlichen Seite, Hausnummer 16 bis 22, schlugen sie deshalb für zügiges Ein- und Ausparken größere Parkbuchten vor, auf der südlichen soll nur eine Fahrbahnmarkierung. Siegfried Pohl (CDU) plädierte sogar dafür, vor der Bäckerei eine durchgehende Parkfläche, nicht durch Grün an Zufahrten begrenzt, anzulegen.

Leipziger Straße: Die Bushaltestelle soll in dem Bereich bleiben. Die Parksituation vor der Bäckerei (links), wo es bei rechts und links parkenden Autos plus Begegnungsverkehr schon mal eng wird, entschärft werden. Quelle: Ines Alekowa

Bushaltestelle: Die Bushaltestelle soll am jetzigen Ort bleiben. Zwar spreche auch viel für den alten Gasthof, in dem betreutes Wohnen entsteht, räumte Laqua ein, aber vor allem müsse schnelles Umsteigen von der Haltestelle in der Grimmaischen Straße ermöglicht werden.

Begrünung: Der Idee, die Allee, wie sie alte Fotos zeigen, aufleben zu lassen, erteilte ISW&T eine Absage. Nur an der Bahnhofstraße wird ein Baum gesetzt. „Der Untergrund ist voller Leitungen, die hatten unsere Vorfahren nicht“, verwies Hartmann auf den Platzbedarf für Wurzeln. Das Ingenieurbüro setzt statt dessen auf kleineren Bewuchs. Bei der Pflanzenauswahl wird der Rat auf Wunsch von Ulrike Böhme (Linke) mitreden.

Leipziger Straße früher: Viele Bäume verliehen ihr – hier in Höhe der Bäckerei – den Charakter einer Allee. Quelle: Archiv

Albert-Kuntz-Straße: Ein Knackpunkt ist die Anbindung der Albert-Kuntz-Straße, die einen halben Meter unter dem Niveau der Leipziger liegt. „Das gibt einen erheblichen Eingriff“, so Hartmann. Zur Anbindung wird die Leipziger Straße beidseitig allmählich auf das Niveau der Kuntzstraße abgesenkt. „Laufen wir nicht Gefahr, dass sich bei Starkregen dort Wasser sammelt“, fragte Pohl, Wolfram Böttger (CDU) verwies zudem auf den Durchlass unter der Leipziger Straße, der sich in der Senke fortsetzt und bei Muldehochwasser volllaufen kann. Aber Planungsleiter Jörg Lunz beruhigte: „Wir werden baulich alles tun, damit genau das nicht passiert.“

Am Ende gab es zwar keinen Beschluss, aber ein deutliches Ja des Gemeinderates zu dem Planentwurf.

Von Ines Alekowa

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