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Wurzen Osterreiten: Phönix (40) hält locker durch
Region Wurzen Osterreiten: Phönix (40) hält locker durch
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00:25 05.04.2018
Die Osterreiter aus Hirschfeld lieferten in Erdmannshain ein beeindruckendes Schauspiel. Quelle: Bert Endruszeit
Naunhof/Erdmannshain

Tierisch im wahrsten Sinne des Wortes ging es am Karsamstag in Erdmannshain zu. Der örtliche Heimatverein hatte zum bunten Trubel auf den Spielplatz eingeladen. Und dort zeigte sich natürlich auch der Osterhase. Schon seit einigen Jahren schlüpft Heimatvereinsmitglied Sandra Böhme in die Dienstkleidung des langohrigen Eierbringers. Diesmal hatte sie nicht nur Leckereien für die Kinder im Gepäck, sondern auch ihre Mutzel, eine kleine Hündin der Rasse „Prager Rattler“. Und die wurde natürlich gleich zum ganz besonderen Liebling der kleinen Besucher.

Umschwärmt von den Gästen wurde auch Maik Hesse. Als Grillmeister des Heimatvereins übernahm er die Versorgung mit Bratwürsten. Angegrillt wurde bei den Erdmannshainern schon am 7. Januar zum Gospelkonzert, gebrutzelt wird dann immer bis zum Weihnachtsmarkt im Dezember. „Unserem Grillmeister gönnen wir immer nur eine kleine Verschnaufpause“, sagte Vereinsmitglied Beate Lehmann.

Stichwort Verschnaufpause: Eine solche legten traditionell die Osterreiter in Erdmannshain ein, die aus Hirschfeld herangeritten kamen. Manfred Wulf war mit einem einspännigen Jagdwagen dabei. Sein Zugpferd war Sunnygirl, eine 20 Jahre alte Haflingerstute. „Der Nieselregen stört uns beide nicht. Nur bei richtigem Regenwetter würde ich nicht anspannen“, bekannte das Mitglied des Tauchaer Heimatvereins.

Osterhase Sandra Böhme mit ihrem Mutzel und der sechsjährigen Laura. Quelle: Bert Endruszeit

Das konnte Angas Hilbert vom Althener Heimatverein nur bestätigen. „Wir Pferdeleute nehmen das Wetter wie es ist. Früher gab es ja auch kein großes Überlegen, wenn der Pferdewagen losfahren musste.“ Der Erdmannshainer Rudolf Naumann kennt die Zeiten noch, als fast nichts ohne Pferdewagen ging. „Wir haben bis etwa 1960 das Holz von Zwenkau bis zum Leipziger Güterbahnhof gefahren“, erinnert er sich.

Unter den 32 Pferden, die am Ostersonnabend in Erdmannshain einritten, war auch Phönix, ein Dülmener Wildpferd. Die rund 20 absolvierten Kilometer waren für ihn kein Problem, trotz seines fast unglaublichen Alters. „Phönix ist schon 40 Jahre alt, ein kleines Wunderwerk“, erzählte Besitzerin Sylvia Berndt. Die Groitzscherin hat das Pferd mit dem typischen Ponymaß schon seit 20 Jahren. „Er hat gute Gene, ein Wildpferd eben. Und er kann auch mal richtig stur sein.“

Das beeindruckende Alter ihres Pferdes macht spezielles Futter erforderlich. „Mit Heu allein wird das nichts mehr, seine Zähne sind schon zu abgeschliffen. Eingeweichte Pellets sind für ihn nun genau das richtige Rentnerfutter.“ Von Trägheit ist beim ihm aber keine Spur. „Er ist richtig beleidigt, wenn ich mal ohne ihn losziehe“, berichtete Sylvia Berndt.

Von Bert Endruszeit

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