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Wurzen Olav van der Angrick: Kunst ist Faszination und Provokation zugleich
Region Wurzen Olav van der Angrick: Kunst ist Faszination und Provokation zugleich
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17:55 11.02.2016
Villa Arte: Olav van der Angrick in seinem Kunstatelier in Grimma.   Quelle: Foto: Thomas Kube
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Grimma

 In die gelbe Jugendstil-Villa in der Grimmaer Leipziger Straße 44 mit dem kleinem Frosch an der Fassade ist Kunst und Musik eingezogen. Der Kunstmaler, Dozent und Grafikdesigner Olav van der Angrick und die Klavierlehrerin Franziska Just wollen aus dem Gebäude eine Villa Arte machen.

In der untersten Etage befinden sich das Künstleratelier, das Grafikbüro, ein Musikraum und ein Salon. Dieser Ort lässt viel Raum für Kreativität und Muse. Noch steckt das Projekt erst in den Anfängen, die Renovierungen sind immer noch im Gange. Doch spürt man schon jetzt beim Betreten der künstlerischen Räume, wie der Alltag abfällt und wie die Fantasie durch ausgestellte Kunstwerke angeregt wird. Den Vorstellungen von van der Angrick zufolge sollen hier bald Kunst-und Kreativkurse angeboten werden. Das Konzept soll die Verschmelzung von Farbe, Skulptur, Text, Musik und Muse ermöglichen. Er will es als eine Ergänzung und Bereicherung zu den bestehenden Kultureinrichtungen in Grimma verstanden wissen.

Den in Sachsen-Anhalt geborenen Künstler mit mütterlichen holländischen Wurzeln verschlug es 1988 nach Nürnberg, wo er Kunst und Grafik studierte und bis 2013 lebte. Dann schlug er seine Zelte in Grimma auf. „Die Abwanderung der Menschen in die alten Bundesländer ist gestoppt, viele kehren in ihre familiäre Heimat, den Osten, zurück oder sind ehrlich neugierig. Der bestehende Run in die Ballungszentren zu ziehen brachte nicht nur Freude. Auch hier ist eine Umkehr zu erfahren, die menschliche Suche nach Überschaubarkeit, Sicherheit, Bezahlbarkeit, Natürlichkeit ...“, Grimma und seine Umgebung haben laut Angrick „viel – dies alles zu bieten“.

Gleichzeitig nutzte der Künstler 2013 die Chance, seinen Traum von einem offenen und lebendigen Künstlerhaus umzusetzen. Gegenwärtig ist Olav van der Angrick dabei, Kunstwerke in die Kinderstation in Wurzen zu bringen. Angedacht ist auch eine Form von Kreativangebot für die dortigen Kinder, die aufgrund einer Krankheit länger bleiben müssen. „Ich kenne es aus Nürnberger und Münchener Kliniken, wie aktive Kunst und Kultur bei der Genesung helfen kann“, sagt er.

„Doch von Kunst kann man schlecht Steuern zahlen, davon noch zu leben gelingt den Wenigsten“, sagt der 49-Jährige und spannt den Bogen fragend weiter. „Es braucht heute zur Absicherung der persönlichen Existenz mehrere berufliche Standbeine, wie bei so vielen Menschen“, weiß er. Das bedeutet für viele Unsicherheit und Stress. „Wir brauchen heute vor allem erstmal das Verständnis für den einzelnen Menschen und das verantwortliche Miteinander“, ist er überzeugt. „Die Grundlage hierfür ist unsere Kultur, unser Anliegen, unser Tun“, meint er. „Denn wenn wir unsere Kultur wie Sprache, Musik etc. verlieren, verlieren wir unsere Heimat, und ohne diese ist der Mensch nur noch wie eine Wander-Heuschrecke. Fressen und gefressen werden“, bringt er es auf den Punkt. Deshalb sei sein Wunsch, dass viele Menschen wieder neugierig werden können oder es bleiben. Deshalb lädt er Interessierte gern zu einem Besuch in einen seiner Kreativkurse ein.

Informationen unter Telefon O177/7 36 06 34.

Von Cornelia Braun

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