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Wurzen Osterblume auf dem Rückzug
Region Wurzen Osterblume auf dem Rückzug
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05:00 11.04.2012

. Heute sind es lediglich 500 Pflanzen, wie Klaus Zeibig bestätigt. Und es werden von mal zu mal weniger. Darauf reagierte jetzt die Landkreisbehörde in Borna, schaltete Spezialisten der Walter-Meusel-Stiftung aus Chemnitz ein, um den Bestand der Gemeinen Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris) am letzten sächsischen Standort rund um den Bismarckturm zu erhalten.

Zu den Details des Arten- und Pflegeprojektes weiß Sigbert Kaluza vom Umweltamt mehr. „Der Wachtelberg ist eigentlich ein idealer Standort für die Pflanze. Allerdings gefährdet die zunehmende Sommertrockenheit den derzeitigen Bestand", erzählt der Fachmann. Daher aktivierte das Umweltamt die Walter-Meusel-Stiftung, die den Arktisch-Alpinen Garten in Chemnitz betreibt. Ziel des aktuellen Projektes sei der Erhalt und die Regenerierung der floristischen Besonderheit. Zunächst werden die Experten, so Kaluza, den vorkommenden Pflanzen Samen entnehmen. Mittels Nach- und später Anzucht soll der momentane Bestand nicht nur stabilisiert, sondern in Zukunft vergrößert werden. Noch fließt das Geld für die Initiative in Dehnitz aus dem Fördertopf der Umweltstiftung des Landkreises, wie Behördensprecherin Brigitte Laux sagt. Allerdings gebe es Bemühungen, in Zukunft den „Freistaat in die Verantwortung zu nehmen".

Mit den Spezialisten aus Chemnitz hat der Landkreis bereits hinlänglich Erfahrung gesammelt. So betreut die Stiftung bereits den Kamm-Wurmfarn, der auf der „Roten Liste für Farn- und Samenpflanzen" mit der Gefährdungskategorie zwei versehen ist. Von ehemals fünf Vorkommen konnte im Regierungsbezirk Leipzig nur noch eines nachgewiesen werden. Deswegen beantragte die Stiftung im Jahr 2001 das „Artenhilfsprojekt Alte See Grethen" und startete es zwölf Monate später. Mit Erfolg. Etwa 95 Prozent der ausgebrachten Pflanzen fassten Fuß und etablierten sich im Erlenbruchwald.

Ob die Zukunft der Osterblume ebenso gut aussieht? Zumindest Klaus Zeibig hofft es. Immerhin wachte der 72-Jährige zu den Osterfeiertagen wieder auf dem höchsten Punkt des Wurzener Landes. In gewohnter Art und Weise: Bekleidet mit olivgrüner Jacke und auf der Brust das Fernrohr. Spaziergänger aus nah und fern, die das lange Wochenende für einen Abstecher nach Dehnitz nutzten, dabei aber vom Weg abkamen oder allzu neugierig den festen Tritt verließen, wurden mit lauten Rufen vom Turm zur Räson gebeten. Einheimische kennen das Schauspiel und sehen es Zeibig nach. Schließlich wacht er seit einem halben Jahrhundert über das mittlerweile 29 Hektar große Naturschutzgebiet mit Argusaugen – dem letzten Refugium der Osterblume in Sachsen und ihr östlichster Standort in Mitteleuropa.

Kai-Uwe Brandt

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