Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Neues Gutachten über Sanierungskosten der Grundschule Sternwarte liegt vor
Region Wurzen Neues Gutachten über Sanierungskosten der Grundschule Sternwarte liegt vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:35 09.03.2018
Sanierung, Abriss oder Neubau: Um eine Grundlage für die Entscheidung zu haben, ließ die Stadtverwaltung ein Gutachten über die Schäden an und in der Grundschule „An der Sternwarte“ erstellen. Die Expertise liegt jetzt vor. Der unabhängige Gutachter bezifferte die Kosten der Reparatur mit rund 1,2 Millionen Euro. Quelle: Frank Schmidt
Anzeige
Wurzen

Wie geht es eigentlich weiter mit der Grundschule „An der Sternwarte“? Eine Frage, die sich seit der Diskussion um die Sanierung, den Neubau oder Abriss nicht nur Lehrer, Eltern und Kinder stellen. Zuletzt, und das bereits im August 2017, ließ die Stadtverwaltung wissen, dass nach der Bürgerversammlung vor genau einem Jahr „noch nicht allzu viel passiert ist“.

Seinerzeit folgten weit über 200 Einwohner der Einladung in den Plenarsaal des Stadthauses und sprachen sich für den Erhalt der Bildungsstätte aus. Unter anderem, weil der Roitzscher Bauingenieur Horst Kupka für das Beheben der Schäden am Gebäude in Segmentbauweise rund 100 000 Euro veranschlagte. Bis dato existierte lediglich eine Studie des Wurzener Planungsbüros Andreas Kewitz aus dem Jahr 2014, die von 1,6 Millionen Euro ausging. Um letztlich Klarheit zu schaffen, beauftragte die Verwaltung einen öffentlich bestellten Sachverständigen. Mittlerweile liegt das Ergebnis vor, teilte Stadtsprecherin Cornelia Hanspach auf Anfrage mit.

Detaillierter Prüfbericht listet Mängel auf

Den 27-seitigen Prüfbericht erarbeitete der Altenburger Fachmann Uwe Remiger. Bereits Mitte Dezember war er für zwei Tage vor Ort, begleitet von Kollegen, die speziell den Brandschutz und die Elektrotechnik unter die Lupe nahmen. Für die Beurteilung, so Hanspach, stellte die Stadt außerdem sämtliche vorherige Unterlagen zur Verfügung.

Bei der Visite sparte das Team keine Ecke vom Erdgeschoss bis unters Dach aus. Insofern liest sich die neue Expertise nahezu deckungsgleich wie die von 2014. Hanspach listet einige der Mängel auf: fehlende Brandschutzklassifizierung, kaputte Fußbodenfliesen, Wasserflecken, Risse im Fertigbeton und vor allem die desolate Fassade. Um sie normgerecht auf Vordermann zu bringen, bedarf es allein schon 330 000 Euro. Die Gesamtkosten für Reparaturen und Erneuerungen bezifferte der Altenburger Sachverständige mit einem Bruttowert von 1,167 Millionen Euro.

Grundlage für nächstes Schritte

„Das Material bildet jetzt die Grundlage für die nächsten Schritte“, fügte Hanspach an. Denn was die Zukunft der Grundschule „An der Sternwarte“ betrifft, habe Wurzen nicht nur dieses Thema vor der Brust. Schließlich brachte die Stadtverwaltung im Zuge der Diskussion um Sanierung oder Neubau zugleich eine Neuordnung der Bildungslandschaft für alle drei städtischen Grundschulen ins Gespräch. Das Konzept sah zum Beispiel vor, eine Art Campus im Norden mit der Ringelnatzschule und der Kita Knirpsenland zu schaffen sowie im Süden mit der Diesterwegschule und der Kita Sonnenschein. Dafür müsse allerdings im Norden erst einmal eine Turnhalle errichtet werden und die Musikschule Muldental aus der oberen Etage des Schulgebäudes ziehen. Aber selbst für die Musikschüler hatte die Stadt den Plänen nach ein Ausweichquartier im Blick – den Clara-Zetkin-Platz samt Wasserturm.

Letztlich vertagte der Stadtrat zu seiner Sondersitzung im März 2017 die Entscheidung und verwies vor einem zahlreichen Publikum interessierter Lehrer, Eltern und Kinder die Problematik zurück in den Kulturausschuss.

Die taufrische Expertise, so Hanspach, bilde nunmehr den Ausgangspunkt für die Verwaltung, einen zeitlichen Ablaufplan zu erstellen und die Vorhaben entsprechend im kommunalen Haushalt zu fixieren.

Von Kai-Uwe Brandt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Musikliebhaber willkommen: Der Chor „Zwischentöne“ aus Brandis sucht nach Verstärkung. Durch einen Umbruch im Verein brauchen die Mitglieder erfahrene Unterstützung. Bei der überschaubaren Gruppe geht es jedoch nicht ausschließlich um den Gesang.

07.03.2018

Landrat Henry Graichen (CDU) war Mitte 2017 beauftragt worden, sich bei der Landesregierung für kostenfreie Kitas einzusetzen. Jetzt gibt es eine Antwort aus dem sächsischen Kultusministerium.

09.03.2018

Zwei Baumstümpfe wurden mit schwarzer Farbe angesprüht. Die Täter hinterließen ein Hakenkreuz und eine SS-Rune. Nun ermittelt die Polizei.

06.03.2018
Anzeige