Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Neugestaltung der Kreuzung: Die Quadratur des Kreisverkehrs in Brandis
Region Wurzen Neugestaltung der Kreuzung: Die Quadratur des Kreisverkehrs in Brandis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:00 17.08.2017
Nur auf den ersten Blick viel Platz: Für einen Kreisverkehr müsste die Betonplatte links der Polenzstraße von der Deutschen Bahn erworben werden. Quelle: Ines Alekowa
Brandis

Ein Kreisverkehr anstelle der unübersichtlichen Kreuzung von Langer Straße/Straße Am Bahnhof mit Polenz- und Bahnhofstraße in Brandis wäre die Wunschlösung der Mehrheit im technischen Ausschuss des Stadtrates. Dort stand das Thema schon einmal im Juni auf der Tagesordnung und jetzt erneut am Dienstag. Doch so geeignet die Kreuzung auf den ersten Blick für einen Kreisel scheint, könnte er am Platz noch scheitern.

Anlass für die Überlegungen, den Knoten neu zu gestalten, ist die Fortsetzung des grundhaften Ausbau der Bahnhofstraße. Von Haupt- bis Schulstraße ist sie bereits topp, für den Abschnitt bis Einmündung in die Lange Straße sollen Ende 2017 Fördermittel beantragt werden und Ausschreibung und Realisierung zusammen mit dem AZV Parthe erfolgen. Etwa 2020 sollen sich dann Bauarbeiten an der Straße Am Bahnhof, in welche die Lange Straße nach der Kreuzung übergeht, anschließen. Im Juni hatte das Leipziger Ingenieurbüro Conrad Schlegel einen Entwurf vorgelegt, der die Kreuzung beibehält, aber beide großen Einmündungen durch Inseln einengt; Rechtsabbieger erhalten so zugleich eigene Spuren. Eine Insel gibt es Ausgangs der Bahnhofstraße zwar schon, allerdings fehlt die Einbahnstraßenregelung. Diese Gefahrenstelle würde entschärft, ebenso die, wenn vom Bahnhof Kommende die Vorfahrt beachten müssen. „Dass Übersichtlichkeit und Verkehrssicherheit verbessert werden, hat die Polizei bestätigt“, so Schlegel.

Die Ausschussmitglieder konnten sich dennoch nicht mit dieser Variante anfreunden, das Büro wurde mit Prüfung eines Kreisverkehr beauftragt. Allerdings sei diese nicht die Vorzugsvariante im städtischen Verkehrskonzept, korrigierte Bürgermeister Arno Jesse (SPD) eine irrige Annahme. Schlegels Fazit: Ein Kreisverkehr ist hier nur schwer realisierbar. Der Grund: Polenz- und Lange Straße bilden einen sehr spitzen Winkel von nur 30 Grad, womit sich ihre Einmündungsradien überschneiden. Insbesondere LKW und Busse würden hier kaum die Kurve kriegen und müssten, wie Roland Eibeck (CDU) als Beispiel aus Engelsdorf (am Wasserturm) anführte, erst eine Ehrenrunde drehen, um den Kreisel zur Langen Straße wieder zu verlassen. „Ich bin absoluter Fan von Kreisverkehren, und wo machbar, werde ich einen vorschlagen“, versicherte Schlegel. Aber hier wäre er nur mit großem Aufwand realisierbar. Zum einen, indem der Kreisel in das mit dem Imbiss bebaute Grundstück verschoben würde, was kaum in Frage kommt. Oder indem die Polenzstraße ein Stück über die Betonplatte neben den Bahngleisen gelegt wird, um sie dann mit mehr Abstand zur Langen Straße und im fast rechten Winkel auf den Kreisel treffen zu lassen. Das allerdings, so Schlegel, bedeute, den Boden von der Deutschen Bahn (DB) erwerben zu müssen, was zeitnah kaum möglich sei. Jesse bestätigte diese Erfahrungen mit Blick auf den Bahnhofsvorplatz, den von der DB zu kaufen die Stadt sich schon seit Längerem bemüht. „Wir sind nicht weitergekommen.“

Im Vergleich zur Kreuzung würde der Kreisel die Stadt 40 000 Euro mehr kosten plus Grunderwerb. „Aber wir wollen nicht an der falschen Stelle sparen, sondern eine nachhaltige Lösung“, betonte Jesse, für den auch Mario Winklers (Bürgerverein) Argument der Verkehrsberuhigung stach. Der Ausschuss folgte schließlich Jesses Vorschlag, sich eine Frist von zwei Monaten für Verhandlungen mit der Bahn zu setzen. „Wenn wir dann keine Aussicht auf einen Grunderwerb haben, hielte ich es für fahrlässig, das Projekt auszubremsen“, sagte der Bürgermeister.

Von Ines Alekowa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Rund 600 Besucher mehr als im Vorjahr verzeichneten die Organisatoren des Ringelnatz-Sommers 2017 in Wurzen. Allein 100 Interessierte ließen sich entlang des Ringelnatzpfades führen. Allerdings zeigt der Andrang ebenso die Grenzen für den Ringelnatzverein auf und bekräftigt die Pläne zur Sanierung des Geburtshauses.

16.08.2017

Der Startschuss für das neue Semester steht bei der Volkshochschule Muldental unmittelbar bevor. Am 18. August geht es mit der feierlichen Auftaktveranstaltung los – alle sind herzlich eingeladen.

19.08.2017

Die seelische Gesundheit von Kindern steht unter anderem im Mittelpunkt des Elternprogramms „Schatzsuche“, an dem sich eine Kita im Wurzener Ortsteil Kühren beteiligt. Auf Anfrage der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV) im Kreistag listete die Kreisbehörde weitere Angebote auf, die sich an Familien mit Kindern wenden.

19.08.2017