Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Neues Wasserwerk in Wedelwitz: 2019 soll endlich Baustart sein
Region Wurzen Neues Wasserwerk in Wedelwitz: 2019 soll endlich Baustart sein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:15 14.02.2019
Der Versorgungsverband Eilenburg-Wurzen hat in diesem Jahr einiges vor. Quelle: Nico Fliegner
Eilenburg

Die Baugenehmigung für das neue Wasserwerk in Eilenburg-Wedelwitz ist da. Dieser Tage traf das Papier beim Versorgungsverband Eilenburg-Wurzen ein, inklusive 40-seitigem Beiwerk mit Bestimmungen und Hinweisen zum Umwelt- und Denkmalschutz. „Das arbeiten wir noch ein“, so Geschäftsführerin Ramona Seifert. Mit den Planungsbüros wird der Ablaufplan erarbeitet, dann erfolgen die europaweiten Ausschreibungen. Begonnen werden soll zunächst mit den Abbrucharbeiten.

Die Hälfte des Jahres darf nicht gebaut werden

Los geht es dennoch erst im August. Wegen der Brutzeit darf nur zwischen dem 1. August und dem 28. Februar auf dem Areal nahe der Mulde gebaut werden. Ein Fakt, der zum bisher holprigen Weg des Projektes passt, das mittlerweile ins zehnte Jahr geht und voraussichtlich weitere vier Jahre Bauzeit braucht. Seit 2011/2012 wurden Pläne verfolgt, das marode Objekt zu ersetzen. Weil der Neubau komplett auf der Überschwemmungsfläche entstehen sollte, erteilte das Landratsamt 2016 Bauverbot – der Standort musste wieder verworfen werden, die historische Altsubstanz an anderer Stelle auf dem Areal in einen Neubau einbezogen werden.

Kosten sind von 3,5 auf 8,8 Millionen Euro gestiegen

Das wird, wie berichtet, nun aber richtig teuer. Allein der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes kostet eine Million, der neue Reinwasserbehälter 1,2 Millionen Euro. Für den Rückbau müssen statt 80 000 satte 780 000 Euro veranschlagt werden. Summasummarum heißt das: Statt 3,5 kostet der Neubau 8,8 Millionen. Um weiterplanen zu können, brauchte es grünes Licht von der Verbandsversammlung, um für einen Teil der Finanzierung einen Kredit aufnehmen zu können. Das gab es vor rund einem Jahr.

Am Standort wird festgehalten

Ramona Seifert ist froh, dass nun endlich Baurecht besteht. Sie sieht dem Projekt mit einer gewissen Spannung entgegen. „Schließlich ist es nicht selbstverständlich, ein Wasserwerk zu bauen.“ Zudem sei es etwas Besonderes, den historischen in den modernen Bau zu integrieren. Das Areal ist Überschwemmungsgebiet, Flora-Fauna-Habitat und Landschaftsschutzgebiet – trotzdem wird am Standort festgehalten. Er ist historisch gewachsen, liegt nahe der Mulde, Brunnen sind gebohrt, die Rohwasser- und Energieeinspeisung fertig, das Trafo-Gebäude ist neu gebaut.

Transportleitung wird neu gebaut

Klar ist: 2019 steht das Wasserwerk im Fokus. Doch es gibt einiges mehr an Aufgaben. Begonnen wird unter anderem mit dem Neubau der Transportleitung von Röcknitz nach Paschwitz sowie weiterer Abschnitte. Geplant wird der Abschnitt Görschlitz – Bad Düben. Hintergrund ist, dass Eilenburg künftig nicht mehr mit Fernwasser vom Norden her über Kossa und Laußig versorgt wird, sondern aus dem Süden aus Richtung Röcknitz. „Die alte Leitung müsste ausgetauscht werden.

Gemeinsam mit der Fernwasserversorgung Torgau wurde dann aber entschieden, neu zu bauen und dabei bereits bestehende Systeme einzubeziehen.“ Die Kosten des 4,2 Millionen Euro teuren Projektes werden geteilt. In diesem Zusammenhang wird auch die Druckstation Eilenburg-Ost umgebaut. Um einen gleichmäßigen Wasserdruck in den Haushalten zu gewährleisten, war eine Druckerhöhungsstation vonnöten. Über die neue Fernwasserleitung wird das Wasser bereits mit hohem Druck geliefert, muss nun entsprechend gemindert werden.

Weitere Vorhaben in der Region Eilenburg

Weitere Vorhaben in der Region Eilenburg/Bad Düben sind: Strelln – Doberschützer Straße (Auswechseln der Leitungen, Kosten: 250 000 Euro), Kossa – Hauptstraße (300 000 Euro), Bad Düben – Heidering/Querstraße (140 000 Euro), EilenburgPuschkinstraße (200 000 Euro), Durchwehna (60 000 Euro). Ein weiterer Schwerpunkt ist die Auswechslung von Hausanschlüssen. In den letzten Jahren haben die Wasserwerker immer wieder beweisen müssen, flexibel zu sein. Viele Baumaßnahmen hängen davon ab, ob Straßenbauvorhaben wie geplant stattfinden oder immer wieder verschoben werden – so, wie Kossa oder Strelln.

Zudem müssten im Lauf eines Jahres immer wieder Investitionsmittel umverteilt werden, weil der VEW im Rahmen kurzfristig angesetzter Straßenbaumaßnahmen prüfe, ob der Leitungsbau mit realisiert werden kann. Im letzten Jahr wurde dies beispielsweise zugunsten des Leitungsaustausches in der Kohlhaas-/Blücherstraße in Bad Düben, im Gäblerweg in Hohenprießnitz oder an der Bahnquerung der Brandiser Straße in Beucha nötig.

Von Kathrin Kabelitz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit zehn Jahren gibt es die Toys Company der Dekra in Grimma. Die Idee: Langzeitarbeitslose reparieren gebrauchtes Spielzeug. Dies wird dann an Bedürftige verschenkt. Für viele ist das mehr als ein Job.

14.02.2019

Im öffentlichen Raum lauern noch viele Barrieren, die Behinderte ausgrenzen. Eine neue Ausstellung im Bornaer Landratsamt fängt solche Hindernisse ein.

14.02.2019

Mit 30 Jahren ist Ruder-Olympiasieger Maximilian Reinelt am Sonntag beim Skilanglauf im Schweizer Wintersportort St. Moritz gestorben. Die Nachricht erregt auch an der Mulde die Gemüter. Der Wurzener Ehrenbürger Philipp Wende kannte den Vorzeigesportler von vielen Trainingslagern her.

13.02.2019