Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Ortschaftsrat diskutiert über Sinn und Unsinn von Tempo-30-Zonen in Brandis
Region Wurzen Ortschaftsrat diskutiert über Sinn und Unsinn von Tempo-30-Zonen in Brandis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:21 09.02.2016
Tempo-30-Zonen sind in Brandis in der Diskussion. Quelle: LVZ
Anzeige
Brandis

Grundlage dieser Beratung ist ein bestehendes Verkehrskonzept, das sich, so erklärt Tom Schiebold vom städtischen Ordnungsamt, in ständiger Fortschreibung befindet, die sogar „relativ weit oben angebunden“ sei. Zum einen gibt es dazu einen Arbeitskreis Verkehr, zum anderen eine Bürgerbefragung. Und im Ergebnis dessen war das Verkehrskonzept dieser Thema im Ortschaftsrat geworden.

Das Gremium gibt nur Empfehlungen an den Stadtrat ab. Aber in der Diskussion wurde deutlich, dass eine Erweiterung der Tempo-30-Zonen nach Ansicht der Räte nur bedingt Sinn machen würde. Konkret geht es um die Weststraße, Lange Straße und Töpfergasse sowie um die Beuchaer Straße, in der zur Hälfte bereits langsam gefahren werden muss, sowie um die Straße Am Bahnhof.

Erklärtes Ziel sei „eine einheitliche Geschwindigkeitsausweisung im Innenstadtbereich, in der Hoffnung“, so Schiebold, „dass davon mehr Brandiser Bürger partizipieren.“ Besonders der Fußgänger- und Fahrradverkehr soll sicherer werden. Ortschaftsrat Tobias Reich (CDU) merkte an, „dass Tempo 30 in der Innenstadt völlig okay ist.“ Aber einige zur Diskussion stehende Straßen seien Außenring, weshalb er nach „zwingenden Gründen auf der Basis von Unfallstatistiken fragte, die mehr Sicherheit fordern“. Dazu konnte Schiebold ad hoc keine Angaben machen.

Dennoch bestehe das Erfordernis, „den Verkehr in der Stadt zu entschleunigen“, warf Ortschaftsratsvorsitzender Ulrich Gäbel (Linke) ein. „Aber dann könnte man auch gleich ein 30-Schild unter allen Ortseingangstafeln anbringen lassen und die Stadt zur 30er-Zone erklären“, sagte Reich unter Zustimmung der anderen Ortschaftsräte. Und das würde letztendlich dazu führen, „den Verkehr in der Stadt nicht sicher zu machen, sondern zu lähmen.“ Besonders zur Lange Straße gab es Diskussionen. Hier verspürten die Ortschaftsratsmitglieder fraktionsübergreifend Bauchschmerzen. Zumal dort erst viel Geld in die Hand genommen wurde, um die Trasse als gut befahrbare Vorfahrtsstraße auszubauen.

„Für die Lange Straße mit den übersichtlichen Zufahrten für die drei Nebenstraßen und Fußwege rechts und links sehe ich keinen Grund, die Geschwindigkeit zu reduzieren, denn hier kann man ohne Gefahren Tempo 50 fahren. Und ähnlich sehe ich das auch in der Weststraße.“ Tempo 30, so machte Reich seine Sichtweise klar, würde rechts vor links bedeuten, was aber nicht unbedingt mehr Sicherheit bringen würde, eher mehr Unsicherheit, weil diese Regelung nicht von allen beachtet werde. „Ich finde es nicht so toll und kann diese Vorschläge nicht befürworten“, legte sich Reich fest.

Von Frank Schmidt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit einem guten Jahr gilt deutschlandweit der Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Besonders die Taxibranche war in Sorge wegen der damals unabschätzbaren Auswirkungen.

09.02.2016

Der Glamour einiger großer Säle der Welt stammt aus Wurzen. Seit Jahrhunderten fertigt eine Manufaktur in der Kleinstadt üppige Kronleuchter. Der traditionsreiche Betrieb steht vor einem Neustart.

09.02.2016

Der Bennewitzer Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos) zieht im LVZ-Interview Bilanz über das 2015 Erreichte und blickt auf Vorhaben in diesem Jahr. Hochwasserschutz und Straßenbau sind zwei der vorrangigsten Themen.

09.02.2016
Anzeige