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Wurzen Oberbürgermeister eröffnet Ausstellung in der Stadtkirche St. Wenceslai
Region Wurzen Oberbürgermeister eröffnet Ausstellung in der Stadtkirche St. Wenceslai
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15:11 22.05.2018
Wurzen lässt Bischof Johann VI. wieder auferstehen: Die ersten Gäste zeigten sich von der Ausstellung in der Wenceslaikirche begeistert. Quelle: Foto: Kai-Uwe Brandt
Wurzen

„Wer einen hohen Berg erklimmen will, tut das nicht in Sprüngen, sondern schrittweise und langsam“: Mit dem Zitat des Papstes Gregor I. begrüßte Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) am Pfingstmontag seine Gäste anlässlich der Ausstellungseröffnung in der Stadtkirche St. Wenceslai. Wie berichtet, widmet sich die Schau „Mein Glaube, meine Macht“ dem Bischof Johann VI. von Salhausen, der Wurzen im späten Mittelalter zur Blüte verhalf und vor 500 Jahren starb. Eben dieses Kapitel der Stadt- aber auch Landesgeschichte dokumentierten eindrucksvoll die Exponate unterm Dach des Gotteshauses.

Reformationsjubiläum gab Anstoß zur Ausstellung

Die Idee, so Röglin, wurde vor gut fünf Jahren zur Einweihung des Lutherweges geboren. Doch in Wurzen war der Reformator nie. Er schlug lieber einen weiten Bogen um den Bischofssitz. „Wurzen ging damals einen anderen Weg.“ Schon deshalb hofft das Stadtoberhaupt, auf ein breites Echo über die Stadtgrenzen hinaus. Der 48-Jährige zeigte sich jedenfalls begeistert über Inhalt und Gestaltung, für die die Kommune den freiberuflichen Kunsthistoriker Matthias Donath gewinnen konnte und die Dresdener Werbeagentur für Innendesign Whitebox. Beide, betonte Röglin, lieferten eine „hochgradig professionelle Arbeit“ ab. Insofern wünschte er der Ausstellung, die bis zum 3. Oktober zu sehen ist, viele Zuschauer, Einsichten und Aha-Effekte. „Hoffentlich bekommen Sie ein anderes Bild von Wurzen, als es gerade in den Medien verbreitet wird.“

Verdienste des Bischofs gewürdigt

Im Anschluss überbrachte Domherr und Dechant Leo von Sahr Grüße und Dank im Namen des Domkapitels. Bischof von Salhausen, der am 5. November 1444 in Thammenhain geboren wurde und am 10. April 1518 in Stolpen starb, sei eine herausragende Person gewesen, „ein Macher, der Nachhaltiges für Wurzen“ schuf. Unter anderem ließ der Kirchenfürst von 1491 bis 1497 das Schloss Wurzen errichten sowie den hohen Chor des Domes St. Marien und nicht zuletzt um 1513 die Stadtkirche St. Wenceslai wieder aufbauen.

„Wurzen war einst Hauptstadt eines eigenen Staates – des Domstiftes Meißen“, fügte wenig später Historiker Donath an und unterstrich die landesgeschichtliche Bedeutung der Muldestadt. Und hierzu soll die Ausstellung mit ihren zahlreichen originalen Leihgaben beitragen. Vor allem freute sich Donath über das Engagement der Stadtverwaltung, denn ein solches Projekt sei heute keine Selbstverständlichkeit. Umfangreichen Forschungen nach, sagte er weiter, hätten letzte Zweifel am Salhausener Geburtsort Thammenhain zerstreut. All das und noch viel mehr publizierten Donath, Lars-Anne Danneberg und der Wurzener Pfarrer Alexander Wieckowski in der aktuellen Ausgabe der Sächsischen Heimatblätter. Zum Schluss gab Donath den ersten Besuchern angesichts des knappen Werbebudgets mit auf den Weg: „Bitte sprechen Sie über die Ausstellung.“

Dauerausstellung „Mein Glaube, meine Macht – Johann von Saalhausen“ bis 3. Oktober, Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr, freier Eintritt

Von Kai-Uwe Brandt

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