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Wurzen Orientierungsmesse hilft Brandiser Oberschülern bei der Berufswahl
Region Wurzen Orientierungsmesse hilft Brandiser Oberschülern bei der Berufswahl
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00:30 25.03.2018
Franz Müller vom Seniorenzentrum Althen informiert Alina Krause (Mitte) und Noa Röhner auf der Berufsorientierungsmesse über den Pflegeberuf. Quelle: Foto:
Brandis

Wie könnte meine Zukunft aussehen? Dieser Frage gingen am Mittwoch die Siebt- bis Zehntklässler der Oberschule Brandis nach. Bei der Berufsorientierungsmesse in der Mehrzweckhalle hatten 36 Firmen, Berufsschulen, Einrichtungen ihre Stände aufgebaut und standen den Schüler zu von ihnen angebotenen Ausbildungsberufen Rede und Antwort.

Handwerk ist nicht mehr so gefragt

So auch Frank Borgwardt, Ausbildungsverantwortlicher bei Elektro-Beckhoff in Grimma. Drei bis fünf Plätze habe man zu vergeben, erzählte er, die Chance, übernommen zu werden, liege in dem Betrieb mit 700 Mitarbeitern in bundesweit zehn Niederlassungen bei 100 Prozent. Trotzdem sei das Interesse schleppend. „Handwerk ist nicht mehr so gefragt wie Bundeswehr oder Polizei“, meinte er. Tom Czudaj immerhin konnte er 2017 auf der Brandiser Messe gewinnen. Der junge Mann lernt jetzt Elektriker und Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. „Es gefällt mir sehr gut, ich kann es nur empfehlen“, lautete seine Botschaft an die ehemaligen Mitschüler.

Neunte Messe

Es ist die mittlerweile neunte Messe an der Oberschule. „Wir haben mal mit einer Hand voll Firmen angefangen“, verdeutlichte Frank Nöllner die Entwicklung. Der Mitarbeiter im pädagogischen Dienst an der Fortbildungsakademie der Wirtschaft ist seit fünf Jahren im Auftrag des Landes Sachsen als Praxisberater an der Schule tätig. Seine Aufgabe: Berufskompetenz vermitteln. Das beginnt mit einer Potenzialanalyse in Klasse sieben, bei der Stärken, Neigungen und Fähigkeiten jedes Einzelnen ermittelt werden, und setzt sich fort mit Betriebsbesichtigungen und Praktikavermittlung in Klasse acht.

23 Prozent brechen Ausbildung ab

Der Hintergrund dieser Bemühungen ist ernst: „Vor Beginn des Beraterprojektes gab es in Sachsen 30 Prozent Ausbildungsabbrecher“, sagt Nöllner, „inzwischen ist die Quote auf 23 Prozent gesunken.“ Die jährliche Messe ist ein Baustein, Firmen kennen zu lernen und so den Übergang in den Beruf zu erleichtern. Nöllner bereitet sie akribisch vor. Auf Listen mit allen Ausbildungsberufen in Sachsen kreuzen die Schüler ihre Favoriten an. Zu den gefragtesten versucht Nöllner, die passenden Firmen einzuladen, bevorzugt regionale. „Meistens stehen Bundeswehr, Polizei und Mechatroniker an erster Stelle, aber dahinter sortieren sich jedes Jahr andere Firmen ein.“ Zum Beispiel die Theaterakademie Leipzig, weil gerade 30 Schüler den Schauspielberuf attraktiv finden. Der Berater setzt aber auch selbst Schwerpunkte. „In die Pflege wollten zwar nur fünf, aber wir wissen, dass der Bedarf hier hoch ist.“

Freie Plätze in Pflegebranche

Und so freute sich Franz Müller von der Alloheim-Seniorenresidenz Althen über das Interesse von Alina Krause und Noa Röhner, beide 8. Klasse. „Wir werden im Moment nicht gerade mit Bewerbungen überschüttet, zehn Ausbildungsplätze zur Pflegefachkraft sind noch frei“, berichtete er, wohl auch, weil der Beruf mit vielen Vorurteilen behaftet sei. „Dabei hat er viele positive Seiten – den Umgang mit Menschen, die Möglichkeit, ihnen im Alter noch Lebensqualität zu bieten.“ Den Jugendlichen, denen ein Arbeitsblatt half, die wichtigsten Fragen zu stellen, erklärte er, dass von Bewerbern vor allem Sozialkompetenz, aber auch Interesse für Medizin sowie der Realschulabschluss erwartet werde, wobei die Noten eher zweitrangig seien. Alina hat das Gespräch bestärkt: „Auf meiner Berufswunschliste stand die Pflege schon vorher an erster Stelle, denn ich bin ein offener Mensch und mag es, mit alten Menschen umzugehen.“

In den vergangenen drei Jahren hatten übrigens alle Schulabgänger der Brandiser Oberschule einen Ausbildungsvertrag in der Tasche oder gingen an eine weiterführende Schule. „Natürlich weiß ich nicht, ob jemand von ihnen diesen Weg abbricht“, sagt Nöllner. Aber der Anfang scheint viel versprechend.

Von Ines Alekowa

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