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Wurzen Nur Sieger beim Bürgermeister-Polo auf dem Altenbacher Pferdehof Kunze
Region Wurzen Nur Sieger beim Bürgermeister-Polo auf dem Altenbacher Pferdehof Kunze
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19:03 09.06.2017
Doreen Lieder, Macherns Bürgermeisterin, schießt hier eines ihrer drei Tore. Der Bennewitzer Amtskollege Bernd Laqua versucht sie vergeblich zu stoppen. Das Lossataler Oberhaupt Uwe Weigelt (Mitte) kann nur zuschauen. Quelle: Foto: Andreas Döring
Bennewitz/Altenbach

Von wegen Freitag ab eins macht jeder seins. Die Muldentaler Bürgermeister schrecken vor nichts zurück, um ihre Region auch außerhalb der Dienstzeit voranzubringen: Grimmas Ortschef Matthias Berger krault als Triathlet durch die Mulde, der Colditzer BM Matthias Schmiedel fliegt Gleitschirm in Hausdorf – und die Ortsgewaltigen im Wurzener Land schwingen sich aufs Pferd, spielen (halten Sie sich fest!) Polo. Dies gleich vorweg: Beim Bürgermeister-Polocup zeigten sie sich gestern sattelfest, da wieherte kein Amtsschimmel!

Macherns Bürgermeisterin Doreen Lieder war der „Man of the Match“, beim 5:5 der Blauen gegen die Roten erzielte sie drei Tore. Überragend! Pferd, Gegner, Mitspieler, Ball, Zügel, Schläger – alles hatte sie im Griff. „Ja, ich hab’ natürlich vorher trainiert. Polo ist ein wunderbares Spiel, macht irre viel Spaß.“

Musik in den Ohren von Lars Quiring. Der Vorsitzende des Vereins Polo Liga Sachsen lebt seinen Traum. Er will Polo vom hohen Ross holen, die Sportart auch Normalos zugänglich machen – eine Premiere deutschlandweit. „Sie kommen zu uns, wir stellen Pferde, Trainer, Ausrüstung.“ Der 48-Jährige hofft, dass sich in den Orten des Muldentals schon bald Polo-Mannschaften gründen, ein Spielbetrieb möglich wird und irgendwann ganz Sachsen aufs richtige Pferd setzt.

Nearside und Offside, Back und Open – wie der Polo fährt, wissen viele. Wie Polo geht dagegen nur die wenigsten. Und so ähnelte der Bürgermeister-Polocup auf dem Pferdehof Kunze in Altenbach einer Lehrvorführung. Der Schläger muss schweben, er ist kein Hammer. Gespielt wird rechts herum. Den Ball nicht getroffen – kein Flopp, weiter geht’s im Galopp.

Holger Tschense, einst Bürgermeister in Leipzig, ließ sich die Schau gestern nicht entgehen. Der Unternehmensberater in Diensten des Projektes „Weltoffenes Wurzener Land“ nutzte die Gunst der Stunde, um die Zuschauer mit Informationen in eigener Sache zu versorgen: „Vom 29. September bis 1. Oktober feiern die Gemeinden Bennewitz, Thallwitz, Lossatal und Wurzen erstmals gemeinsam ein Stadtfest.“ Das Wurzener-Land-Fest solle alle zusammenbringen – Alteingesessene, Zugezogene, Ausgewanderte, Zugewanderte.

Wurzens Oberbürgermeister Jörg Röglin im Polohemd schwitzte so stark, dass er hinterher seinen Schutzhelm ausgießen konnte: „Jetzt weiß ich erstmal, wo ich überall Muskeln habe“, lachte er die Schmerzen weg. Sein Lossataler Amtskollege Uwe Weigelt würdigte das Fairplay: „Im Gegensatz zum Fußball wird der Gegner nicht gefoult, sondern weg gedrängt.“ Noch ganz außer Atem wünschte sich der Bennewitzer Ortschef Bernd Laqua, dass Polo von Altenbach seinen Siegeszug ins gesamte Muldental antreten möge.

Dafür arbeitet Laura Quiring hart: „Viermal die Woche trainiert unser Verein im Roten Vorwerk in Grimma.“ 20 Spieler gehören den drei Mannschaften an, im nächsten Jahr wollen die ersten Sachsen sogar bei den Deutschen Meisterschaften starten. Der Bürgermeister-Polocup jedenfalls kannte gestern nur Sieger. Nach dem 5:5 wandert der etwa ein Meter große Pott aus Glas in den nächsten Monaten von einem Bürgermeister zum anderen. So bekommt der Begriff Wanderpokal eine ganz neue Bedeutung.

Von Haig Latchinian

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