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Wurzen Niemals über die Pussy-Lane
Region Wurzen Niemals über die Pussy-Lane
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05:00 17.04.2010
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. Rund 8000 Läufer aus 40 Nationen und allen Altersklassen wollen sich in das Abenteuer stürzen. Die insgesamt 27 Hindernisse, die auf dem zweimal zu überwindenden Parcours im Wege stehen, haben es in sich und martialische Namen. Da heißt es: gefährliche Zone, dirty dancing, Gravitationstest oder Grand Canyon. Angst und Bange dürfte es Otto Normalverbraucher werden, wenn er vor dem Spinnennetz steht. Ein vier Meter hohes Seilgewirr, das so richtig ins Wanken gerät, wenn einige 1000 Menschen daran hoch und runter klettern.

Ganz cool – passend zu dem Namen gebenden englischen Lutschbonbon, bleiben die beiden Wurzener Starter. Christoph Strauch, der 22-jährige Geschichtsstudent, der sonst über Büchern sitzt und Quellen studiert, ist als Einzelsportler gestählt. Regelmäßiges Lauftraining, Arbeit an Gewichten und im Schwimmbecken ist er gewöhnt. „Ich habe schon an mehreren Halbmarathons teilgenommen. Den jüngsten Städtelauf von Wurzen nach Grimma hab ich in 1:18 Stunden bewältigt", sagt Christoph nicht ohne Stolz.

Michael Woitag, der seinen Wurzener „Leidensgenossen" bislang nicht kannte, findet seit zehn Jahren beim Ausdauerlaufen seinen Ausgleich zum Job des Trockenbauers. Täglich spult er sein Zweistundentraining herunter. Jetzt, in Vorbereitung auf das Extremereignis, trainiert er unter anderem mit einem 15-Kilo-Rucksack auf dem Buckel im Sachendorfer Wald. Überdies geht’s regelmäßig „bei einem Kumpel an die Eisen", sagt der 36-Jährige, der übrigens als Veganer gänzlich auf den Verzehr tierischer Produkte verzichtet. Zart besaitet ist Woitag deshalb keineswegs. Als er in einer Laufzeitschrift vom Fisherman‘s Friend Strongman erfuhr, war er sofort Feuer und Flamme. Wie auch Christoph Strauch, der den Crosslauf im Internet entdeckte.

Beide sagen: „Wir suchen die Herausforderung, lassen uns nicht abschrecken und wollen durchhalten, den eigenen Schweinehund überwinden." Es sei die Kombination „aus Abenteuerlust und Grenzerfahrung", die beide treibe. Dabei gehe es nicht um Platzierungen, sondern ums Ankommen in einer guten Zeit. Und Christoph, der kurz vor seinem Bachelor-Abschluss steht und demnächst ein Auslandsjahr im kühlen Norwegen einlegen will, ist sich sicher: „Die Zähigkeit und Belastbarkeit soll mir später auch im Beruf nützen." Auch deshalb kommt für ihn und seinen Wurzener Spannemann eines auf keinen Fall in Frage. „Niemals werden wir den Wasserlöchern ausweichen, die am Sonntag in Weeze auf uns warten." Denn die Alternativroute – so haben die Veranstalter sie tatsächlich genannt – heißt Pussy-Lane.

Am Strongman Run nehmen 7728 männliche und 876 weibliche Läufer teil. Der älteste Teilnehmer ist 72 Jahre alt. Es starten Läufer aus 40 Ländern, die weiteste Anreise haben die Neuseeländer, die über 18000 Kilometer zum Wettkampfort zurücklegen müssen. Zehn Rettungs- und Krankenwagen samt Crews sichern das Ereignis medizinisch ab.

Drago Bock

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