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Wurzen Nicht mager und dünn, sondern sportlich
Region Wurzen Nicht mager und dünn, sondern sportlich
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15:17 29.11.2012
Freude am Tanzen: Palucca-Hochschule sucht Nachwuchs. Quelle: Privat
Grimma

Sie gehörten jedenfalls zu den zwei Auserwählten, die die Talentescoutin der Dresdener Palucca Hochschule für Tanz vorschlug, an dem nächsten Eignungstest der Schule im Januar teilzunehmen. Beide Schüler besuchen derzeit die Grundschule Platz der Einheit 7 in Grimma. „Freude am Tanzen, überdurchschnittliche Beweglichkeit, ein sportlicher Körper, Musikalität und gute schulische Leistungen sind die Voraussetzungen für eine Aufnahme an der Palucca-Hochschule", erklärte die Talentecoutin Marie Louise Metz (26) vor der Sportstunde, die Sybille Schmidt nach dem Lehrplan mit den Viertklässlern gestaltete. „Wenn wir in den Schulen nach Talenten sichten, braucht deshalb die Sportstunde nicht umgestaltet zu werden", sagte Metz. Vielmehr wolle sie die Kinder beobachten, wie sie sich bewegen und ob sie Spaß am Sport haben. „Mir fiel gleich Maxim auf, da er kraftvoll über die Bank sprang", sagte die 26-Jährige. Beim Tanz sollten Jungen stark abspringen, aber es müsse leicht aussehen. Dabei sprach sie aus Erfahrungen. Sie tanzte am Rostocker Konservatorium. Allerdings studierte sie Kulturwissenschaften und BWL. „Ich entschloss mich gegen eine Tanzkarriere, da ich bald merkte, dass bei aller Freude am Tanzen ich nicht zu den allerbesten Tänzerinnen in meiner Gruppe gehörte", erzählte sie. Doch nach wie vor gehöre der Tanz zu ihrem Leben. „Ich freue mich jetzt hinter der Bühne arbeiten und Nachwuchs gewinnen zu können", fügte sie hinzu. „Die Jahre auf der Bühne sind gezählt. Ab 35 naht das Ende der Karriere. Das muss man auch wissen. Trotzdem ist es ein Traumberuf. Allerdings muss man mehr als gut darin sein", weiß Metz. „Interessierten sich früher vor allem Mädchen für den Beruf, holen Jungen allmählich auf. Ideal sind sind für uns Klassen, in denen 50 Prozent Jungen sitzen", so Metz. Franziska fiel der Talentescoutin vor allem deshalb auf, da sie einen sportlichen Körper und ein ausdrucksvolles Gesicht hatte. „Wir suchen keine mageren und dünnen Kinder, wie oft geglaubt wird, sondern sportliche Typen", erklärte sie. Auch müssten Jungs kein Röckchen tragen, sondern die Palucca-Schule sei eine moderne Schule, an der sowohl klassischer Tanz, Zeitgenössischer Tanz und Improvisation gelehrt würden. „Doch um an der Palucca-Schule aufgenommen zu werden, müssen die Kinder nicht nur den festen Willen haben, dass sie Tänzer werden wollen, sondern einige Tests noch absolvieren", so Metz. Der erste würde im Januar stattfinden. „Dabei kommt es der Prüfungskommission vor allem auf die anatomischen Voraussetzungen, den Körperbau und die physische Eignung für den Tänzerberuf an", erzählte die Sichterin. Wer diesen bestanden habe, würde zu einer zweitägigen Aufnahmeprüfung eingeladen. Dabei käme es auf Kreativität, Musikalität und Rhythmus an. Nicht zuletzt müssten die schulischen Leistungen stimmen. Franziska und Maxim konnten noch nicht sagen, ob sie sich an der Palucca-Schule ausbilden lassen wollen. Doch sie erhielten einen Zettel für ein Vorstellungsgespräch. Dabei erzählte die Zehnjährige, dass sie seit einigen Jahren Mitglied in einem Tanzverein ist. Maxim ist dagegen ein aktiver Leichtathlet. „Wir freuen uns, dass die Palucca-Hochschule unsere Einrichtung ausgewählt hat", sagte Schulleiterin Steffi Schröter. Sie finde es wichtig, dass den Mädchen und Jungen vielfältige berufliche Wege aufgezeigt werden. Auch biete die Schule im Ganztagsangebot unter anderem Tanz, Unihockey und Leichtathletik an. Denn Bewegung erhöhe die Aufmerksamkeit und verbessere die Lernleistungen. Deshalb sei Bewegung ein Bestandteil des Erziehungs- und Bildungsprozesses. „Unsere Schule trägt bereits das Zertifikat bewegte und sichere Schule", sagte die Schulleiterin. Heute ist Marie Louise Metz nun in der Grundschule in der Vorwerkstraße unterwegs. Vielleicht sichtet sie auch Schüler, die Ballett- oder Musicalbegeisterte in ein paar Jahren auf den Bühnen in Dresden oder Leipzig erleben können.

Cornelia Braun

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