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Wurzen Operini wagen sich an Madame Butterfly
Region Wurzen Operini wagen sich an Madame Butterfly
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05:00 31.03.2010
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Die jüngste Premiere erzählt die Geschichte der Madame Butterfly. Liegt es an der spannenden Handlung oder an der wunderschönen Musik, dass die Schlange vor dem Lindenausaal im Schloss Machern immer länger wird? Es ist natürlich beides und etwas kommt noch hinzu: Qualität spricht eben für sich, raunt ein Besucher dem anderen zu. „Es ist beeindruckend, wie Kinder an klassische Musik herangeführt werden“, lobt Annelies Treytnar. „Soviel Zuschauer hatten wir noch nie“, freut sich die Gelobte: Musikpädagogin Helga Sippel, die das Stück mit den Kindern einstudiert hat. Und während noch schnell zusätzliche Stühle vom Schlossboden geholt werden, herrscht im Aufenthaltsraum der jungen Darsteller Hochspannung. Hanna (10) und Susanne (8) haben sich bereits in ihre Kimonos helfen lassen und ernten bewundernde Blicke, sie wird auch Aurica bald erhalten – doch noch ist die kunstvolle Hochsteckfrisur der Butterfly nicht ganz fertig. Haarspray und der Duft von Puder füllen den Raum, dann heißt es toi, toi, toi – viel Glück. Helga Sippel nimmt am Fügel Platz, jemand flüstert, sind die Mikros an? – das Stück um Liebe, Leidenschaft und Verzicht beginnt. Die 14-jährige Aurica Roch singt und spielt die Butterfly, Julia Spalteholz (15), im Kostüm eines amerikanischen Marine-Leutnants, den Pinkerton. Beide erzählen die Geschichte der unglücklichen Liebe zwischen dem in Nagasaki stationierten Amerikaner und der schönen Geisha Cho-Cho-San, genannt Butterfly. Sie wünscht sich nichts sehnlicher als den Konventionen ihrer Heimat durch ihre Heirat mit einem Traumprinzen aus dem fernen Amerika zu entkommen. Dass nur sie es ist, die liebt, wird bald klar. Pinkerton kehrt in seine Heimat zurück, dort besitzt die zuvor geschlossene Ehe keine Gültigkeit. Butterfly bringt den gemeinsamen Sohn zur Welt. Nach drei Jahren taucht Pinkerton wieder auf – mit Ehefrau: Sie wollen das Kind abholen. Butterfly erkennt endlich die Tatsachen, um ihre Ehre zu wahren, ersticht sie sich mit dem Schwert. Soweit die Handlung, doch was die Zuhörer bei ihren Gefühlen packt, ist das Einfühlungsvermögen der Kinder, sind Musik und Gesang. Man hört auf die Klänge und weiß außerdem: Musik ist eine Kunst, die in sich selbst ihren eigenen Grund haben kann. „Bravo! Bravo!“, schallt es am Ende durch den Saal, Blumen werden überreicht, Handykameras gezückt. Die ersten Fragen gestellt: Ist es nicht schwer, sich die langen Texte zu merken? „Frau Sippel singt uns die Texte vor“, erzählen Finja und Julia. „Das hat sie schon gemacht, als wir noch Vorschulkinder waren.“ So gehe es am schnellsten, bestätigt die Professorin für Korrepetition an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater. „Ich kann die richtige Tonlage und das passende Tempo vorgeben. Darüber hinaus haben die Mädchen über die Jahre Erfahrungen gesammelt, sind an den verschiedenen Opern gewachsen.“ Erneut gefragt sind ihre musischen Talente, wenn die Macherner Operini am 11. April im Lindenausaal wieder das Nagasaki von vor 100 Jahren aufleben lassen.

Ingrid Hildebrandt

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